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Fußball-Regionalliga Südwest: Ausgelassene OFC-Feier

Ihren Part als Partyschreck hat die Zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim nicht realisieren können. Nach dem 1:0 konnten die Offenbacher Kickers am Ende des 35. und damit vorletzten Spieltages der Fußball-Regionalliga Südwest endlich und endgültig den Klassenverbleib bejubeln.
Foto: © berc - Fotolia.com
Offenbach. 

Der zwölfte Saisontreffer von Dren Hodja in der 53. Minute entledigte den OFC aller Sorgen. „Wir feiern die ganze Nacht“, prophezeite Mannschaftskapitän Alexandros Theodosiadis, der seinen Ruf als „Feierbiest“ mal wieder souverän verteidigte. Er genoss den Augenblick nach einer Saison, die nicht nur der Spielführer wegen der Hypothek des Neun-Punkte-Abzugs nach dem von Vereinsseite gestellten (und nicht realisierten) Insolvenzantrag „zum Vergessen“ fand. Mit den neun Zählern wäre der OFC Fünfter, so aber, nach der am Samstag zugestellten schriftlichen Begründung des Verbandes für die Ablehnung des Einspruchs der Offenbacher, ist er Elfter.

Die Offenbacher Kickers stellten nicht nur die „griffigere Mannschaft“ (so Recks Hoffenheimer Kollege Marco Wildersinn), sondern auch den mit Abstand engagierteren Trainer. Als Reck die Kundschaft auf der Haupttribüne gestenreich animierte, alles zu geben, erinnerte er doch tatsächlich an Diego Simeone, den Cheftrainer von Atletico Madrid. Der Mann an der Seitenlinie vor der OFC-Bank befand sich im emotionalen Ausnahmezustand. Wie sehr ihn der Saisonverlauf mitgenommen hatte, offenbarte sein Monolog in der Pressekonferenz nach der Partie. Er endete mit dem Appell, „dass alle Gremien in diesem Verein zusammenstehen müssen“, unterschiedliche Auffassungen professionell angehen und lösen sollten. Indem Reck betonte, dass sein Team das vorbildlich geschafft habe, wies er unausgesprochen darauf hin, dass es Nachholbedarf in der Mannschaft hinter der Mannschaft gebe.

Und er erinnerte nochmals an die Achterbahnfahrt seiner Jungs, die wohl eher einer Geisterbahntour glich. Mit dem Insolvenzantrag noch in der alten Saison und dem „Startkapital“ von minus neun Punkten, der den letzten Tabellenplatz auf Wochen hinaus garantierte. Hinzu kam die ebenso schwierige wie späte Kaderplanung. Mittelfeldakteur Serkan Göcer etwa erinnerte sich am Samstag an den Tag seiner Verpflichtung: „Als ich unterschrieben habe, hatten wir minus sieben Punkte.“ Die pure Not schweißte die Mannschaft in einer Weise zusammen, wie es sonst nur der Erfolg vermag. „Wir haben uns auch neben dem Platz super verstanden“, betonte Göcer und blickte hinüber zum wehmütigen Robin Scheu, der kommende Saison drittklassig spielen wird, ohne bisher zu verraten, wohin sein Weg ihn führt. Jedenfalls weg von einem krisenerprobten Club, in dem die Profis ihre Arbeitsklamotten teilweise selbst gewaschen haben, in dem bis zu sieben Stammspieler gleichzeitig verletzt waren, einmal sogar die Nummer drei der A-Jugend ran musste, um im Tor der Ersten Mannschaft auszuhelfen.

Dank an die Fans

Deshalb, als es geschafft war, herrschte so viel Ausgelassenheit auf dem Rasen, es gab aber auch Bedauern, das man einen wie den Amerikaner Bryan Robert Gaul, inzwischen so etwas wie das Herzstück der Kickers, nicht halten kann. „So ist das im Fußball, man sieht sich hoffentlich wieder“ sagte Göcer und sprach mit Blick auf das Tor des Tages: „Wenn man nicht schießt, fallen keine Tore.“ Der Schuss von Hodja wurde nämlich von einem Hoffenheimer abgefälscht. Am Ende verspürte Stürmer Hodja „Erleichterung ohne Ende“ und einen Schuss Dankbarkeit: „Man hat an mir festgehalten, ich habe das nicht immer so erlebt.“ Auf Nachfrage riskierte er einen Blick in die Zukunft: „Wir wollen oben mitspielen, wir haben noch Luft nach oben.“

Kickers-Trainer Reck beließ es bei einem „Riesenkompliment an diese Mannschaft, es macht Spaß mit diesen Jungs zu arbeiten“. Und dann war da noch der Schulterschluss mit den OFC-Anhängern: Die Profis machten mit einem Banner die Runde, dessen plakativer Text sich irgendwie zeitlos las: „Solange Ihr zu uns steht, werden wir niemals untergehen. Vielen Dank für Euren Support in schwieriger Zeit.“

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