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Bowling: Der BC Blau-Gelb schwingt sich zum dritten Frankfurter Damen-Bundesligisten auf

Von Mit dem unerwarteten Durchmarsch in der Zweiten Bowling-Bundesliga schrieben die Damen des BC Blau-Gelb Frankfurt Geschichte.
Mit Schwung zum Aufstieg: Kanittha Pohl war eine der Leistungsträgerinnen bei Blau-Gelb. Foto: Christian Klein (FotoKlein) Mit Schwung zum Aufstieg: Kanittha Pohl war eine der Leistungsträgerinnen bei Blau-Gelb.
Frankfurt. 

Sie waren in die Saison gegangen, um in ihrem ersten Jahr auf Bundes-Ebene herauszufinden, ob es mit der Aufstiegsmannschaft reichen würde, die Klasse zu halten. „Wenn nicht, ist es auch kein Beinbruch. Dann haben wir neue Erfahrungen gesammelt und können uns ewig daran erinnern, einmal auf diesem Level gespielt zu haben“, hatte vor dem ersten Spieltag Uta König gesagt. Und was meinte die Spielführerin des Bowling-Zweitligisten BC Blau-Gelb Frankfurt am Sonntag um 14.38 Uhr, als fest stand, dass der Neuling nicht nur die Klasse gehalten, sondern den Durchmarsch in die Bundesliga geschafft hat? „Mit so etwas haben wir nie und nimmer gerechnet. Wir haben Vereinsgeschichte geschrieben. Ich bin einfach sprachlos und kann es irgendwie nicht fassen.“

Das Saisonfinale kostete Nerven. Die Blau-Gelben gingen als Tabellenzweiter in den letzten Spieltag, der auf den ihnen vertrauten Bahnen in Frankfurt-Eschersheim durchgeführt wurde. Die beiden ersten Begegnungen wurden verloren, die Konkurrenz kam heran, der zweite Platz, der noch zur Teilnahme am Aufstiegsduell berechtigte, geriet in Gefahr. Dann folgten Siege gegen BC Aschaffenburg, BW Stuttgart und Cosmos Stuttgart. Den ersten Tag beendeten die Lokalmatadorinnen also doch noch mit 6:6 Punkten.

Die Vorentscheidung – und wie sich später zeigen sollte, war es dann sogar die Entscheidung – sollte im ersten Match des zweiten Tages fallen. Bajuwaren München war inzwischen gleichauf. Blau-Gelb bewies gute Nerven und gewann das direkte Duell (823:770). Genau um diese für den Sieg vergebenen zwei Punkte lag Frankfurt am Ende vor dem Team aus der bayerischen Landeshauptstadt.

Auch wenn der Aufstieg insgesamt ein Triumph des Teamworks war, setzten zum Abschluss in Frankfurt vor allem drei Spielerinnen die Akzente: Cornelia Weitzel (Schnitt 194,67), Kanittha Pohl (194,29) und Uta König (191,34), die mit einem Saisonschnitt von 190,25 sechstbeste Spielerin der Zweiten Bundesliga Süd wurde.

Nun standen die Frankfurterinnen also im Aufstiegsfinale, waren da aber krasser Außenseiter. RW Lichtenhof gewann nicht nur den sechsten Start in Frankfurt, sondern lag während der gesamten Saison weit vor der Konkurrenz.

Als Lohn für den ersten Platz bekamen die Nürnberger im Best-of-Five-Finale, das nach dem Baker-System gespielt wurde – die vier Spielerinnen wechselten sich von Frame zu Frame – einen Punkt als Bonus geschenkt. Zwei Siege hätten Lichtenhof zum Aufstieg gereicht, Frankfurt benötigte derer drei.

Was dann in Eschersheim passierte, lässt sich schwer beschreiben. Die erste Serie gewann der BC Blau-Gelb souverän, die Nürnbergerinnen gingen aber erneut in Führung und waren nun nur noch einen Sieg vom Aufstieg entfernt. Und erneut zeigte sich, was für gute Nerven die Frankfurterinnen haben. Das vierte Match gewann Blau-Gelb mit dem letzten Wurf 169:168. Es stand also 2:2. Jetzt musste die Entscheidung fallen.

Es ging wieder eng zu. „Vielleicht, weil wir nichts erwartet und nicht so viel gegrübelt haben, während Lichtenhof plötzlich seine Felle davon schwimmen sah“, meinte König den Grund zu kennen, warum ihr Team mit dem hauchdünnen Vorsprung von vier Pins auch das folgende Spiel gewann.

Der unmittelbar danach ausgebrochene Jubel war riesig. Nun kam aber die Frage auf: Aufsteigen oder nicht? „Die Bundesliga ist mit einem größeren zeitlichen, aber vor allem finanziellen Aufwand verbunden. Da stehen die Reisen nach Berlin und Hamburg auf dem Programm. Und in der Bundesliga muss man wesentlich mehr trainieren – zusätzliche Trainingszeiten kosten auch zusätzliches Geld“, erklärte König, warum sich die Mannschaft erst am Mittwochabend traf, um sich zu entscheiden. Das Votum fiel positiv aus. In der kommenden Saison werden drei von zehn Damen-Teams im Oberhaus aus Frankfurt kommen.

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