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Veranstalter wirbt mit Rail and fly und trägt Folgekosten

Bei einem Rail-and-fly-Ticket ist der Flug und die Bahnfahrt zum Airport abgedeckt. Doch was passiert, wenn sich der Zug verspätet. Der Bundesgerichtshof hat jetzt eine klare Antwort darauf gegeben.
Verpassen Reisende ihren Zug zum Flughafen, muss der Veranstalter die Folgekosten tragen - sofern es sich um ein Rail-and-fly-Ticket handelt. Foto: Maurizio Gambarini Verpassen Reisende ihren Zug zum Flughafen, muss der Veranstalter die Folgekosten tragen - sofern es sich um ein Rail-and-fly-Ticket handelt.
Hannover. 

Wegen einer Zugverspätung eine Flugreise zu verpassen, ist ärgerlich und teuer. Denn es müssen Ersatzflüge gebucht werden. Wirbt jedoch ein Reiseveranstalter mit einem Zug-zum-Flug-Ticket der Bahn und berechnet dafür keine zusätzlichen Kosten, haftet er für die Bahnfahrt.

Er muss aber auch die Folgekosten tragen, wenn sich der Zug verspätet. Das entschied das Landgericht Hannover (Az.: 1 S 54/16), wie die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift „ReiseRecht aktuell” berichtet.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte in der Vergangenheit bereits entsprechende Urteile gefällt. In dem verhandelten Fall kam es auf die Darstellung durch den Anbieter an: Nach Ansicht des Gerichts musste der Urlauber denken, das Rail-and-fly-Ticket sei eine eigene Leistung des Veranstalters.

Dafür sprach etwa, dass das Zugticket im Katalog nicht als Fremdleistung gekennzeichnet war. In der Buchungsbestätigung fand sich zudem kein gesondertes Entgelt. Der Ticket-Voucher kam mit den anderen Reiseunterlagen. Und die Fahrkarten enthielten auch das Logo des Veranstalters.

Insgesamt nicht entscheidend war laut Gericht dagegen der Hinweis im Preisteil des Katalogs und auf der Ticketrückseite, dass der Urlauber für die rechtzeitige Ankunft am Flughafen selbst verantwortlich sei.

(dpa)
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