Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige LS Lederservice Sie suchen einen Spezialisten aus Rhein-Main? Frankfurt am Main 29°C

Veranstalter kennt Reisemangel: Meldung ist trotzdem nötig

Ob Baulärm am Hotel oder Kakerlaken im Zimmer - bei vielen Mängeln steht Pauschalurlaubern eine Entschädigung zu. Doch diese müssen sofort gemeldet werden. Egal ob der Veranstalter darüber bereits informiert ist oder nicht. Das zeigt ein BGH-Urteil.
Werden Urlauber von Baulärm gestört, können sie eine Entschädigung verlangen. Jedoch müssen sie den Umstand sofort melden. Foto: Karlheinz Schindler/dpa-Zentralbild/dpa Werden Urlauber von Baulärm gestört, können sie eine Entschädigung verlangen. Jedoch müssen sie den Umstand sofort melden. Foto: Karlheinz Schindler/dpa-Zentralbild/dpa
Karlsruhe. 

Wer nach einem mangelhaften Urlaub einen Teil seines Reisepreises zurückhaben möchte, muss dem Veranstalter das Problem vor Ort so früh wie möglich melden. Sonst gibt es kein Geld zurück.

Das gilt auch, wenn der Veranstalter das Problem von Anfang an kannte - melden muss der Urlauber es trotzdem, wie ein BGH-Urteil klargestellt hat (Az.: X ZR 123/15). Darüber berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in der Zeitschrift „ReiseRecht aktuell”.

In dem verhandelten Fall ging es um eine Pauschalreise nach Teneriffa. Während des gesamten Aufenthalts des Klägers gab es starken Baulärm - ein Minderungsgrund. Die Vorinstanz sprach dem Kläger eine Reisepreisrückzahlung von 40 Prozent zu. Doch der BGH kippte die Entscheidung, weil der Urlauber den Mangel erst zehn Tage nach seiner Ankunft im Hotel gemeldet hatte.

Wer seiner Pflicht nicht nachkommt, einen Reisemangel zu melden, verliert seinen Anspruch auf Entschädigung, urteilten die Richter. Ein Urlauber dürfe Mängel nicht stillschweigend in Kauf nehmen, um hinterher Ansprüche an den Veranstalter zu stellen.

Im konkreten Fall hätte der Veranstalter den Gast zwar auch ohne eine Beschwerde in einem anderen Hotel unterbringen können. Nur weil er dies nicht von sich aus tat, hieß das nicht, dass er dazu nicht willens war. Es hätte jedoch einer formalen Mangelanzeige bedurft.

(dpa)
Zur Startseite Mehr aus Reise

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse