E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 28°C

Teilnehmer-Rekord: Hanauer Doppelsieg beim Frankfurter Silvesterlauf

Von Angenehme Temperaturen weckten zum Jahresausklang Lust am Laufen: Der Spiridon-Silvesterlauf vermeldet einen Teilnehmer-Rekord. Trainingspartner vom SSC Hanau-Rodenbach dominieren das Hauptrennen über zehn Kilometer.
Mehr als 2000 Teilnehmer  gingen an Silvester im Hauptlauf auf die Strecke. Foto: Jan Huebner (Jan Huebner) Mehr als 2000 Teilnehmer gingen an Silvester im Hauptlauf auf die Strecke.
Frankfurt. 

Im Training vereint, getrennt zugeschlagen: Die für den SSC Hanau-Rodenbach startenden Aaron Bienenfeld und Lisa Oed liefen die letzten Wochen vor dem 39. Spiridon-Silvesterlauf gemeinsam, um sich für den Jahresausklang vorzubereiten. Sechs Minuten, nachdem der 20-Jährige in 30:37 Minuten siegreich die Ziellinie überquert hatte, umarmte sich das Duo auf dem Vorplatz der Frankfurter Wintersporthalle. Die um zwei Jahre jüngere Lisa gewann bei den Frauen in 36:19 Minuten ebenfalls den Zehn-Kilometer-Hauptlauf.

Ein anderes Paar kam erst mit Verspätung ins Ziel. Die beiden prominentesten Teilnehmer, Patrick Lange und Laura Philipp vom Triathleten-Team Mainova, gingen die Traditionsveranstaltung nur als schönen Jahresausklang an. Gemeinsam überquerten sie die Ziellinie erst nach knapp einer Dreiviertelstunde. „Ich war um Weihnachten herum krank, wusste daher, dass an Höchstleistungen nicht zu denken ist. Wenn der Körper Signale aussendet, muss man auf ihn hören“, erklärte der Sieger des Ironman Hawaii 2017.

Ein Verzicht auf den Silvesterlauf stand aber für den Zweiten von 2016 nie zur Debatte. „Ich wollte mich hier zeigen, weil ich diesen Silvesterlauf toll finde. Es ist eine tolle Veranstaltung, ein guter Jahresabschluss. Diesmal nahm ich eben nur wie die vielen Freizeitläufer teil, das nächste Mal werde ich wieder um den Sieg mitlaufen.“

Ziel erreicht: Freizeitläuferin Pia Rolfs.
Silvesterlauf Am liebsten mal in Dublin laufen

Normalerweise läuft Pia Rolfs mit zwei Kollegen. Als „Schnecken 69“. Die Mitstreiter waren diesmal aber verhindert, weshalb sie allein unterwegs war.

clearing

Für Laura Philipp war es die erste Teilnahme in Frankfurt. „Ich will es zum Saisonausklang ruhiger angehen lassen, werde die Strecke einfach genießen“, hatte die Deutsche Meisterin auf der Triathlon-Mitteldistanz schon vor dem Start angekündigt.

Ein weiterer Mitfavorit wollte hingegen gewinnen, konnte es aber nicht. Auch da machte der Körper nicht mit. Das lädierte Bein, das dem Lokalmatadoren Tilahun Babsa (Spiridon Frankfurt) während des Laufes Schmerzen bereitete, wird heute operiert. Nicht nur physisch habe er Probleme gehabt. Er sei auch nicht in guter psychischer Verfassung an den Start gegangen. Die Hauptsorge des 20-Jährigen ist die ungewisse Zukunft. Der vor 26 Monaten geflüchtete Afrikaner lebt nur mit einer Duldung hier, muss ständig damit rechnen, abgeschoben zu werden. Der orthodoxe Christ, der in Äthiopien arrestiert und misshandelt worden sein soll, kam nach einer viermonatigen abenteuerlichen Flucht auf einem der vielen Seelenverkäufer erst nach Italien und dann zu Fuß über die Alpen nach Deutschland. Im Flüchtlingslager in Oberursel entdeckte ihn ein evangelischer Pastor, der das Lauftalent zu Spiridon Frankfurt vermittelte. Seit einem Jahr lebt Babsa in einer Flüchtlingsunterkunft in Bergen-Enkheim. Am 23. Februar wurde sein Asylantrag abgelehnt. Sein Verein half ihm bei der Suche nach einer Anwältin, die fristgemäß Widerspruch eingelegt hat. Seitdem wartet Babsa auf eine Entscheidung.

Zudem erfuhr Babsa vor zwei Monaten vom Tod der Mutter. Den Vater, zu dessen Erinnerung Tilahun ein Bild unter der Startnummer trug, verlor er 2011. Dieser wurde als Landwirt enteignet, wehrte sich, musste deshalb ins Gefängnis, wo er ums Leben kam.

Trotz der widrigen Umstände hatte der Äthiopier versucht, seinen Sieg von 2015 und 2016 zu wiederholen. Bis Kilometer 6,5 hielt er mit Bienenfeld Schritt. Auf der Rampe, die von der Unterführung am Gleisdreieck hoch führte, zog der spätere Sieger an, holte sich sofort einen Vorsprung von rund 20 Metern. Im Ziel trennten die Kontrahenten dann zwölf Sekunden. Obwohl Bienenfeld durch die Tempoverschärfung zwischen Kilometer sechs und sieben den schnellsten Abschnitt hinlegte (2:59 Minuten), sah er in dem Rhythmuswechsel den Grund, warum er seine Bestzeit um 0,01 Sekunden verfehlte.

Der Ansturm auf die Startplätze war riesig. Der Veranstalter hatte 700 Startnummern für die Nachmelder vorbereitet, die jedoch nicht ausreichten. „Wir haben Nummern von angemeldeten Läufern, die nicht kamen, erneut vergeben. Ins Ziel des Hauptlaufes kamen 2067 Teilnehmer, zusammen mit den Schülerläufern waren es 2285. Rekord“, freute sich Rennleiter Thomas Rautenberg.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen