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Fußball: Bälle halten auf der Insel im Nordatlantik

Weltenbummler Lukas Wojciak hat in Island eine neue Aufgabe übernommen.
Ausbilder in interessanter Umgebung: Lukas Wojciak auf Island. Ausbilder in interessanter Umgebung: Lukas Wojciak auf Island.
Vestmannaeyjar. 

Adrian Forcette, Torwart des karibischen Fußball-Nationalteams von Trinidad und Tobago, brachte am 10. Oktober 2017 die Angreifer der Nationalmannschaft der USA mit seinen Paraden zur Verzweiflung und trug wesentlich dazu bei, dass die Truppe von Bruce Arena, der als Trainer Jürgen Klinsmann ersetzt hatte, aus allen Träumen gerissen wurde und die schon sicher geglaubte Qualifikation zur WM in Russland verpasste. Doch was hat das mit Lukas Wojciak zu tun?

Ziemlich viel, denn der 41-Jährige trainierte in der Winterpause des vergangenen Jahres mit Erlaubnis seines damaligen Arbeitgebers Alemannia Aachen die Keeper des Nationalteams von Trinidad Tobago, löste sozusagen den damaligen Stammtorhüter ab und formte Forcette zur Nummer eins im Tor.

Das Kapitel beim Regionalligisten Alemannia Aachen, der lange Zeit von einer Insolvenz bedroht war, hat Wojciak abgeschlossen. Seit dem 2. Februar trainiert der frühere Torwartcoach des Hessenligisten Rot-Weiss Frankfurt, der danach auch noch beim SV Wehen und dem VfB Oldenburg tätig war, den isländischen Europa-League-Qualifikanten und mehrfachen Landesmeister und Pokalsieger IB Vestmannaeyjar.

Von einem fußballerischen Entwicklungsland wird von der Insel im Nordatlantik nach den Erfolgen des Nationalteams nach dem Sieg gegen England und dem Erreichen des Viertelfinals bei der EM 2016 sowie der Qualifikation für die WM in Russland sicherlich keiner mehr sprechen. Den Fußballfans dürfte zudem Alfred Finnbogason bekannt sein, der in dieser Bundesliga-Saison für den FC Augsburg schon elf Tore erzielte.

Beim IB Vestmannaeyjar ist Wojciak, der in seiner aktiven Zeit in der Mainmetropole bei den Vereinen TSG Frankfurter Berg und Spvgg. Kickers 16 sowie Rot-Weiss Frankfurt kickte, für die Torhüter des Profiteams und zudem für die Weiterentwicklung sämtlicher Torsteher im Nachwuchs-Leistungszentrum des Vereins zuständig. Daneben bildet er auch noch die Torfrauen des Vereins aus, dessen Frauenteam ebenfalls Pokalsieger wurde. Dass auch der isländische Frauenfußball konkurrenzfähig ist, wurde hierzulande im vergangenen Oktober registriert, als das WM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalelf gegen Island mit 2:3 verloren ging.

Lob vom Nationalcoach

Kennengelernt hat Wojciak auch schon den isländischen Nationaltrainer Heimir Hallgrimsson. „Er schaut des Öfteren bei uns zu. Als ich gerade im Büro mit meiner Tochter ein Videotelefonat führte, kam er ins Bild und grüßte sie. Er ist ein total netter und bodenständiger Mann mit Humor und natürlich sehr viel Fußballwissen“, erzählt Wojciak. Über ein Lob aus seinem Munde freute sich der Torwarttrainer mit den polnischen Wurzeln besonders: „Er zeigte sich sehr davon angetan, wie ich die Entwicklung in meinem Bereich vorantreibe. Schön dies von jemandem zu hören, der Island zur WM gebracht hat.“

Der Vertrag von Lukas Wojciak läuft zunächst bis Oktober. „Ich hatte zum Jahreswechsel interessante internationale Anfragen, darunter auch von Nationalmannschaften. Das hat sich allerdings im Endeffekt nicht realisieren lassen“, erklärt er. Einen Favoriten hat Wojciak aber schon: „Ich bin Japan-Fan seitdem ich mit Gert Engels (Co-Trainer beim Podolski-Club Vissel Kobe, die Redaktion) dort gearbeitet habe.“ Wichtig sei ihm aber auch, dass seine Familie dann mit dabei sein könne: „Das wäre natürlich am Schönsten, denn ich vermisse sie trotz Videotelefonie natürlich sehr.“ Darüberhinaus, betont er, „kann ich mir natürlich auch vorstellen, wieder in Deutschland zu arbeiten“.

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