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Fußball: Die „Spaß-Gemeinschaft“

Erstmals in der 73-jährigen Vereinsgeschichte spielt die SG Bornheim/Grün-Weiß in der zweithöchsten hessischen Liga.
„uffgestiegen“ & Pokalsieger: Mit dem 2:2 in Dortelweil am vorletzten Spieltag machten die Bornheimer den Aufstieg perfekt. Danach wurde ausgelassen gefeiert – natürlich in extra angefertigten T-Shirts. Foto: Christian Klein (FotoKlein) „uffgestiegen“ & Pokalsieger: Mit dem 2:2 in Dortelweil am vorletzten Spieltag machten die Bornheimer den Aufstieg perfekt. Danach wurde ausgelassen gefeiert – natürlich in extra angefertigten T-Shirts.
Frankfurt. 

Im vergangenen Sommer machten die Verantwortlichen der SG Bornheim/Grün-Weiß eine vielbeachtete Aussage: „Unser offizielles Saisonziel ist der Aufstieg in die Verbandsliga.“ Der Vorgabe folgten Taten, in der neuen Saison spielen die Bornheimer nun in der zweithöchsten hessischen Liga.

Dabei profitierten sie vom Aufstiegsverzicht des FC Kalbach als Meister der Fußball-Gruppenliga Frankfurt West. Als Tabellenzweiter durften die Frankfurter somit direkt aufrücken und ersparten sich die Aufstiegsrunde.

„Wir haben große Vorfreude auf das Abenteuer Verbandsliga“, betont Trainer Maik Rudolf. „Es ist einfach unbeschreiblich, wie das mit unserem überschaubaren Budget zustande kam. Man nimmt uns jetzt außerhalb des Vereins anders wahr. Schönen Fußball traute man uns schon zu, aber weniger, dass wir über eine ganze Saison erfolgreich sein würden.“

Auch in der Verbandsliga werde es laut Rudolf finanziell keine großen Sprünge geben. Co-Trainer Daniel Krieg-Lieberich hat für die neue Situation schon einen passenden Vergleich gefunden: „Im Orchester der Verbandsliga sind wir die Triangel.“ Schon in den 80er-Jahren stellten Klaus Schmidt, Harald Seehausen, Ulrich Fliess und Hannes Breining-Rütters die Weichen für eine neue Ausrichtung, von der der Verein bis heute profitiert. Aus der jetzigen Mannschaft stammen immerhin Mario Koch, Benjamin Beutel, Janis Cordes, Niklas Troll, Dennis Borchardt, Bela Schuster und Paul Schmanke aus der eigenen Jugend. Rudolf unterstreicht: „Sie werden auch in der kommenden Runde wieder mit dabei sein. Möglicherweise kommt es aus beruflichen Gründen noch zu Abgängen, aber der Kader bleibt ansonsten beisammen. Dazu kommen noch Neuzugänge, die charakterlich zu uns passen.“

Nachdem der Aufstieg feststand, konnte sich der Coach kaum vor Bewerbungen retten: „Innerhalb von drei Tagen hatten wir 30 Bewerbungen, teilweise vorgetragen durch Spielerberater. Finanziell waren da auch unmögliche Forderungen dabei. Andererseits wussten die Bewerber gar nichts über unseren Verein.“ Den Anforderungen wurden dann aber Kevin Wille (Alemannia Nied), Nabil Kabbouz (Viktoria Kelsterbach), Torben Grill (Usinger TSG), Amin Asli (Blau-Gelb Frankfurt) und Oktay Bulut (Dersim Rüsselsheim) gerecht, die den Kader in Quantität und Qualität weiter verbreitern sollen.

In absehbarer Zeit rechnet das Trainerteam, zu dem neben Rudolf und Krieg-Lieberich auch die Coaches der Zweiten Mannschaft Afom Haile und Pascale König gehören, mit Nachrückern aus der Nachwuchsabteilung, denn die ist recht gut aufgestellt. Neben der A-Jugend, die soeben in die Verbandsliga aufstieg, spielt die B-Jugend ebenfalls in der Verbandsliga und die C-Junioren mit dem jüngeren Jahrgang in der Gruppenliga. „SG bedeutet für uns und die restlichen Teams mittlerweile ,Spaß-Gemeinschaft‘“, formuliert Rudolf. „Es war ein weiter und steiniger Weg in die Verbandsliga. Daran haben auch schon die langjährigen Trainer Jörg Loutchan und Achim Hallstein in der Vergangenheit mitgewirkt. Mit all unserer Leidenschaft und dem ,Bornheim-Gen‘ haben wir es nun geschafft. Egal, was jetzt passiert, bei aller Demut und allem Respekt werden wir weiter Spaß haben, weiter offensiven Fußball spielen und dabei jeden Moment und jedes Tor genießen.“

Auch das Team um die Mannschaft wurde erweitert. Zum Bereich medizinische Betreuung und Athletik kommen neben Denis Schaffhauser und Stefan Riegler zur neuen Saison auch noch Eduardo Waschburger und Chiara Tommek hinzu. Schon am 23. Juni ging es los mit dem ersten Training. Zeit genug also für die Vorbereitung auf den ersten Spieltag, der am 5. August auf dem heimischen Kunstrasen an der Seckbacher Landstraße/Berger Straße stattfindet. Rudolf und seine Mannen erwarten dann Mitaufsteiger FFV Sportfreunde, gegen den am 24. April mit einem 2:1 im Finale der Kreispokal gewonnen wurde.

Das Saisonziel ist von Rudolf klar definiert: „Es geht für uns nur um den Klassenerhalt. Dafür muss viel passen und wir müssen Woche für Woche an unsere Grenze gehen.“ So sieht es auch Vereinschef Kolja Müller: „Der Klassenverbleib wäre für uns wie eine Meisterschaft. Der Aufstieg in die Verbandsliga ist der größte Erfolg in unserer Vereinsgeschichte und macht uns besonders stolz, weil wir es mit geringen finanziellem Mitteln und mit einem Stamm von Spielern aus unserer eigenen Jugend geschafft haben.“

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