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Golf: Den zweiten Platz gewonnen

Von Der Frankfurter GC beendete die Bundesliga auf Rang zwei. Beim „Final Four“ in Köln wurden die FGC-Herren erst im Endspiel vom GC Mannheim-Viernheim gestoppt.
Auch ein zweiter Platz kann große Freude bereiten: Die ausgelassenen Spieler des Frankfurter GC bei der Siegerehrung. Foto: Christopher Tiess Auch ein zweiter Platz kann große Freude bereiten: Die ausgelassenen Spieler des Frankfurter GC bei der Siegerehrung.
Frankfurt. 

„Das ist einfach super. Vor der Saison hätte das uns niemand zugetraut, wir wahrscheinlich auch nicht“, strahlte Maximilian Röhrig, der die ihm umgehängte Silbermedaille als das schönste Geburtstagsgeschenk betrachtete. Natürlich wurmte es ihn kurz, dass er sein 27. Lebensjahr nicht mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft beginnen konnte. „Aber man muss ehrlich sagen. Mehr war an diesem Tag nicht drin.“

Den Grund für die 3,5:8,5-Niederlage gegen den GC Mannheim-Viernheim auf der Anlage des Kölner Golfclub sah Röhrig in erster Linie in der Zusatzschicht, die die Frankfurter am Tag zuvor absolvieren mussten. Während die Badener mit einem lockeren 8:4-Erfolg über den Nordmeister GC Hösel ins Endspiel eingezogen, standen die Hessen noch fast zwei Stunden länger auf dem Platz. Packender als der Sieg im Stechen nach dem 6:6-Zwischenstand im Duell mit der bestimmenden deutschen Mannschaft der vergangenen Jahre, dem GC St. Leon-Rot, kann eine Partie kaum verlaufen.

Erst nach 22 Uhr kamen die Spieler so langsam zur Ruhe, am nächsten Morgen klingelte um 6 Uhr der Wecker. Dann ging es nach einem schnellen Frühstück wieder zum Platz. „Uns fehlten eindeutig einige Körner. Wir mussten schon um 8 Uhr abschlagen, waren noch nicht auf Betriebstemperatur“, meinte Röhrig zu seiner und Bradleys Niederlage im ersten Vierer. Da auch die drei anderen Vierer an Mannheim-Viernheim gingen, stand es vor den Einzeln 0:4. Trotz dieser Hypothek keimte noch einmal Hoffnung auf. Röhrig und Lukas Euler gewannen wie am Vortag ihre Matches, Daniel Tack rettete mit einem gewonnenen 18. Loch einen halben Punkt gegen den starken Hurley Long. Doch dann zeichnete sich trotz des beherzten Widerstandes der Frankfurter immer deutlicher die Niederlage ab. Der in dieser Saison so starke Stefan Wiedergrün wurde von Max Oelfke, dem Führenden in der Liga-Rangliste, deklassiert. Es stand 2,5:5,5. Ben Bradley und der Mannheimer Max Bögel gingen „All Square“ (gleichauf) auf die 18. Bahn. Dann chippte Bögel einen Ball aus der Ferne ins Loch, damit war die Meisterschaft entschieden. Lukas Buller konnte nur noch für eine Ergebnis-Korrektur sorgen.

„Im ersten Moment waren wir niedergeschlagen“, gestand Trainer Jan Förster – aber nur kurz. „Es war definitiv ein gewonnener zweiter Platz. Wenn du nach zwei Bundesliga-Spieltagen Schlusslicht bist, dann ins Final Four kommst und hier gegen St. Leon-Rot im Stechen gewinnst, das ist schon megastark.“

Entscheidung an Loch 9

Gegen St. Leon-Rot gingen die Hessen in die Einzel mit der Hypothek eines 1:3-Rückstandes nach den Vierern. Röhrig und Euler sorgten dann für den schnellen Ausgleich. „Der Platz war für das Lochwettspiel ideal. Für das Zählwettspiel hätte ich ihn als zu leicht bezeichnet. Aber so hatte man viele Möglichkeiten, die sehr anspruchsvollen Grüns über diverse Ecken anzuspielen und sich damit im direkten Duell einen Vorteil zu verschaffen. Das hat bei mir auch super geklappt“, meinte Röhrig. Der vor drei Jahren ins Profi-Lager gewechselte Golfer macht gegenwärtig eine Pause. „Ich war leicht verletzt, hatte auch privat einige Probleme. Deshalb habe ich mich aus der Pro Tour zurückgezogen. Aktuell mache ich eine Ausbildung zum Golflehrer“, erzählte der 27-Jährige.

Nachdem Ben Bradley, Gregor Weck und Tim Mayer ebenfalls ihre Einzel gewonnen hatten, stand es plötzlich 6:5 für Frankfurt. Max Hirsch, der sich auf der vorletzten Bahn mit einem sensationellen Putt die Chance auf eine Punkteteilung erkämpfte, verzog seinen Abschlag auf der „18“ leicht und konnte das Loch mit seinem Widersacher nur noch teilen. Damit stand es 6:6.

Über den Einzug ins musste ein Stechen entscheiden. So wie beim letzten Halbfinal-Vergleich 2014, damals siegte St. Leon-Rot. So sah es zunächst auch diesmal aus. Auf der Bahn neun fanden jeweils drei Duelle bis zur Entscheidung statt. Mayer verschlug einen Drei-Meter-Putt und verlor dadurch gegen Allen John. Euler gewann gegen Philipp Katich beim zum zweiten Mal auf dem neunten Grün mit einem Birdie-Putt aus gut fünf bis sechs Metern. Röhrig und Daniel Becker spielten das 140 Meter entfernte Loch drei Mal mit der gleichen Schlagzahl. Im vierten Versuch blieb der Birdie-Putt des Frankfurters nur Zentimeter neben dem Loch liegen. Becker schenkte ihm das Einlochen, musste aber seinen Putt verwandeln, um wieder einen Gleichstand zu erzielen – doch er verfehlte.

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