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Bowling: Knapp daneben

Von Der BV 77 Frankfurt hat in Berlin die Titelverteidigung nur knapp verpasst. Lokalrivale BC/FTG fiel beim Rundenfinale noch auf Platz fünf zurück.
Der BV 77 Frankfurt, nationaler Vizemeister 2018: (von links) Martina Beckel, Jeannine Barth, Gina-Maria Merkel, Claudia Sawicki, Alexandra Filor und Michaela Göbel-Janka (vorne). Der BV 77 Frankfurt, nationaler Vizemeister 2018: (von links) Martina Beckel, Jeannine Barth, Gina-Maria Merkel, Claudia Sawicki, Alexandra Filor und Michaela Göbel-Janka (vorne).
Frankfurt. 

Zwölf Deutsche Meisterschaften haben die Frauen des BV 77 Frankfurt in den vergangenen 21 Jahren gewonnen, nun sollte eigentlich der 13. Titel folgen. Mit den Routiniers Martina Beckel, Michael-Göbel Janka sowie Alexandra Filor in einer aber durch Jeannine Barth, Gina-Maria Merkel und Claudia Sawicki doch auch stark verjüngten Mannschaft.

Die Entscheidung fiel im erstmalig ausgetragenen Finale, das nach dem sogenannten Baker-System (die vier Spielerinnen wechseln sich nach jedem der insgesamt zehn Durchgänge ab) gespielt wurde. Und da setzte sich Bundesliga-Spitzenreiter Radschläger Düsseldorf denkbar knapp gegen den Titelverteidiger durch.

Keine Medaille zu Eylardis Abschied

Die junge Mannschaft des BC/FTG Frankfurt hat die große Chance auf das Erreichen des „kleinen Finales“ um Platz drei in der Bundesliga noch verspielt.

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Der BV 77 Frankfurt startete in das Rundenfinale in Berlin mit einem komfortablen Vorsprung auf den Tabellendritten BC/FTG Frankfurt. Mit Blick auf die deutlich führenden Rheinländerinnen ging es eigentlich nur darum, den zweiten Platz zu halten, ums ins Endspiel zu kommen. Dies gelang nach einem holprigen Auftakt (zwei Niederlagen) mit sechs Siegen in Folge sehr sicher. Alle sechs Spielerinnen kamen zum Einsatz, um sich für das Finale „warmzuspielen“, wobei die Beste ausgerechnet Michaela Göbel-Janka war.

Ausgerechnet deshalb, weil die langjährige Nationalspielerin erkrankt war und sich so elend fühlte, dass sie eigentlich gar nicht antreten wollte. Doch sie stellte sich in den Dienst der Mannschaft. „Wir sind halt der BV 77. Auch wenn es abgedroschen klingt, der FC Bayern des Bowlingsports. Diesen Geist haben die neu hinzu gekommenen Nachwuchsspielerinnen schnell aufgenommen. Daher konnten wir in einer Bundesliga-Saison, in der wir vor der Runde mit einem Mittelplatz geliebäugelt hatten, nun um den Titel spielen“, erklärte Göbel-Janka.

Das international schon länger praktizierte Baker-System stieß nicht bei jeder Bowlerin auf Gegenliebe. „Es ist aber spannend und für die Zuschauer kurzweilig. Ich fand es toll“, so Göbel-Janka. Düsseldorf bekam als Hauptrunden-Sieger ein Spiel als gewonnen angerechnet und benötigte zum Gesamterfolg (Best of Three) also lediglich zwei weitere siegreiche Durchgänge, während Frankfurt dreimal die Nase vorne haben musste.

Mit einer langen Strike-Serie gewann der BV 77 das erste Duell bärenstark mit 214:188 Pins. Düsseldorf revanchierte sich mit einem 192:163 und kam bis auf ein Spiel an den Titel heran. Nationalspielerin Birgit Pöppler, nicht nur die mit Abstand erfolgreichste Spielerin in Berlin (224,00), sondern auch souverän die beste Spielerin der gesamten Bundesliga, brachte ihr Team im zehnten Frame auf 180 Pins.

Wenn die Knie zittern . . .

Michaela Göbel-Janka, die für den Titelverteidiger als Letzte auf die Bahn ging, brauchte nur die zehn Pins zu fällen, um einen zusätzlichen Anwurf zu bekommen, mit dem sie dann noch einen Pin hätte umwerfen müssen. Der Anwurf war gut. Neun Pins fielen, einer blieb stehen. „Strikes werfen kann jeder. Aber zum Abräumen braucht man gute Nerven. Das ist unsere Stärke“, so die Bowlerin, der bis dahin während des gesamten Spieltages noch kein einziger Räumfehler unterlaufen war. „Ich hätte nie gedacht, dass mir nach so vielen Jahren Bowling, davon 20 als Bundesligaspielerin, die Knie zittern könnten. Doch so war’s. Schon als ich die Kugel losließ, spürte ich, dass sie zu schnell war.“, beschrieb Michaela-Göbel Janka ihr Missgeschick, das dem BV 77 Frankfurt die Chance auf die Titelverteidigung nahm.

„Wir waren trotzdem überglücklich. Das war eine tolle Saison. Unsere Neuzugänge haben sich prima integriert. Nächste Saison werden wir wieder angreifen“, versprach Göbel-Janka. Und auch wieder mit Martina Beckel. Die zweimalige Weltmeisterin war mit ihren 59 Jahren in ihrer 30. Bundesligasaison (nur zweimal war der BV 77 Frankfurt in dieser Ära nicht auf dem Treppchen) immer noch 17. im Schnitt aller Spielerinnen. Eine einmalige Serie, die nächstes Jahr mit der erhofften nächsten Meisterschaft vielleicht den krönenden Abschluss finden könnte.

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