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Tennis: Arbeit und Hobby verbunden

Von Mit einer Niederlage gegen den Lokalrivalen SC 80 und einem Sieg in Marburg starteten die Tennisspielerinnen von Eintracht Frankfurt in die Hessenliga-Runde. Überzeugen konnten dabei die beiden Neuzugänge.
Unorthodox – und gut: Anna Depenau gewann beim Rundenauftakt ihre beiden Einzel. Unorthodox – und gut: Anna Depenau gewann beim Rundenauftakt ihre beiden Einzel.
Frankfurt. 

Dass Eintracht Frankfurt wohl im Mittelfeld des Klassements landen wird, zeichnete sich bereits vor dem Start der Damen-Hessenliga ab. Der Auftakt bestätigte die Annahme. Gleich in beiden Partien waren die Neuzugänge der Adlerträgerinnen erfolgreich. Die Russin Jana Sizikova wurde kurzfristig an den Riederwald geholt, nachdem feststand, dass die in der vergangenen Saison ungeschlagene Nummer eins Hanna Landener nicht mehr Tennis spielen will.

Ungewöhnlich ist hingegen Verstärkung durch Anna Depenau. Die 25-Jährige kam nicht nach Frankfurt, um Tennis zu spielen, sondern aus beruflichen Gründen. Sie wollte beim DFB oder einem großen Club unterkommen – der Wunsch ging in Erfüllung. Seit April arbeitet sie bei der Fußball AG der Eintracht in der Marketing-Abteilung. Als erfahrene und erfolgreiche Spielerin schloss sie sich dann – nicht überraschend – dem Team mit dem Adler auf der Brust an.

Anna Depenau spielt Tennis seit ihrem vierten Lebensjahr, sie zählte in der Jugend zur absoluten deutschen Spitze. Sie hat in allen Alterskategorien an den Deutschen Meisterschaften teilgenommen, war jahrelang in den Top drei ihres Jahrgangs. Mit 16 zählte sie zu den besten 100 Damen in Deutschland. Während ihre Freundinnen und Konkurrentinnen von damals die Profi-Laufbahn im Fokus hatten, wollte die vielseitige Anna zweigleisig fahren. In Essen besuchte sie das Elite-Gymnasium des Sports, wo sie ihr Abitur machte. Danach ging sie für vier Jahre über den großen Teich. „In San Diego durfte ich an meiner Traum-Uni studieren und täglich vier Stunden in der kalifornischen Sonne Tennis spielen“, erzählt Anna. „In den USA lernte ich, was Teamsport wirklich bedeutet. Die Mannschaft wurde für mich in der Fremde zu meiner zweiten Familie“, erklärt sie, wie ihre Vorliebe für Mannschaftsspiele entstand.

2014 beendete sie ihr Studium Marketing, Finanzen und International Business mit „summa cum laude“ und kam zurück nach Deutschland. Tennis spielte sie in der Regionalliga, erst in Aachen, dann in Bochum. Ihre Ausbildung vervollständigte sie aber in Holland. An der Maastricht University machte sie ihren Master im Strategischen Marketing, danach ging sie in Aachen ihrem Beruf nach.

Mit Köpfchen

Sie sei glücklich, nun bei der Eintracht arbeiten und Tennis spielen zu können. Dass sie beides beherrscht, hat sie bereits in kürzester Zeit bewiesen. Ihr Tennisspiel ist unorthodox. Sie gewinnt nicht mit Power, sondern mit Köpfchen. Läuferisch stark, bringt sie die Bälle hoch und mit guter Länge an die gegnerischen Linie. „Es wird immer wieder Gegnerinnen geben, die sich über die Spielweise von Anna ärgern. Sie sagen, dass dies kein Tennis sei. Das kann ich nicht nachvollziehen. Es liegt an jedem Einzelnen, ein geeignetes Gegenmittel zu finden“, unterstreicht Michael Otto, Tennis-Abteilungsleiter bei der Eintracht, unmissverständlich.

Das Gegenmittel? Man muss solche Lob-Künstler entweder stark unter Druck setzen, damit ihre „Mondbälle“ kürzer werden, oder viel Geduld aufbringen und erst dann, wenn sich die Chance bietet, angreifen. Dass dies natürlich nicht einfach ist, werden im Verlauf der Runde noch einige Hessenliga-Spielerinnen feststellen müssen.

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