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1. JC Samurai Offenbach: In der stärksten Liga der Welt

Von Samurai Offenbach mischt im kommenden Jahr erstmals in seiner fast 65-jährigen Historie in der Judo-Bundesliga mit. Francesco Liotta ist der entscheidende Akteur bei der kontinuierlichen Entwicklung des Clubs.
Beim Judo kann man durchaus mal auf der Nase landen: „Samurai“ Markus Seifert gegen den Bad Homburger Sebastian Kalenberg. Foto: Peter Hartenfelser (Peter Hartenfelser) Beim Judo kann man durchaus mal auf der Nase landen: „Samurai“ Markus Seifert gegen den Bad Homburger Sebastian Kalenberg.
Offenbach. 

Die Bilder sind noch in guter Erinnerung. Am 7. Oktober, es war der letzte Kampftag in der Zweiten Bundesliga Süd, da machte der 1. JC Samurai Offenbach gegen Riesa souverän den Aufstieg perfekt. Auch wenn er vielleicht nicht mehr ganz so leicht ist wie zu seinen aktiven Zeiten, das Samurai-Team ließ es sich nicht nehmen, Francesco Liotta zu schnappen und ihn ein wenig mit Höhenluft vertraut zu machen.

Es „traf“ gewiss den Richtigen: Kein anderer als der 45-Jährige hat an dem Aufstieg in die höchste deutsche Judo-Kampfklasse so großen Anteil wie der kleine Mann, der nicht nur Cheftrainer des Clubs ist, sondern auch Vorsitzender – und dies seit vielen Jahren. Wenn Liotta nicht in dem Verein das Steuer übernommen hätte, dann stünde der 1. JC Samurai nun nicht dort, wo es die Besten hin zieht. Es war freilich ein langer Weg dorthin.

Samurai aus Sizilien

Anfang der 1960er Jahre waren die Eltern von Francesco Liotta von Italien nach Deutschland gekommen. Über die Station Duisburg wurden die Sizilianer, die aus der Nähe von Catania stammen, in Offenbach heimisch.

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Sein drei Jahre älterer Bruder Carmelo nahm Francesco einst mit zum Judo. „Ich bin zum Zuschauen mit in die Humboldtschule gegangen, und habe dann auch mit Judo angefangen“, sagt er. Der Junge hatte schnell Feuer gefangen. „Mit 14 habe ich meine erste Trainingsgruppe geleitet, und mit 20 war ich Cheftrainer“, zählt er auf. Da er die deutsche Staatsbürgerschaft nicht annahm, konnte Liotta nicht an nationalen Wettkämpfen teilnehmen – der Weg, früh als Trainer und Funktionsträger den Verein voranzubringen, war geebnet.

Und Francesco Liotta sorgte bei Samurai für Wirbel. Der Verein, sagt er, war damals im Prinzip nur auf Breitensport ausgerichtet. Damit wollte er sich nicht zufrieden geben. „Früher war hier der Wettkampfgedanke nicht so ausgeprägt. Da wurde zweimal die Woche trainiert – viel zu wenig, um oben mitzumischen“, sagt er. Liotta machte den Trainerschein – und brachte mit Teilnahmen an Seminaren und internationalen Trainingscamps frischen Wind in den Laden. Als Mädchen-Wart fand er Zugang zum Vorstand – und dort traf er auch auf Widerstände, die finanzielle Belastung werde für den Verein zu groß.

Liotta behauptete sich indes. 1997 wurde der umtriebige Sizilianer Vorsitzender des 1. JC Samurai. „Die Finanzen und das Management mussten stimmen. Der JC Rüsselsheim hatte Opel hinter sich, wir mussten Stück für Stück Geld sammeln. Mitgliedsbeiträge decken all die Kosten nicht“, führt er aus.

Doch die mühsame Arbeit lohnte sich. Der Erfolg stellte sich ein, somit wurde der 1. JC Samurai auch interessanter für Sponsoren. In Jana Grenzdörfer brachte der Verein sogar eine mehrfache deutsche Meisterin heraus. „Wir hatten eine Toptrainingsgruppe und haben als kleiner Verein bei deutschen Meisterschaften immer Medaillen gewonnen. Da hat sich schon der eine oder andere darüber gewundert“, sagt Liotta.

Entsprechend führte Cheftrainer Liotta auch die Männer-Mannschaft nach oben. War Offenbach einst nur auf Hessenebene in der Bezirks-, Landes- oder Hessenliga aktiv, so gelang dem 1. JC Samurai später der Sprung in die Regionalliga und Zweite Bundesliga. Und die Krönung folgte 2017. „Es wird nicht einfach bei zwei Absteigern. Die Bundesliga ist die stärkste Liga der Welt, es wird eine große Herausforderung für uns“, betont er.

Auch wenn Francesco Liotta derzeit gesundheitlich etwas angeschlagen ist, er stellt sich den neuen Herausforderungen. Mit der Hafenschule gibt es eine zweite Trainingsstätte, und in der Eso-Sportfabrik werden künftig mit einem größeren Rahmenprogramm die Erstliga-Kämpfe absolviert. „Es ist anstrengend, die Aufgaben wachsen“, sagt er. Deshalb sei es wichtig, ein „gutes Vorstandsteam“ zu haben.

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