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Lebensbaum der Hoffnung für unheilbar kranke Kinder

Ein Baum, Symbol des Lebens, an die Wand gemalt: Grüne Blätter, Namen darauf geschrieben, Fotos aufgeklebt. Neben manchem Namen fliegt ein goldener kleiner Schmetterling.
Kinderhospiz Bild-Zoom

 „Das bedeutet, dass das betroffene Kind bereits verstorben ist“, erklärt Gregor Schmidt, Koordinator des Ambulanten Kinderhospizdienstes in Frankfurt. Um ihrer zu gedenken, gibt es in den Räumlichkeiten des Vereins in der Fellnerstraße 11 in Frankfurt den aufgemalten Baum. Mittlerweile sei es in manchen Familien sogar so, dass die betroffenen Eltern nach dem Tod ihres Kindes einen richtigen Baum pflanzen. Auf diese Weise bleibe das Kind dann weiter verwurzelt in der Erde und wachse.

Seit 2005 besteht der Verein, der lebensverkürzend erkrankte Kinder und deren Familien unterstützt. „Und zwar ab Diagnosestellung, nicht erst kurz vor dem Tod“, so Schmidt. Seit Juli 2006 waren das in Frankfurt und Umgebung 21 Kinder und deren Eltern. Derzeit kümmern sich die 23 ausgebildeten ehrenamtlichen Helfer rund um die Uhr um 13 Familien, stehen ihnen bei im Leben und dann, wenn der Todesfall eingetreten ist. Ausgebildet werden die Ehrenamtlichen in einem 80-stündigen Befähigungskurs, der an mehreren Abenden sowie am Wochenende stattfindet. Für die Kosten kommt der Verein auf.
„Wir sehen uns als Lebensbegleiter“, sagt Ursula Johanssen, eine der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. „Wir möchten für die Familien in ihrem Alltag da sein.“ Für die Betroffenen ist die Hilfe übrigens kostenlos. Der Ambulante Kinderhospizdienst finanziert sich überwiegend aus Spenden und wird vom Deutschen Kinderhospizdienst getragen.
Gregor Schmidt erzählt, dass es vielen Eltern schwer falle, sich an die Einrichtung zu wenden: „Sie denken, dass sie damit den Tod ein bisschen näher holen.“ Doch das Gegenteil sei der Fall, schließlich gehe es bei der Arbeit vor allem um das Leben. „Wir möchten die Familien dabei unterstützen, dass sie die Zeit, die ihnen gemeinsam verbleibt, gut gestalten“, erläutert Evelin Kersting, die sich ebenfalls ehrenamtlich engagiert. Dennoch sei allen Beteiligten klar, dass aus der Lebensbegleitung irgendwann eine Sterbebegleitung werde.
Oft seien es schon Kleinigkeiten, mit denen man den Alltag erleichtern könne: Etwa wenn Evelin Kersting einfach einmal zwei Stunden auf das kranke Kind oder die gesunden Geschwister aufpasse, damit die Mutter ruhigen Gewissens zum Friseur oder Einkaufen gehen könne. Es sind jene leisen, eigentlich selbstverständlichen Gesten, die den betroffenen Familien aber helfen, dass sie auch in Krisenzeiten ihr Leben in der Hand behalten.
„Viele Eltern sind mit der Diagnose, ein unheilbar krankes Kind zu bekommen, schlicht überfordert und können mit der Situation nicht umgehen“, sagt Gregor Schmitt. Und auch das Umfeld reagiere meist distanziert und wende sich von der Familie ab, weil der Tod - vor allem der von Kindern und erst recht der von sterbenskranken - nach wie vor ein strenges gesellschaftliches Tabu sei. „Dann sind wir da. Zum Zuhören, Reden, Vermitteln.“


Ambulanter Kinderhospizdienst
Frankfurt/Rhein-Main

Fellnerstr. 11
60322 Frankfurt am Main
Tel: 069 / 90 55 37 79
Fax: 069 / 90 55 37 58
E-Mail: frankfurt(at)deutscher-kinderhospizverein.de

Spendenkonto:
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