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Fußball: Beim FSV Frankfurt ist Marco Aulbach die eindeutige Nummer eins

Von Beim FSV avancierte Marco Aulbach sofort zur Stammkraft und trug zur Stabilisierung des Teams bei. Diese Entwicklung soll nun fortgesetzt werden – und ein paar weniger Gegentore sind das Ziel.
Geht nicht nur im Training vorneweg beim FSV Frankfurt: Torwart Marco Aulbach (rotes Trikot) will mehr Verantwortung übernehmen – und dazu beitragen, dass die Gegentrefferquote weiter sinkt. Foto: Peter Hartenfelser (Peter Hartenfelser) Geht nicht nur im Training vorneweg beim FSV Frankfurt: Torwart Marco Aulbach (rotes Trikot) will mehr Verantwortung übernehmen – und dazu beitragen, dass die Gegentrefferquote weiter sinkt.
Frankfurt. 

Am vergangenen Donnerstagabend konnte Marco Aulbach sehr gut empfinden, wie Wilfredo Caballero zumute war. Der Torwart der argentinischen Auswahl hatte sich einen üblichen Patzer erlaubt, dem Eintracht-Pokalheld Ante Rebic den Ball serviert und somit die 0:3-Schmach gegen Kroatien bei der Fußball-Weltmeisterschaft eingeleitet. Und nicht nur das: Fortan pfiffen viele Fans der Albiceleste, wenn Caballero am Ball war. Bloß schnell weg mit dem Ding dachte er bestimmt, als wieder mal ein Rückpass sich abgezeichnet hatte.

„So ein Fehler ist jedem Torhüter schon passiert. Und so etwas wünscht man nicht seinem größten Konkurrenten. Ich kann mich in seine Situation hineinversetzen, auch in die von Loris Karius“, sagt Aulbach und erinnert zugleich an die Aussetzer des ehemaligen Mainzer Schlussmannes, der im Champions-League-Finale in Diensten des Liverpool FC zweimal patzte – es war die Basis der 1:3-Niederlage gegen Real Madrid.

Derart gravierende, entscheidende Fehler unterliefen dem gebürtigen Aschaffenburger in dieser Saison glücklicherweise nicht. Doch als Aulbach vor einem Jahr Bestandteil des komplett neuen Kaders des Regionalligisten FSV Frankfurt wurde, musste er zunächst eine schwere Phase durchmachen. Null Punkte und 1:11 Tore lautete die Bilanz nach drei Partien. Nach Auffrischung des Aufgebots begann der FSV sich zu stabilisieren, doch in einigen Matches musste der 24-Jährige den Ball (zu) häufig aus dem Netz holen. Bis zur Winterpause kassierten die Bornheimer in 21 Spielen 44 Tore, im durchschnittlich also 2,1. 2018 waren es in 15 Begegnungen nur noch 22 – und der Schnitt fiel auf 1,5.

Nur im letzten Saisonspieltag, beim 1:3 in Stuttgart gegen die blauen Kickers, stand Marco Aulbach nicht zwischen den Pfosten, da durfte Ersatzmann Matay Birol ran. Lediglich Routinier Patrick Huckle kam ebenfalls auf 35 Einsätze. Unumstritten die Nummer eins zu sein, dieses Gefühl hatte Aulbach zuletzt, als er im Tor des A-Juniorenteams vom TSV 1860 München stand – das war vor sechs, sieben Jahren. In dieser Zeit absolvierte er auch zwei Länderspiele für die U19-Nationalmannschaft.

Aulbach blieb indes nicht an der Grünwalder Straße, sondern entschied sich zu einem Wechsel zum Drittligisten Wacker Burghausen. Beim Club von der Grenze zu Österreich erhielt er aber fast nur in der Zweiten Mannschaft Einsatzzeiten. Nach nur einer Spielzeit wechselte Aulbach an den Riederwald zur Eintracht-U23 und wirkte ein paar Mal mit. Nach der Auflösung der „Zweiten“, die in der Regionalliga Südwest spielte, wagte der Unterfranke noch einmal den Sprung in die Dritte Liga. Doch weder bei Preußen Münster noch in der U23 von Mainz 05 gelang ihm der Durchbruch.

Spielpraxis das A und O

Zur Stammkraft avancierte der 1,91-Meter-Mann dann vor einem Jahr in Diensten des FSV. „Es war wichtig für mich, endlich mal eine Saison durchgespielt zu haben. Denn Spielpraxis ist das A und O“, betont Aulbach. Als Torwart ist die Situation, nur Ersatz zu sein, besonders schwierig. Man muss auf eine Chance hoffen – und diese bestenfalls überzeugend nutzen.

Für Aulbach geht es 2018/19 nunmehr darum, noch mehr Konstanz zu zeigen. „Ich will der Mannschaft helfen, unsere neuen Spieler unterstützen. Und mehr Zu-null-Spiele haben“, sagt er. Vorige Saison waren es lediglich acht.

Entsprechend sollte sich dies auch in der Tabelle auswirken. Zwar schaffte der FSV noch recht souverän den Klassenerhalt. Doch das nächstplatzierte Team, die TuS Koblenz, musste den Gang in die Oberliga antreten. „Vor einem Jahr mussten wir uns alle erst mal kennenlernen. Jetzt haben wir einen Stamm von zwölf Spielern. Mit dieses Basis können wir die Neuen auch besser integrieren“, sagt er.

Forsche Töne stimmt Aulbach aber nicht an. „Wir werden den Weg weiter gehen und von Spiel zu Spiel denken – damit sind wir bislang gut gefahren“, sagt Aulbach und sieht in Alexander Conrad einen idealen Trainer dafür, um den FSV Frankfurter weiter zu stabilisieren. „Er kann das alles dosieren und einschätzen. Wir sind als Mannschaft froh darüber, ihn zu haben.“

Geht es nach Marco Aulbach, dann wird er noch länger für die Schwarz-Blauen das Tor hüten. „Frankfurt ist meine Heimat, beim FSV fühle ich mich wohl.“ Seinen Wohnsitz hat er freilich dort, wo er sich einst interessant machte für die Münchner „Löwen“: in der Nähe vom Schönbusch, dort spielt die Aschaffenburger Viktoria.

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