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Festhallen-Reitturnier: Die Liebe zu Pferden

Von In der Festhalle ritt sie schon Seite an Seite mit Weltmeistern und Olympiasiegern. Der diesjährige Auftritt von Anna-Maria Grimm, der besten Reiterin aus dem Kreisreiterbund Offenbach, war allerdings ein überschaubarer.
Auf dem Sprung: Anna-Maria Grimm und die zehnjährige Gerlinde in der Festhalle. Foto: Jan Reumann (www.premium-images.de) Auf dem Sprung: Anna-Maria Grimm und die zehnjährige Gerlinde in der Festhalle.
Frankfurt. 

Die internationalen Springprüfungen, die sie hätte reiten können, musste Anna-Maria Grimm absagen. Ihre Stute, die zwölf Jahre alte Carla, ist erkrankt. Da sie zudem gestern eine Klausur im Rahmen ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau schrieb, hätte sie erst zum Weltranglistenspringen in der Frankfurter Festhalle antreten können. Doch die Anstrengung, auf Anhieb über 1,50 Meter hohe Hindernisse gehen zu müssen, wollte sie der zehnjährigen Gerlinde nicht zumuten.

Deshalb entschloss sie sich, nur am Hessentag im S-Springen zu starten. Dieser Auftritt dauerte aber nicht lange: Die sonst so aufmerksame Stute war diesmal völlig unkonzentriert, so dass die Reiterin nach einigen Fehlern aufgab.

„Bedauern tue ich mein Kommen aber nicht. Die Atmosphäre in der Festhalle ist etwas Besonderes. Ich bin zum dritten Mal hier. 2015 gewann ich am Hessentag eine Prüfung, im vorigen Jahr war ich Vierte und durfte dann auch in den internationalen Prüfungen an den Start gehen.“ Es sei schon ein eigentümliches Gefühl, auf dem Abreiteplatz neben einem Olympiasieger sein Pferd vorzubereiten. „Das lenkt ab, man wird nervöser“, schließlich wolle man von den Größen des Reitsports etwas lernen.

Eine stolze Anna-Maria Grimm und Stiftungs-Vorstand Daniel Kircher.
Eine besondere Auszeichnung und Förderung

Das Missgeschick im Parcours war schnell vergessen. Abends nahm eine strahlende Anna-Maria Grimm im VIP-Bereich eine lukrative Auszeichnung entgegen: Das Stipendium der Dieter-Hofmann-Stiftung,

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Inzwischen hat die 18-jährige Reiterin einige internationale Starts hinter sich. Im Großen Preis von Linkenheim, einer Drei-Sterne-Prüfung, belegte sie Rang sechs, desweiteren platzierte sich auch bei einem Wettkampf in Holland. In Aachen wurde sie in diesem Jahr Zweite bei den Deutschen-Junioren-Meisterschaften. Dort gelang ihr vor zwei Wochen als Mitglied des Team Hessen auch der Sieg beim Salut Festival. Es war der erste Triumph einer hessischen Landesauswahl seit der Premiere des Wettbewerbs vor 30 Jahren.

Anna-Maria Grimm, die für 2018 in den deutschen Kader der Jungen Reiter aufgenommen wurde, startet zwar für den RFV Viernheim, sie wohnt aber im heimischen Rödermark-Urberach auf dem 1979 erbauten familieneigenen Birkenhof, wo sie auch ihre Pferde auf die kommenden Aufgaben vorbereitet. „Ich bin nicht nur Reiterin, ich liebe die Pferde. Die bekommen bei uns eine spezielle Offenstallhaltung“, erzählt die 18-Jährige, die schon in ihren Kindertagen im Sattel saß.

Die Pferde sind nicht in einer Box fest untergebracht, sondern haben die Möglichkeit, sich nach eigenen Bedürfnissen 24 Stunden lang frei zu bewegen. „Die Türen der Boxen bleiben den ganzen Tag offen. Die Pferde entscheiden selbst, ob sie drinnen oder draußen sein wollen, sie können auch nachts auf die Koppel.“

Artgerechte Haltung

Diese Idee und Philosophie geht auf Bettina Markovic-Grimm zurück, die Mutter von Anna-Maria, die selbst früher geritten ist. Sie führte es erst bei Freizeitpferden ein. „Es eignet sich aber auch für Sportpferde. Diese artgerechte Haltung ist optimal ausgerichtet auf die Atemwege und den Bewegungsapparat unserer vierbeinigen Freunde“, betont Anna-Maria Grimm. Pferde, die früher schreckhaft waren, seien nun viel ruhiger und entspannter, was sich im Sport positiv bemerkbar machen würde. Verletzungen würde es Freien kaum geben, eher schon in den Stallungen.

In den Ställen stehen insgesamt 28 Pferde. Acht davon, fünf- bis 13-jährig, werden von Anna-Maria geritten. Außerdem kümmert sie sich auch um die Reitschule, die auch etwas anders ist. „Es sind keine typischen Schulpferde“, so Anna-Maria Grimm. Der Reitunterricht werde auf Sportpferden erteilt, die maximal 15 Jahre alt sind und fast alle sofort ein Turnier der Klasse M bestreiten könnten. „Sie sind nicht sportuntauglich, nur nicht gut genug für S-Prüfungen.“ Kein Pferd bekomme mehr als drei verschiedene Reiter.

Zurzeit fehlt Zeit

„Mein Problem ist momentan die fehlende Zeit. Schule, Ausbildung, Reiten, Turnierbesuche, das beansprucht mich voll und ganz. Für Freizeit bleibt mir keine Zeit übrig.“ Im April wird Anna-Maria Grimm ihr Fachabitur machen, danach kaufmännisch in der Firma der Eltern arbeiten, die dem Abfüllen und Verpacken von Lebensmitteln und Pharmazie widmet. Das Augenmerk wird jedoch aufs Reiten gelegt. Dort will die junge Amazone noch größere Bekanntheit erreichen.

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