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Frauenfußball: Eintracht will wieder im Aufstiegskampf ein gewichtiges Wort mitsprechen

Nach dem knapp verpassten Aufstieg in die Zweite Liga starten die Frauen von Eintracht Frankfurt am Sonntag bei Aufsteiger Jahn Calden und nehmen runderneuert einen neuen Anlauf.
Trägt jetzt den Adler auf der Brust: Die ehemalige dänische Nationalspielerin Lise Munk, stolz vorgestellt von Eintracht-Abteilungsleiter Ottmar Ulrich (links) und dem neuen Trainer Stefan von Martinez. Trägt jetzt den Adler auf der Brust: Die ehemalige dänische Nationalspielerin Lise Munk, stolz vorgestellt von Eintracht-Abteilungsleiter Ottmar Ulrich (links) und dem neuen Trainer Stefan von Martinez.
Frankfurt. 

Die Trainerfrage ist bei Eintracht Frankfurts Fußballerinnen schon lange geklärt. Bereits zum Ende des erfolgreichen Meisterschaftskampfes in der vergangenen Saison in der Regionalliga Süd ließ Abteilungsleiter Ottmar Ulrich durchblicken, dass man sich mit einem Kandidaten einig sei. Mit Stefan von Martinez kehrte dann ein bekanntes Gesicht an den Riederwald zurück, der vor seinen Stationen bei den Zweitligisten 1. FFC Frankfurt II und TSV Schott Mainz zwischen 2009 und 2013 schon einmal das Sagen in der Zweiten Mannschaft der Eintracht hatte.

„Stefan bringt die fachliche und menschliche Kompetenz mit, hat schon höherklassige Erfahrungen gesammelt. Wir sind überzeugt, dass wir mit ihm einen wichtigen Entwicklungsschritt gehen werden“, erläutert Ulrich. Und von Martinez erklärt: „Die Perspektive bei der Eintracht hat mich überzeugt, das Gesamtpaket ist stimmig. Der Verein ist sehr erfolgsorientiert.“ Der Coach beschreibt sich selbst als „sehr ordnungsliebenden Menschen“ – auch auf dem Platz „soll jede Spielerin wissen, welche Aufgabe sie hat“.

Auch strukturell hat sich die Eintracht stark verbessert und weiter professionalisiert. So steht von Martinez neben Co-Trainerin Gritt Bröning sowie Athletik- und Fitnesstrainer Jörg Podesky seit kurzem auch eine erfahrene Torwart-Trainerin zu Seite. Desirée Schumann hütete in der vergangenen Saison noch das Tor des 1. FFC Frankfurt in der Bundesliga und beendete ihre Karriere nun nach über zwölf Jahren in der Ersten Liga, dem U20-Weltmeister-Titel, drei Deutschen Meisterschaften, zwei Champions-League-Titeln und dem Gewinn des DFB-Pokals. Um athletische und physiotherapeutische Aspekte kümmern sich künftig der Neu-Isenburger Physiotherapeut Björn Reindl, der auch schon die Profis der Eintracht betreute. Als Sportliche Leiterin steht Ulrich die bisherige Co-Trainerin Tina Wunderlich zur Seite.

Einige Veränderungen gab es auch auf der sportlichen Seite. So wurde das Team um neun Neuzugänge ergänzt, die fast alle Zweitliga-Erfahrung besitzen: die dreifache Deutsche Meisterin Meike Weber, Selina Maslo, Valeria Perri (alle FFC II), Jacqueline Heindl (CfR Links Düsseldorf), Nina Neumann (Herforder SV), Lisa Pfretzschner (RB Leipzig) und Larissa Galvez Estrada (College USA) sowie Elis Klein Spindola und Tabea Czech (eigene U17).

„Königstransfer“ Munk

Als Top-Transfer konnte die Eintracht Lise Overgaard Munk vom Brentanobad an den Riederwald locken. 2015 wurde Munk mit 27 Treffern Torschützenkönigin der Zweiten Liga, 2014 gewann sie den DFB-Pokal mit dem 1. FFC Frankfurt. Für die dänische Nationalmannschaft bestritt Munk insgesamt 29 Spiele. Die 29-Jährige hat sich für die Eintracht entschieden, um künftig Sport und Ausbildung besser miteinander kombinieren zu können. „Ich freue mich vor allem menschlich über Lise, weil sie für unseren Kader eine persönliche Bereicherung ist. Sportlich bin ich mir ohnehin sicher, dass sie uns weiterbringt“, so von Martinez.

Nach der kurzen Sommerpause von nur drei Wochen bestand die Aufgabe des neuen Trainers vor allem darin, die vielen Neuzugänge ins Team zu integrieren und den Spielerinnen seine Vorstellung von Fußball zu vermitteln. „Es ging grundsätzlich erst einmal ums Kennenlernen. Die Spielerinnen wollen wissen, wie ich ticke, und ich will die Qualitäten der Spielerinnen auf dem Platz kennenlernen“, erklärt der Trainer, dem dabei unter anderem auch das viertägige Trainingslager geholfen hat. In den Testspielen ging es darum, „Laufwege und Pressingverhalten zu sehen, was man im täglichen Training einzustudieren versucht.“ Auch wenn die Ergebnisse für den Trainer zweitrangig sind, fielen sie doch positiv aus: Neben hohen Siegen gegen unterklassige Clubs gab es auch 4:2-Siege gegen Hessenligist SV Gläserzell und Regionalligist TuS Wörrstadt. Einzig die letzte Partie gegen die U19 der TSG Frankfurter Berg ging mit 4:5 verloren.

Als größte Konkurrenz im Aufstiegskampf bezeichnet der Trainer vor allem den FC Ingolstadt und den 1. FC Nürnberg, „die sich gezielt verstärkt haben“. Aber auch den SC Freiburg II und „das eine oder andere Überraschungsteam“ hat von Martinez auf der Rechnung. Das Saisonziel ist klar: „Als Titelverteidiger wollen wir wieder eine wichtige Rolle im Aufstiegskampf einnehmen. Wir werden nun anders wahrgenommen, aber wir müssen uns nicht verstecken und wollen selbstbewusst auftreten.“ Spielführerin Elena Bläser gibt sich etwas zurückhaltender: „Wir wollen mit uns und unserer Leistung zufrieden sein und mit Spaß an die Sache herangehen.“

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