Vielflieger-Urteil: Entwertung von Meilen rechtswidrig

Ob Freiflüge oder Sachprämien: Viele Airlines bieten Vielfliegern Bonusprogramme. Diese dürfen nicht kurzfristig geändert werden, entschied jetzt das Landgericht Köln. Mehr zu dem Urteil und eine Übersicht über die Prämien wichtiger Airlines gibt es hier.
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Köln. 

Ob Freiflüge oder Sachprämien: Viele Airlines bieten Vielfliegern Bonusprogramme. Diese dürfen nicht kurzfristig geändert werden, entschied jetzt das Landgericht Köln. Mehr zu dem Urteil und eine Übersicht über die Prämien wichtiger Airlines gibt es hier.

Vielflieger siegt gegen Lufthansa: Die Fluglinie hätte das angesammelte Meilenkonto eines treuen Kunden nicht entwerten dürfen. Der Mann, der 887 000 Bonusmeilen angehäuft hatte, sei durch die Änderung des Prämienkatalogs im "Miles & More"-Programm benachteiligt worden, entschied das Kölner Landgericht am Freitag (16. März). Die Lufthansa hatte Anfang 2011 die Prämienbedingungen verändert (Aktenzeichen: 32 O 317/11).

Die Richter betonten, generell sei die Lufthansa berechtigt, die Teilnahmebedingungen für ihr Bonusprogramm zu ändern, da es sich um eine freiwillige Leistung handele. Allerdings hätte das Unternehmen dies mit einem Vorlauf von vier Monaten ankündigen müssen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Nach Angaben eines Gerichtssprechers hat es auch keine Allgemeingültigkeit: "Bei weiteren Klagen wird man sich jeden Einzelfall anschauen müssen." Die Lufthansa will das Urteil nun prüfen und entscheiden, ob sie in Berufung geht.

Ob Freiflüge, Sachprämien oder Sonderbehandlung: Bonusprogramme gibt es bei den meisten Airlines. Doch die Bedingungen variieren von Fluggesellschaft zu Fluggesellschaft. Hier ein Überblick über die Angebote der wichtigsten deutschen Airlines:

Lufthansa: Das Miles&More-Programm der Lufthansa unterscheidet zwischen Status- und Prämienmeilen. Statusmeilen können nur für gekaufte und abgeflogene Flugtickets erworben werden. Prämienmeilen dagegen auch bei Partnern wie Hotels oder Mietwagenfirmen. Eingelöst werden können die Prämienmeilen entweder für Upgrades, Prämienflüge oder Sachprämien. Mit den gesammelten Statusmeilen erhalten Kunden bestimmte Vorzüge wie den Zugang zu Lounges. Auch innerhalb der Star-Alliance lassen sich die Meilen sammeln und einlösen. Lufthansa-Prämienmeilen verfallen im Normalfall nach drei Jahren, der Status muss Jahr für Jahr aufs Neue erworben werden.

Germanwings: Die Lufthansa-Tochter Germanwings ist an das Miles&More-Programm der Mutter angeschlossen. Daneben gibt es ein eigenes Vielflieger-Programm, den Boomerang-Club. Für jeden Euro Umsatz werden 10 Meilen gutgeschrieben, ab 10 000 Meilen gibt es einen Freiflug. Daneben genießen die Club-Mitglieder Vorteile wie eine schnellere Abfertigung.

Air Berlin: Air Berlin hat ein ähnliches System wie Lufthansa. Auch hier sammeln Vielflieger mit der Topbonus-Karte Status- und Prämienmeilen. Neben Air Berlin selbst, Niki und Etihad sind an das System die Oneworld-Partner angeschlossen. Ab 3000 Prämienmeilen gibt es bei Air Berlin einen One-Way-Flug gratis. Die Prämienmeilen verfallen außer bei Goldstatus-Kunden nach drei Jahren. Statusmeilen gelten jeweils zwölf Monate.

Condor: Auch bei Condor lassen sich Meilen für das Miles&More-Programm sammeln. Ebenso können mit den Meilen Flüge gebucht oder Upgrades vorgenommen werden.

Easyjet: Der Billigflieger Easyjet hat kein Bonusprogramm.

Ryanair: Der irische Billigflieger Ryanair bietet kein Vielfliegerprogramm.

(dpa)
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