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Eishockey: Leistungsorientiertes Ausbilden

Von Die Löwen wollen ihre Nachwuchsarbeit weiter voranbringen. Ein Verbesserung fängt bei den Trainern an.
Engagiert und auf den Puck fixiert: Die Löwen-Talente in Aktion beim Oster-Turnier. Engagiert und auf den Puck fixiert: Die Löwen-Talente in Aktion beim Oster-Turnier.
Frankfurt. 

Nachwuchs-Bundestrainer Ernst Höfner bescheinigte den Löwen Frankfurt bei seinem Besuch, bei den jüngsten Jahrgängen zu den führenden Eishockey-Vereinen in Deutschland zu zählen. „Ein Lob, das uns freut. Aber auch Anreiz ist, auch bei den älteren Jahrgängen unsere Nachwuchsarbeit zu optimieren“, unterstreicht der Vereinsvorsitzender Frank Jüngst. Um das zu bewerkstelligen, installierte er um seinen Headcoach Toni Raubal ein starkes Trainerteam. „Wir haben eine grundlegende Änderung vorgenommen. Bei uns wird rein leistungsorientiert ausgebildet“, erklärt dazu Raubal.

Um dies zu bewerkstelligen, holte sich der langjährige DEL-Profi (1994 bis 1997 in Frankfurt, 1997/98 in Bad Nauheim) zwei sehr erfahrene und kompetente Trainer in seinen Stab. Der Slowake Stanislav Fatyka, 2014 als Spieler DEL2-Meiter mit den Fischtown Pinguins aus Bremerhaven, ist Koordinator von der U15 und der jüngeren Altersklassen, der Tscheche Bob Kratochvil, als Spieler einst für Straubing am Puck, soll in erster Linie die älteren Talente an den Profisport heranführen. „Die Qualität geht bei den Trainern los. Früher waren das oft Eltern. Jetzt entscheidet alles die Sportliche Leitung. Wir dürfen uns mit Durchschnitt nicht begnügen“, betont Raubal und führt weiter aus: „Wir werden unser Team noch um einen Torwart- und Athletik-Trainer erweitern. Wir suchen auch noch einen Coach, der eine weitere Jugend-Mannschaft übernimmt. Die brauchen wir, ebenso wie einige bauliche Veränderungen, um den vierten Stern im Nachwuchs-Programm des Deutschen Eishockey Bundes zu bekommen.“

Den wiederum brauchen die Löwen, um in der Deutschen Nachwuchs-Liga (DNL, künftig U20-Liga) spielen zu können. Aktuell sind sie in der Division III dabei, langfristig will man sich in der Division II oder sogar I etablieren. „Die in Deutschland dominierenden Spieler in Köln, Berlin oder Mannheim haben auch nur zwei Füße und Hände. Das sind die Gegner, mit denen wir uns langfristig messen müssen“, betont Raubal. Ein ambitioniertes Ziel.

Erst einmal geht es aber darum, 2019 nicht zwangsweise in den regionalen Spielbetrieb heruntergestuft zu werden. Um dem zu entgehen, müssen sich die Löwen in der kommenden Saison für die Schüler-Bundesliga (U17) qualifizieren. „Das ist unser vorrangiges Ziel. Wir wollen rund zehn externe Spieler für die DNL- und die Schüler-Mannschaft holen, die in Gastfamilien untergebracht werden. Interesse von Spielern wie auch von betreuenden Familien ist vorhanden. Doch es reicht noch nicht ganz“, verrät Frank Jüngst.

Das Ausbildungsprogramm soll kontinuierlich laufen, von der Laufschule der Jüngsten (U7) an bis hin zu den ältesten Jahrgängen. Nach der DEB-Reorganisation bilden künftig die Bambinis die U11, die Kleinschüler die U13, die Knaben die U15, die Schüler die U17 und das DNL-Team die U20. „Wir haben aktuell an die 250 Kinder und Jugendliche auf dem Eis und wollen in jeder Alterskategorie ein starkes Team haben“, beteuert Toni Raubal. Das Ziel müsse es seiner Meinung nach sein, DEL2- oder irgendwann wieder DEL-Spieler aus eigenen Reihen heranzuziehen. „Die Jungs müssen eine Perspektive sehen. Es ist wichtig, dass sich die U25 für die Regionalliga West qualifizieren konnte. Sie ist eine sinnvolle Zwischenstation auf dem Weg in den Profi-Sport.“

Durchgehendes Konzept

In der Vergangenheit gab es in den Reihen der Jüngsten stets zwei Teams pro Alterskategorie, in denen die Spieler mehr nach Alter als nach Qualität eingeteilt waren. „Damit ist jetzt Schluss. Wir haben jetzt ein durchgehendes Konzept“, erklärt der Chef-Coach. „Die 16 bis 20 stärksten Akteure bilden stets die Erste Mannschaft. Wobei die vier, fünf talentiertesten auch schon bei höheren Jahrgängen mitspielen. Um auch den anderen Spielern eine optimale Ausbildung zu gewährleisten, sind wir eine Kooperation mit dem ESC Darmstadt eingegangen. Dort können die anderen Spieler mit einer Doppellizenz spielen und zusätzlich trainieren. Es ist eine Win-Win-Situation. Die Darmstädter Mannschaften legen qualitativ wie quantitativ zu. Und wir beobachten unsere Spieler dort ständig“, versichert Raubal.

Noch viel Arbeit

Das Training in der Halle am Ratsweg wurde intensiviert. Mehr Eiszeiten als früher gibt es aber nicht. Jedoch wurden die Trainingspläne umgearbeitet und angepasst. „Jeder Spieler, mit Ausnahme der nur dreimal übenden Laufschule, trainiert viermal in der Woche auf dem Eis und hat ganzjährig mindestens einmal Trockentraining“, so Frank Jüngst. Dieses wird bei der Eintracht am Riederwald abgehalten. „Wir brauchen aber hier einen eigenen Athletikraum. Um Erfahrungen zu sammeln, nehmen die Teams häufig an Turnieren im In- und Ausland teil“, erzählt der Vereinschef. Und Raubal fügt an: „Die Taktik wird dabei großgeschrieben. Sicher ist die erste Voraussetzung, ein guter Schlittschuhläufer zu sein. Aber wer nicht in frühen Jahren lernt, dass Eishockey ein Mannschaftssport ist, lernt es auch später nicht mehr.“ Die Sommer-Vorbereitung beginne praktisch schon im Mai. Da werde der Grundstein für die Kondition gelegt und die Taktik theoretisch einstudiert, gibt Coach Stanislav Fatyka einen Einblick. „Es tut sich viel, vor uns liegt aber noch viel Arbeit. Ich sehe die Löwen auf dem richtigen Weg.“

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