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Weite Strände und wilde Tiere an Floridas Golfküste

Einige der schönsten Strände Floridas liegen in Sarasota und den vorgelagerten Inseln an der Westküste des Sunshine State. Doch Urlauber müssen nicht faul im Sand liegen - es gibt zahlreiche Tiere zu entdecken. Und eine lebendige Kulturszene.
Am Siesta Key Beach werden Strandträume wahr. Foto: Visit Sarasota County/Ally Beames Am Siesta Key Beach werden Strandträume wahr. Foto: Visit Sarasota County/Ally Beames
Sarasota. 

Es ist ein lustiges Spielchen, das der kleine Wurm da treibt. Im Wasser seines Aquariums im Mote Marine Laboratory and Aquarium in Sarasota ist Bewegung zu sehen - doch sobald der Besucher seinen Kopf in die Richtung dreht, sieht er: nichts.

Nur Sand, ein paar Wasserpflanzen und kleine Muschelteilchen. Doch wer geduldig vor dem Tank stehenbleibt, wird irgendwann belohnt. Eines der Röhrenaal-Babys steckt den Kopf aus dem Sand. Heterocongrinae, so ihr wissenschaftlicher Name, kommen in den Tropen vor und vor der Küste Floridas. „Sie leben in Tiefen von 10 bis 30 Metern und verstecken den Großteil ihres Körpers im Sand”, sagt Pamela Siderski, die Besucher durch die Forschungseinrichtung führt.

Die Röhrenaale sind nur eine von Dutzenden Arten, die im Mote leben. Es zeigt Besuchern die Tier- und Pflanzenwelt der Golfküste Floridas. Kinder können Rochen und Seesterne streicheln, Haie ziehen ihre Runden in einem riesigen Tank. Und die Rundschwanzseekühe Hugh und Buffet gleiten gemächlich durch ihr Becken.

Die gemütlichen Pflanzenfresser schwimmen auch vor der Küste Sarasotas sowie um die vorgelagerten Inseln, die Keys. In der Natur ist es aber schwierig, sie zu sehen, sagt Will, der mit einer Gruppe Kajakfahrer durch die Mangroven rund um Lido Key fährt. „Sie können bis zu 20 Minuten unter Wasser bleiben - und dann tauchen sie nur ganz kurz auf, um wieder Luft zu schnappen.” Kaum hat man das Schnaufen gehört, sind die Tiere schon wieder im Wasser verschwunden.

Ganz anders bei den schwarzen Kormoranen, die auf den Kajaks landen - Berührungsängste haben die Vögel nicht, die auf den Plastikbooten ihr Gefieder ausbreiten und in der Sonne trocknen lassen. Noch schneller als die Vögel sind die kleinen Baumkrabben unterwegs, die auf den Ästen der dichten Mangroven hin und her rennen.

Früher hat es auf den Wiesen an der Sarasota Bay größere Tiere gegeben - allerdings nur während der Wintermonate. Denn auf seinem Grundstück hat der Zirkusgründer John Ringling im Winter ein Lager für seine Tiere errichtet. Heute sieht man, am besten vom Wasser aus, eines der ungewöhnlichsten und imposantesten Bauwerke an der Golfküste Sarasotas: Ringlings Villa Ca' d'Zan, die den Palazzi in Venedig nachempfunden ist.

Dass sich die Ringlings ein Haus wie in Venedig bauen ließen, hatte einen besonderen Grund: die Liebe zu Italien. Sie waren dort oft zu Besuch, und John Ringling, ein Kunstliebhaber, kaufte und ersteigerte in Europa viele Bilder, Statuen und andere Werke so berühmter Künstler wie Rubens, Titian, Veronese, Hals und Velazquez. Bis heute sind viele der Werke in den 31 Galerien des John and Mable Ringling Museum of Art ausgestellt, das sich unweit der Villa befindet.

Während man sich auf dem Grundstück rund um das Cà d'Zan und das Ringling Museum heute kaum vorstellen kann, dass dies früher ein Weideplatz für Elefanten und Tiger war, ist das ein paar Kilometer weiter südlich weniger überraschend. Die Sarasota Jungle Gardens sind eine der ältesten Attraktionen im Sunshine State. 1939 begann alles mit einer Art botanischem Garten, später kamen Tiere hinzu. Heute leben etwa 150 Arten auf dem 40 000 Quadratkilometer großen Areal.

Doch man kann nicht nur Tiere anschauen in Sarasota, auch die Kunstszene ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt - so sehr, dass sich das County gleich den Beinamen „Florida's Cultural Coast” hat schützen lassen. Fünf professionelle Theaterkompanien, zwei sogenannte Community Theatres, das Sarasota Ballet, das Sarasota Orchestra, ein Opernhaus - sie alle tragen zu einer bunten Kulturlandschaft an der südlichen Golfküste bei.

Doch so abwechslungsreich diese ganzen Einrichtungen und Veranstaltungen sind - mindestens einmal am Tag ruft der Strand. Gut 60 Kilometer Küstenlinie gehören zum Sarasota County, das von sechs vorgelagerten Inseln begrenzt wird. Siesta Key mit seinem kühlen, weißen Quarz-Sand hat es schon zum besten Strand Amerikas auf der Liste des bekannten Dr. Beach gebracht. Auch die Strände am Lido Key, in Venice und auf dem Longboat Key sind immer einen Besuch wert. Und wer genau hinsieht, kann Haifischzähne am Strand sammeln. Oder Delphine sehen. Oder einfach die Sonne genießen.

Reiseziel: Das Sarasota County erstreckt sich von Longboat Key im Norden bis Englewood im Süden an der Golfküste Floridas. Das Gebiet liegt rund 100 Kilometer südlich von Tampa und gut 120 Kilometer nördlich von Fort Myers. Im County gibt es rund 60 Kilometer feiner Sandstrände.

Anreise: Zum Beispiel von Frankfurt an die Ostküste, von dort aus geht es weiter zum Sarasota-Brandenton International Airport. Alternativ dauert die Fahrt vom Flughafen in Tampa eine gute Stunde.

Klima: In Sarasota ist es das ganze Jahr über angenehm warm. In den Wintermonaten liegen die Temperaturen kaum niedriger als etwa 15 Grad Celsius, im feuchteren Sommer im Durchschnitt leicht über 30 Grad.

Informationen: Visit Sarasota County, 14 Lemon Avenue, Sarasota, FL 34236, Tel.: 001 941 9571877, E-Mail: info@visitsarasota.org.

(Von Verena Wolff, dpa)
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