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Sprint-Rennen der Achter-Bundesliga: In der Kürze liegt die Würze

Von Die Auftaktveranstaltung der Ruder-Bundesliga lieferte in Frankfurt genau das, was man sich von ihr erhoffte: Ein Spektakel auf dem Main, das von rund 10 000 Menschen begeistert begleitet wurde.
Die Germania-Ruderer legten sich kräftig in die Riemen. Am Ende sprang Platz zwei für den FRG-Achter heraus. Die Germania-Ruderer legten sich kräftig in die Riemen. Am Ende sprang Platz zwei für den FRG-Achter heraus.
Frankfurt. 

Der kurze aber überaus spannende Kampf der beeindruckenden Achter auf einer von überallher übersehbaren 350-Meter-Strecke, in dem oft nur Zentimeter über Sieg oder Niederlage entscheiden, ist das richtige Rezept für kurzweilige Unterhaltung. Die klassischen 2000-Meter-Rennen sind etwas für Leistungsruderer, die spannenden Sprints für die Zuschauer.

Das Bild der Bundesliga-Teilnehmer hat sich dennoch gewandelt. Die Teams, die in der neunten Saison an der Start gehen, sind in den meisten Fällen nicht mehr mit denen bei der Premiere 2009 zu vergleichen. Seinerzeit saßen in den Booten meist Ruderer, die ihre aktive Karriere schon einige Jahre hinter sich hatten. Die Männer der ersten Stunde sind inzwischen berufsbedingt oder aus Studiengründen ausgeschieden, in den meisten Achtern fand ein Generationswechsel statt. „Es gibt Teams, zum Beispiel Dortmund, die treten ab und an mit Olympia- und WM-Teilnehmern an“, erzählt Andreas Baloghy, Schlagmann des auch in Frankfurt siegreichen Abonnements-Meisters Crefelder RC. Die Krefelder selbst, die die Bundesliga seit ihrer Entstehung beherrschen, sind das Gegenbeispiel. „Wir fahren weitgehend unverändert. Nicht nur die Bundesligarennen. Auch normale Regatten, selbst Langstreckenrudern, wie unlängst ein Rennen über zwölf Kilometer in der Schweiz. Das ist für die Schlagtechnik förderlich“, sagt Baloghy, der von Beginn an dabei ist. Sein ein Jahr später hinzugekommener Crew-Gefährte Moritz Koch meint hingegen, dass die Bundesliga ihren Zenit bereits überschritten habe. „Der Modus ist optimal. Fünf enge Rennen an einem Tag, interessanter kann man es gar nicht gestalten. Aber da das Niveau der Mannschaften ständig steigt, die Anforderungen an Trainingsaufwand und Finanzen somit immer höher werden, sinkt die Teilnehmerzahl ständig.“

Jung und ehrgeizig

In Frankfurt hat der Umbruch schon vor zwei, drei Jahren stattgefunden, aktuell ist die Zusammensetzung gegenüber der Vorsaison fast unverändert. „Es sitzen viele junge, ehrgeizige Ruderer im Boot“, sagt Team-Kapitän Ivan Saric, selbst vor gar nicht so langer Zeit noch Mitglied der Nationalmannschaft. Die meisten Fahrer sind in den mittleren „20ern“. Star im Boot ist Jonas Kilthau, der erst vor drei Jahren Weltmeister im Leichtgewichts-Achter war und mit seinen 26 Jahren keineswegs zum alten Eisen zählt. „Ein starker Ruderer hilft, wenn er sich anpassen kann. Das Boot ist aber so stark wie der schwächste Mann“, erklärt dazu Saric, der gerne in der Bundesliga fährt: „Es ist eine tolle Sache für Ruderer, die nicht mehr ganz so intensiv trainieren können, auf hohem Level aber Rudern und ihrem Sport mit Begeisterung treu bleiben wollen“, beschreibt Saric den Prototyp eines aktuellen Bundesliga-Ruderers. Was ihn fasziniert, ist die Kürze, in der die Würze liegt. „Wir trainieren vor allem den Start und die ersten Schläge. Denn das ganze Rennen besteht ja nur aus rund 50 Schlägen. Ein falscher kann da schon entscheidend sein.“

Extra: „Mainhattan Achter“ findet den Anschluss

In der vergangenen Saison fuhr der Rhein-Main-Achter in der Frauen-Bundesliga nur hinterher. „Diesmal wollen wir nicht Schlusslicht werden“, unterstreicht Germania-Vizepräsident Oliver Palme.

clearing

Die Frankfurter mit Maximilian Hinkel, Ivan Saric, Clemens Barth, Jan Kruppa, Moritz Bock, Moritz Reinke, Markus Brich, Andreas Thiem, Steffen Held, Jonas Kilthau und Steuermann Max Schwartzkopff wollen in der laufenden Saison wieder aufs Treppchen und den großen Favorit aus Krefeld ärgern. In der heimischen „Main Arena“ zwischen Untermainbrücke und Holbeinsteg waren die Hessen wieder einmal nahe dran. In den Zeitläufen lieferten sie mit 53,73 Sekunden die zweitbeste Zeit ab, nur 0,08 Sekunden hinter dem Titelverteidiger. Im Halbfinale gegen den Hauptstadtsprinter Berlin war der Germania-Achter das Schnellste der Boote. Beim Finale kamen die zahlreichen Zuschauer am Schaumainkai noch einmal voll auf ihre Kosten. Es ging eng zu, am Ende war der Crefelder Ruder-Club um 0,7 Sekunden schneller als die lautstark angefeuerten Lokalmatadoren.

Die haben nun etwas Zeit, um wieder Kräfte zu sammeln. Der nächste Bundesliga-Renntag findet am 17. Juni in Hamburg statt.

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