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Beachvolleyball: Favoriten setzen sich durch

Von Mit Tobias Brand/Jonas Reinhard sowie Pamela Blazek/Marlen Muschter setzten sich beim Hessenfinale in Kriftel die Favoriten durch.
Volleyball im Sand: Eine ebenso unterhaltsame wie aktionsgeladene Angelegenheit. Foto: magguz Volleyball im Sand: Eine ebenso unterhaltsame wie aktionsgeladene Angelegenheit.
Kriftel. 

Quantitativ herrscht in der hessischen Beachvolleyball-Szene seit Jahren eine Stagnation. Die Recken, die einst mit Begeisterung sowohl in der Halle als auch im Sand baggerten und schmetterten, sind in die Jahre gekommen, der Nachwuchs bevorzugt meist die Halle. Und diejenigen, die sich auf Beach spezialisieren, wollen höher hinaus. Für sie ist die Hessen-Serie nicht attraktiv genug. Wenn sie sich für die spektakulären und publikumswirksamen Auftritte im Sand entscheiden, dann in der Regel für solche auf höherer Ebene.

Dieses Problem spiegelte sich auch beim Teilnehmerfeld in Kriftel wieder. Insbesondere bei den Frauen. Nur fünf Paare erschienen, um den hessischen Champion zu ermitteln. „Bedauerlich“, ärgerte sich der Langener Markus Pfahlert, seines Zeichens Vorsitzender der Beachkommission beim Hessischen Volleyball-Verband.

Zwei Gründe zeichneten dafür verantwortlich. Zum einen liefen Vorbereitungsturniere auf die Hallensaison. Ein solches spielte Drittligist SSC Bad Vilbel, ein anderes Zweitligist VC Wiesbaden II. In die Landeshauptstadt gewechselt sind die meisten Spielerinnen der aus der Zweiten Bundesliga Süd abgestiegenen TG Bad Soden, die daher nur mit Akteurinnen der Zweiten Mannschaft vertreten war.

Der andere Grund gilt für jedes Geschlecht und jede Sportart: der finanzielle Anreiz. Schon während der Saison ist die Anzahl der Turniere der Kategorie A + auf zwei gesunken. Weil der Terminkalender der Deutschland Tour viel dichter geworden ist, konnten die starken Spieler kaum an den Turnieren der Hessen Tour teilzunehmen. 1250 Euro für Frauen sowie Männer müssen als Preisgeld bei einem „A +“-Turnier ausgeschüttelt werden. Sponsoren sind aber rar gesät, einen Tour-Sponsor fand der Hessischen Volleyball Verband nicht.

Für das hessische Finale qualifizieren konnte man sich nur über die Rangliste. Das Finale selbst zählt aber nicht als Ranglistenturnier. Und ist daher auch nicht mit Geldpreisen ausgestattet. Die ansprechenden Sachpreise reichten als Anreiz wohl nicht aus.

Matchbälle abgewehrt

So spielten bei den Frauen nur fünf Paare im System jeder gegen jeden. Blazek/Muschter (TG Bad Soden) und Caroline Bode/Sinah Graffert (Gonsenheim) qualifizierten sich fürs Endspiel. Dieses Match war auch das Highlight des Frauen-Wettbewerbs. Gegen Ende des ersten Satzes wurde Marlen Muschter von einer Wespe in den Arm gestochen, der anschwoll und schmerzte. Erst wollte die bei Eintracht Frankfurt sportlich groß gewordene Muschter aufgeben, dann biss sie auf die Zähne. Und zeigte eine große Energieleistung. Das Mainzer Duo führte schon 19:17, 12:7 und später 14:12. Die Bad Sodenerinnen wehrten zwei Matchbälle ab, gewannen den Satz noch 16:14 und holten sich mit dem 15:11 im dritten Satz den Sieg.

Athletisch und kraftvoll

Bei den Männern sah es anders aus. Da waren die 16 vorgesehenen Finalplätze besetzt. Es triumphierte das topgesetzte Paar: Tobias Brand/Jonas Reinhard spielen in der Zweiten Bundesliga für die TGM Gonsenheim, im Sand starten sie aber für die United Volleys Frankfurt, die ihnen Sponsoren besorgen konnten. Nachdem die beiden durch die Vergabe von zwei Wildcards an andere Paare knapp aus dem Teilnehmerfeld der Deutschen Meisterschaft rausgefallen waren, meldeten sie kurzerhand für das Finalturnier Kriftel.

Die beiden 20-Jährigen, die in der Halle Außenangriff spielen, waren athletischer als die Konkurrenz, konnten selbst ein, zwei Meter vom Netz entfernt, wo andere den Ball nur noch einfach übers Netz beförderten, noch kraftvoll schmettern. Das Finale gegen Florian Hannich/Max Müller (Solingen) war eine einseitige Angelegenheit (15:11, 15:6). Mehr zu kämpfen hatten die Turniersieger im Viertelfinale. Da verlangten ihnen die Rodheimer Routiniers Robert Stodtmeister/Tim Wacker im besten Spiel des gesamten Turniers alles ab. Am Ende hieß es 20:18, 15:10. Dass die Rodheimer nur Fünfte wurden, lag daran, dass Stodtmeister ein Opfer der Hitze wurde und im dritten Satz gegen die Krifteler Lokalmatadoren Felix Blume/Sebastian Ruhm (18:16, 14:16, 8:15) kräftemäßig am Ende war.

Im Spiel um Platz drei setzten sich die beiden Allrounder Nicolai Erbs/Mark Tilly (Eintracht Frankfurt/Beachvolleyball Baden-Würtemberg) gegen Blume/Ruhm mit 15:13, 15:7 durch.

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