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Weltklasse-Eisschnellläufer: Frankfurter Paul Galczinsky: Traumziel Olympische Spiele

Von Paul Galczinsky zählt in seiner Altersklasse zu den weltbesten Eisschnellläufern. Die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking hat der Frankfurter schon im Visier – doch erst einmal will er in seiner Altersklasse WM-Medaillen holen.
Fokussiert und bereit für große Ziele: Der Frankfurter Paul Galczinsky hat sich   in seiner Altersklasse zu einem Weltklasseläufer entwickelt. Fokussiert und bereit für große Ziele: Der Frankfurter Paul Galczinsky hat sich in seiner Altersklasse zu einem Weltklasseläufer entwickelt.
Frankfurt. 

Ein Weltklasse-Eisschnellläufer aus Frankfurt? Das passt irgendwie nicht zu dem Außen-Oval der Eissporthalle am Ratsweg. Die Mainmetropole ist zwar der Ort, an dem im 19. Jahrhundert, genau am 2. Januar 1872, der erste überlieferte Eisschnelllauf-Wettbewerb in Deutschland durchgeführt wurde. Doch die aktuelle Bahn eignet sich als Eldorado für das Vergnügen auf den Kufen, weniger für die schnellen Flitzer. Bis zu einem gewissen Level kann man dort üben, für Spitzenleistungen reicht die Qualität des Ovals aber nicht aus.

Dies ist auch der Grund, weshalb Paul Galczinsky zwar nach wie vor für den ESC Dynamo Frankfurt startet, seinen Lebensraum wegen des Sports aber verlegen musste – und zwar nach Berlin. Daheim ist er nur noch ganz selten. Immerhin Weihnachten und Ostern verbrachte er im Kreis der Familie mit den Eltern und Geschwistern. „Schade, ich würde gern mehr daheim sein können, mit meiner elfjährigen Schwester Annegreth um die Wette laufen. Aber hier fehlt es an gleichwertigen Trainingskollegen. Und auch die Bahn reicht für Training, nicht aber für wirklich schnelle Zeiten wie in Berlin aus“, erklärt der beste deutsche Junior.

In der Bundeshauptstadt, in der dortigen überdachten Eisschnelllaufhalle, trainiert der Frankfurter täglich, meistens sogar zweimal. Die Anstrengungen haben sich längst bezahlt gemacht: Paul Gaczinsky schaffte in seinem letzten Junioren-Jahr den Sprung zu den weltbesten Läufern seiner Alterskategorie.

Zuletzt bei der Weltmeisterschaft in Salt Lake City gelangen ihm hervorragende Platzierungen. Der Höhepunkt für den 19-Jährigen war der Gewinn der Silbermedaille im Team-Sprint. Schneller als das deutsche Trio – neben Galczinsky starteten Ole Jeske (Dresden) und Max Reder (Möhnesee) – waren nur die klar favorisierten Südkoreaner mit zwei Olympia-Teilnehmern auf der olympischen Bahn.

Doch damit nicht genug: Galczinsky bewältigte innerhalb von drei Tagen sieben Strecken – und zwar so erfolgreich, dass er im Mehrkampf auf einem hervorragenden fünften Platz landete. „Das in diesem Riesenfeld und mit unglaublichem Niveau“, lobte der niederländische Bundestrainer Erik Bouwman den Frankfurter, der auf jeder Strecke seine persönliche Bestleistung unterbot und dabei zwei deutsche Junioren-Rekorde erzielte. Auf der 1500-Meter-Strecke kam er in 1:46:71 Minuten auf Platz sieben, in allen anderen Wettbewerben landete er knapp hinter den ersten zehn Läufern.

Sehr vielseitig

Die Vielseitigkeit ist die Stärke des Frankfurters, dessen Zukunft aber wohl auf den längeren Distanzen liegt. „Wir haben es in der Vorbereitung aber noch nicht hinbekommen, Pauls Renneinteilung auf der langen Strecke technisch und taktisch zu optimieren. Deshalb waren die 6:39,23 über 5000 Meter das Maximum, aber dort gibt’s noch viel Luft für Verbesserung.“

Bestzeiten und Zugehörigkeit zur Junioren-Weltklasse stellte Paul Galczinsky während der Wintersaison öfters unter Beweis. Beim Weltcup in Inzell war seine beste Platzierung der sechste Rang über 1500 Meter. Über 3000 Meter reichte es unter den Augen von Eisschnelllauf-Legende Erhard Keller, bedingt allerdings durch Leistenprobleme, nur zu Platz zehn.

In Inzell wurde der Frankfurter auch Deutscher Meister im Vierkampf. Auf jeder Strecke war zwar jemand knapp schneller als er, doch die jeweiligen Sieger hatten auch schwächere Resultate. Nicht so Galczinsky, der nirgends schlechter als Dritter war.

Die nächste Weltcup-Station hieß Innsbruck. Da lief es noch besser. Über 1500 Meter und im Team-Sprint reichte es mit Rang drei zu einem Platz auf dem „Stöckerl“, die 3000 Meter beendete Galczinsky als Vierter.

Den letzten Weltcup absolvierten die weltbesten Junioren in den USA in Salt Lake City, unmittelbar vor der Weltmeisterschaft. Galczinsky schlug sich erneut hervorragend. Über 1500 Meter war er wie schon in Innsbruck Dritter, über die Distanz von 1000 Metern Fünfter.

Nun gönnt sich Paul Galczinsky wenige Tage Urlaub. Dann geht es weiter mit Training. Auf Rollen an Fitnessgeräten in den Hallen. Zeit zum Faulenzen gibt es da nicht. 2017 machte er im Frühjahr mit den anderen Kader-Läufern eine Radtour in der Toskana, auch diesmal wird im April auf Rädern Kondition gebolzt.

Seine Junioren-Zeit ist vorbei, ab sofort startet er bei den Neu-Senioren (bis 22 Jahre). Die Konkurrenz ist dort schwächer, seine Aussichten deshalb besser. Zum einen, weil die führenden Koreaner meistens direkt zu den Aktiven wechseln, mit 19 schon so stark sind, um sich mit den weltbesten Männern und Frauen zu messen. Zum anderen, weil die Elite der Läufer bei den beiden Jahrgängen über ihn nicht ganz so stark ist, wie es zuletzt bei den Junioren war.

Nur eine Sprosse

Gern würde Paul Galczinsky bei den Neu-Senioren WM-Medaillen holen. Doch das soll nur eine Sprosse auf der Erfolgsleiter nach oben werden. Sein Ziel sind die Olympischen Spielen 2022. In Peking will er beweisen, dass man auch in Frankfurt Eisschnelllauf so gut erlernen kann, dass man sich mit der Weltelite erfolgreich messen kann.

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