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Kunstturnen: Eintracht Frankfurt will in der Zweiten Liga nichts mit dem Abstieg zu tun haben

Schluss mit dem Image der „Fahrstuhlmannschaft“: Eintracht Frankfurt deutete mit dem überzeugenden Sieg gegen Oberhausen ihr Leistungspotenzial an. Abstiegskampf soll diesmal kein Thema sein.
Eintrachtler Peter Seufert zeigte eine ganz starke Vorstellung am Seitpferd. Foto: Christian Klein (FotoKlein) Eintrachtler Peter Seufert zeigte eine ganz starke Vorstellung am Seitpferd.
Frankfurt. 

Eduard Yermakov und Raman Antropau waren zum ersten Mal in Frankfurt. Kennengelernt haben sie die Stadt aber nicht. Der Ukrainer und der Weißrusse kamen in die Mainmetropole, um die Kunstturnriege von Eintracht Frankfurt zu verstärken. Daher hielten sie sich nur in ihrer Unterkunft und tags darauf in der Wolfgang Steubing Halle am Riederwald auf. Das Wichtigste aber war: Ihr Team besiegte im Auftaktduell der Zweiten Bundesliga Nord die KTT Oberhausen 45:25.

Vor allem der 20 Jahre alte ukrainische Meister Yermakov hatte am Erfolg einen großen Anteil. Besonders seine Ringe- (Tageshöchstwertung 14,35 mit technischem Ausgangswert 5,5) und Barren-Übungen (13,75 mit 5,3) waren sehenswert und anspruchsvoll. Einen ähnlich hohen Ausgangswert (5,2) hatte auch der Sprung des Ukrainers, doch er landete bei seinem sehr hoch gesprungenen Roche (Überschlag mit Doppelsalto) zu tief und außerhalb der Abgrenzung, wofür es Abzüge gab. Antropau stellte sich am Seitpferd und am Reck vor und holte dabei trotz einiger Unsicherheit sieben Scorepunkte. Dies verdankte der 18-Jährige aus Minsk ebenfalls den hohen Ausgangswerten. „Die liegen alle im Bereich 4,5 bis 5,5, also einen halben bis Dreiviertelpunkt mehr als bei den anderen“, erläuterte Eintrachts Ligaverantwortlicher Michael Schmidt. Da der ebenfalls vorgesehene Weißrusse Dzianis Sanuvonh wegen einer Verletzung absagen musste und künftig wegen der WM-Vorbereitung nicht zur Verfügung stehen wird, bestreiten Yermakov und Antropau die komplette Saison.

Doch es waren nicht nur die beiden Ausländer, die sich mit dem Holländer Rick Jacobs packende Duelle lieferten, die Trainer Florian Krick zu gefallen wussten. Der Turner des Regionalligisten TSG Sulzbach, der wegen einer Verletzung pausieren muss und das Training der Eintracht-Zweitliga-Riege übernahm, lobte die sehr soliden Leistungen von Peter Seufert und Niklas Neuhäusel.

Seuferts Glanzvorstellung

Der Druck, der zunächst dadurch vorhanden war, dass Oberhausen zu den Teams auf Augenhöhe gezählt wurde und man einen Sieg als Basis für den Klassenerhalt legen wollte, wich nach der Hälfte des Wettkampfes beinahe schon einer Euphorie. Die Adlerträger, die am Seitpferd, dem bisherigen Schwachpunkt, dank Seuferts Glanzvorstellung (Schmidt: „Seine beste Übung an diesem Gerät überhaupt“) am höchsten gewannen (13:0), führten sehr deutlich mit 30:8. Obwohl die sehr starke Ringe-Vorstellung von Neuhäusel (Ausgangswert 4,5) aus unverständlichen Gründen um 3,5 Punkte extrem abgewertet wurde.

Doch dann passierte Niklas Volk am Sprung ein Missgeschick. „Der Anlauf hat schon nicht gepasst. Um abzubrechen, war es zu spät, also sprang ich alles oder nichts ab, bin leider am Tisch mit dem Fuß hängen geblieben. Dadurch zählte der Sprung nicht“, erzählte der 21-Jährige. Das ergab die höchste – und sehr seltene – Scorewertung von 0:10. Der Sprung, normalerweise die Paradedisziplin, ging mit 3:11 verloren. Was auch am Fehlen der verletzten Spezialisten Marvin Lauer und Tim Schneider lag.

Als am Barren Neuhäusel und Seufert beim Abgang stürzten, schrumpfte der Vorsprung auf zehn Punkte. Zum Glück machte Volk seinen Fehler wieder wett. Er zeigte eine beinahe perfekte Übung und holte damit vier Scorepunkte. „Die Jungs haben mich nach dem Sprung getröstet, mir dann gut zugeredet und mich ermuntert und aufgebaut“, erklärte Volk strahlend.

Der Rest war nur noch Formsache. Bei jeder Übung wurde der Schwierigkeitsgrad etwas gesenkt, es galt, die Übungen nur sauber und sicher zu präsentieren. Das gelang auch, wobei dank Antropau und Volk der Abstand noch einmal deutlich vergrößert wurde.

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