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Judo: Samurai Offenbach macht den Aufstieg in die Bundesliga perfekt

Von Der letzte von sieben Akten war nur Formsache. Samurai gelingt souverän der Sprung in die Erstklassigkeit. Auf den Verein kommt jetzt aber viel Arbeit zu.
Getreuer Samurai und Leistungsträger: Brian-Miles Smith (in blau) gegen Riesas Valentin Hehtke Foto: Peter Hartenfelser (Peter Hartenfelser) Getreuer Samurai und Leistungsträger: Brian-Miles Smith (in blau) gegen Riesas Valentin Hehtke
Offenbach. 

Um 18.26 Uhr war erreicht, was sich seit Wochen abgezeichnet hatte. Leon Ehmig spulte gegen Tobias Stöckel souverän sein Pensum herunter mit dem Vorteil von zwei Waza-Ari (die zweithöchste Wertung), und er machte den siebten Sieg von Samurai Offenbach perfekt. Damit war klar, dass die Gastgeber zumindest ein Unentschieden sicher hatten, was für den Aufstieg von der Zweiten in die Erste Judo-Bundesliga Süd reichen würde. Beifall brandete unter den 300 Zuschauern auf, der etwa eine Viertelstunde später an Intensität zunahm, als der 10:4-Endstand über den VfL Riesa perfekt war. Teilweise entblößten die „Samurais“ – wie Urgestein Brian-Miles Smith oder Talent Markus Seifert – ihre Oberkörper, Bierflaschen machten die Runde, und Teammanager Markus Horn wurde von den Aufstiegsheroen in die Luft geworfen. Für ihn war es doppeltes Glück, kam doch Tage zuvor Tochter Paula zur Welt.

„Um 3 Uhr hatten wir noch mal eine Besprechung. Alle waren entschlossen. Wir wollten den Zuschauern eine Judoshow bieten – und das ist uns gelungen. Es ist ein folgerichtiger Aufstieg“, ließ Cheftrainer Francesco Liotta die heiße Phase vor, während und nach dem größten Erfolg in der Historie des 1. SC Samurai Offenbach Revue passieren.

„Der Trainer hat mir immer Halt gegeben“

Kein Judoka personifiziert den 1. JC Samurai Offenbach so sehr wie Brian-Miles Smith (30). Der gebürtige Offenbacher und Deutsch-Amerikaner ist seit seinem neunten

clearing

Zweifel kamen auch im Publikum nicht auf, dass Samurai es nicht schaffen würde. Im ersten Durchgang bot Liotta ein Team auf, das kaum stärker sein konnte gegen die Sachsen, die nur in Robert Conrad einen herausragenden Widersacher hatten. 6:1 stand es zur Pause, der Rest war Formalie.

So einfach wird es den Offenbachern im nächsten Jahr nicht mehr gemacht werden, das ist klar. „Alle bleiben. Aber wir müssen die Mannschaft auch verstärken und uns breiter aufstellen“, bringt es Liotta auf den Punkt. Nicht auszudenken, wenn Leistungsträger wie David Tsokouris und Kamil Grabowski ausfallen sollten.

Einziger Erstligist der Stadt

Desweiteren braucht das Team mehr Trainingszeiten und Lehrgänge, um sich für die Konkurrenz zu wappnen. All das kostet Geld, was die Offenbacher noch nicht zusammen haben. Auf 16 000 Euro bezifferte Liotta die bisherigen Personalkosten, der Gesamtetat für 2017 habe um die 40 000 Euro betragen. Künftig müsse der Verein etwa mit einer Verdreifachung rechnen. „Alleine die neuen Anzüge kosten 10 000“, sagt der gebürtige Offenbacher Liotta, dessen Wurzeln im sizilianischen Catania liegen.

Zehn bis zwölf Sponsoren hätten „stabil über die Jahre“ Samurai unterstützt. Von einem weiteren hätte er nun eine Zusage. Trotz positiver Ansätze werde es aber schwer, den Etat zu stemmen. „Wir sind der einzige Offenbacher Erstligist. Jetzt bin ich gespannt auf die Unterstützung“, sagt Liotta, der auch mit mehr organisatorischem Aufwand rechnet. Bei Heimkämpfen vermutlich in der Sportfabrik. Liotta: „Das Familiäre im Verein soll erhalten bleiben.“

Mit dem Aufstieg in die Bundesliga hat Samurai die letzte Stufe auf der Erfolgsleiter genommen. Über die Bezirks-, Landes- und Oberliga kämpfte der Verein sich hoch, und ihm gelang dann auch Sprung in die Regionalliga. 2006 folgte der Aufstieg in die Zweite Bundesliga Süd. In dieser Liga etablierte sich Offenbach und zählte häufig zum erweiterten Kreis der Titelanwärter. Dank der Ausdehnung der Bundesliga Süd von sechs auf neun Mannschaft reichte Samurai nun der zweiten Platz, um das Ziel endlich zu erreichen.

Die Kämpfe, erster Durchgang, bis 100 kg: Herbst – Nußmann 7:0 (4:00). – bis 60 kg: Smith – Hehtke 7:0 (4:15). – bis 73 kg: Gleim – Hannig 7:0 (4:00). – bis 90 kg: Seifert – Conrad 0:7 (4:00). – über 100 kg: Grabowski – Hanke 10:0 (1:13). – bis 66 kg: Kühn – Stöckel 10:0 (3:03). – bis 81 kg: Tsokouris – Fiedler 7:0 (4:00). – zweiter Durchgang, bis 100 kg: Bitz – Hanke 0:10 (0:57). – bis 60 kg: Fischer – Hehtke 0:10 (1:24). – bis 73 kg: Ehmig – Stöckel 7:0 (4:00). – bis 90 kg: Seifert – Pink 0:10 (3:53). – über 100 kg: Grabowski – Conrad 10:0 (0:02). – bis 66 kg: Kühn – Müller 10:0 (1:11). – bis 81 kg: Tsokouris – Paul 10:0 (3:32).

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