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Tennis: Meister gegen seinen Willen

Von Märchen erzählen von wundersamen Begebenheiten. Was Sven Voigt beim Gewinn der Deutschen Meisterschaft widerfuhr, ist märchenhaft – und wahr.
Applaus, Applaus: Die Leistung von Sven Voigt und seinem Endspielgegner wurde vom Publikum entsprechend und ausgiebig gewürdigt. Applaus, Applaus: Die Leistung von Sven Voigt und seinem Endspielgegner wurde vom Publikum entsprechend und ausgiebig gewürdigt.
Dreieich. 

Sven Voigt vom Tennisverein Buchschlag wurde in Bad Neuenahr Deutscher Meister der Altersklasse (AK) Herren 45 – am Tag seines 45. Geburtstages. Und gleich bei seiner ersten Teilnahme an einem nationalen Titelkampf, die zudem im Einzel gar nicht geplant war. „Ich wollte mit Monika Kamen vom TC Dietesheim im Mixed antreten. Vor drei Wochen bin ich in den Urlaub gefahren und davon ausgegangen, dass ich danach nur diesen einen Wettbewerb bestreite“, schildert Voigt.

Doch dann kam alles anders. Weil für das Mixed der AK 40/45 nicht genügend Meldungen eintrafen, wurde der Wettbewerb gestrichen. Seine Mixed-Partnerin trug ihn daraufhin fünf Minuten vor Meldeschluss noch schnell in die Liste für das Herren-Einzel ein. „Das erfuhr ich im Urlaub. Ich kam erst zwei Tage vor Beginn der Meisterschaft zurück.“ Chancen hatte er sich nicht ausgerechnet. Als Favorit galt Oliver Kesper vom TC Bad Vilbel. Dieser scheiterte im Viertelfinale aber an Marc Pradel vom Ratinger TC mit 2:6, 5:7. Die Finalteilnahme im Doppel gemeinsam mit dem Berliner Christopher Blömeke war da nur schwacher Trost. Zumal es gegen Matthias Müller-Seele/Mathias Huning (Ratingen/Elberfeld) mit 4:6 und 0:6 verloren ging.

Die anderen Favoriten des Einzel-Wettbewerbs schaltete Voigt nach und nach selbst aus. Im Viertelfinale besiegte der Spielertrainer des TV Buchschlag den an Position drei gesetzten Jens Schmitt (Kaiserslautern) in zwei Sätzen. Im Halbfinale bekam er es mit dem an zwei gesetzten Blömeke zu tun, Nummer drei der deutschen Rangliste in dieser Alterskategorie. „Er war sehr stark, aber bei mir lief es super.“ Nach drei Stunden verwandelte er den Matchball zum 3:6, 6:1, 6:3.

Der helle Wahnsinn

Was dann noch folgte, war aus Voigts Sicht der helle Wahnsinn. Vor dem Finale gratulierte ihm noch seine Tochter Svea zum Geburtstag. Dann betrat er den Court, auf dem an Position vier gesetzte Müller-Seele wartete. Der Ratinger, im übrigen 2013 Senioren-Weltmeister im Mixed der AK 45, spielt ein ziemlich unorthodoxes Tennis. Voigt lag nach dem 3:6 im zweiten Satz 4:5 hinten und musste er bei eigenem Aufschlag fünf Matchbälle abwehren, holte sich aber mit Können und Willenskraft mit 7:5 noch den Satzausgleich.

„Ich dachte, er wäre jetzt platt. War er aber nicht“, so Voigt. Er lag wieder 1:4 hinten, der Gegner hatte gar einen Spielball zum 5:1. Den wehrte der Sportwissenschaftler aber ab und glich einige Zeit später zum 4:4 aus. Das Match dauerte mittlerweile fast vier Stunden. Die 1000 Besucher auf der Anlage versammelten sich fast alle um den Court. „Bei Medenspielen sind zehn bis 20 Zuschauer da. Wenn ich Stimmung erleben will, gehe ich zum Fußball nach Offenbach auf den Bieberer Berg. Das hier aber, das war Gänsehautfeeling pur.“ Vielleicht war es das, was ihn noch zusätzlich beflügelte. Er wehrte drei Breakbälle des Gegners ab und beendete nach 4:02 Stunden das Spiel mit 3:6, 7:5 und 6:4 als Deutscher Meister.

Von Boris Becker gelernt und mit der Tochter in einer Klasse

Sven Voigt ist ein Spätzünder – zumindest, was das Tennis anlangt. „Ich habe als Jugendlicher Fußball gespielt, mit 18 in der Landesliga für die SG Nieder-Roden.

clearing
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