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Das Testament

Ein Testament sollte jeder machen, um den Gang der Erbschaft nicht dem Zufall zu überlassen und mögliche Streitigkeiten zu minimieren.
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Gibt es weder ein Testament noch einen Erbvertrag, gilt die gesetzliche Erbfolge. Viele Menschen scheuen davor zurück, ihr Testament zu Papier zu bringen. Da ist die Hemmschwelle der Eingangsformulierung „Mein letzter Wille“, die emotional oft als die Vorbereitung des eigenen Abschiednehmen-Müssens empfunden wird. Grundsätzlich sind für das Verfassen eines Testaments einige Regeln zu beachten, damit das Dokument auch gültig ist. Letzte Sicherheit in allen Fragen rund um das Erbrecht kann allerdings nur der Rat eines Rechtsanwaltes oder Notars geben. Ein Testament kann verfassen, wer testierfähig ist; das ist grundsätzlich jeder Volljährige. Kranke Menschen, die nicht in der Lage sind, die Bedeutung einer von ihnen abgegebenen Willenserklärung einzusehen, dürfen kein Testament machen. Betreute Personen sind grundsätzlich testierfähig, wenn sie auf Grund ihres Gesundheitszustandes hierzu in der Lage sind. Diesen Personen ist jedoch anzuraten, vor der Abfassung des Testaments mit ihrem behandelnden Arzt zu sprechen und dem Testament ein ärztliches Attest beizufügen, das die Testierfähigkeit bescheinigt. Die letztwillige Verfügung sollte dann vor einem Notar erstellt werden. Bei der Erstellung eines Testaments ist zum einen die Form und zum anderen der Inhalt zu beachten. Ein Testament kann vor einem Notar erstellt werden. Man bezeichnet dieses als „öffentliches Testament“. Dabei wird vor einem Notar eigener Wahl der letzte Wille mündlich erklärt, der Notar formuliert diesen, liest die Niederschrift noch einmal vor und unterschreibt sie anschließend gemeinsam  mit dem Erblasser.

Die Alternative zum öffentlichen Testament ist das von eigener Hand geschriebene und unterschriebene Testament. Es soll erkennen lassen, wann und wo es errichtet worden ist. Die Unterschrift soll den Vornamen und Familiennamen enthalten. Computergeschriebene Texte mit eigenhändiger Unterschrift oder handschriftliche Texte ohne Unterschrift sind ungültig. Selbst eine Anlage zum Testament,  zum Beispiel eine Vermögensaufstellung, ist ungültig, wenn sie mit der Schreibmaschine oder dem Computer erstellt wurde.

Die Abfassung eines Testamentes mit anwaltlicher oder notarieller Hilfe empfiehlt sich besonders dann, wenn Vermögenssituation und Familienverhältnisse kompliziert sind. Ein erfahrener Jurist kann hierbei auf Fallstricke und Gefahren hinweisen, die dem Laien oft nicht bewusst sind. Ein Erblasser kann sein Testament jederzeit widerrufen. Dies geschieht entweder durch ein so genanntes Widerrufstestament oder durch Vernichtung, Durchstreichung oder Entwertungsvermerk, wobei die Vernichtung die sicherste Variante ist. Das notarielle Testament gibt der Notar immer in amtliche Verwahrung beim Nachlassgericht. Nimmt der Erblasser es aus der amtlichen Verwahrung heraus, ist es ungültig. Das bestehende Testament kann aber jederzeit geändert oder ergänzt werden. Das eigenhändige Testament kann grundsätzlich an jedem beliebigen Ort aufbewahrt werden, nur sollte es nach dem Tod auch gefunden werden. Sie können auch gegen geringe Gebühr bei einem Amtsgericht nach Wahl hinterlegt werden. Den  Hinterlegungsschein bewahrt man dann am besten bei den persönlichen Papieren sicher auf.

Ehepartner fassen häufig ein gemeinsames Testament ab, in dem sie sich gegenseitig als Erben einsetzen. Änderungen sind dann nur gemeinsam beziehungsweise bedingt möglich. Haben Eheleute ein gemeinschaftliches Testament errichtet und verstirbt ein Ehepartner, wird die gemeinsame Verfügung, also auch die des Überlebenden, bindend. Der Überlebende kann nur unter äußerst eingeschränkten Bedingungen die gemeinschaftliche Verfügung anfechten. In diesem Falle sollte unbedingt ein Anwalt zu  Rate gezogen werden. Deshalb ist es  äußerst wichtig, bereits vor Abfassung eines gemeinschaftlichen Testaments juristischen Rat einzuholen.

Im Falle einer Scheidung wird das Testament meistens ungültig. Der Erblasser kann frei entscheiden, wen er als Erben einsetzt. Das können nicht nur eine oder mehrere Personen sein, sondern auch Vereinigungen, Kirchen oder der Staat.

Wird durch das Testament die gesetzliche Erbfolge geändert, so haben Kinder und Ehepartner des Verstorbenen, dessen Eltern bedingt, trotzdem Anspruch auf Zahlung des Pflichtteils. Es macht die Hälfte des gesetzlichen Erbteils aus und muss in Geld ausgezahlt werden. Aus dem Testament muss die „Erbquote“ hervorgehen, das heißt, wer allein oder zu welchem Bruchteil erben soll. Bestimmte Nachlassstücke können bestimmten Personen durch ein Vermächtnis zugesprochen werden. Hier ist es empfehlenswert, den Rat eines Anwalts oder Notars einzuholen.

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