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Fußball-Hessenliga: Meisterteam aus Dreieich ist zu gut für Rot-Weiss Frankfurt

Von Schlangen am Kassenhäuschen, Gedränge am Bratwurststand, Kamerateams und Fotografen an jeder Ecke – das alles gehörte genauso zum ersten Heimspiel von Mario Basler als Trainer von Rot-Weiss Frankfurt wie ein ernüchterndes Resultat.
Entscheidender Mann: Tino Lagator (links), hier verfolgt vom Frankfurter Michel Gschwender, brachte Dreieich in Führung und erzielte auch den 3:1-Endstand. Foto: Christian Klein (FotoKlein) Entscheidender Mann: Tino Lagator (links), hier verfolgt vom Frankfurter Michel Gschwender, brachte Dreieich in Führung und erzielte auch den 3:1-Endstand.
Frankfurt. 

„Das ist die beste Mannschaft der Liga und nicht unser Maßstab“, sagte Rot-Weiss Frankfurts Trainer Mario Basler nach dem 1:3 (0:1) gegen Hessen Dreieich, das damit bis auf zwei Punkte an Hessenliga-Tabellenführer TSV Lehnerz heranrückte.

Dabei hatte Rot-Weiss in einem über weite Strecken einseitigen Fußballspiel sogar einmal den Ausgleich erzielt und war beim Stand von 1:2 noch einmal drauf und dran, die phasenweise etwas arg lässig spielenden Gäste zu ärgern. Hessen-Keeper Pierre Kleinheider wehrte einen Kopfball von Ali Zaeteri mit einem Wahnsinnsreflex aber ab (86.).

Als das Treffen der ehemaligen Bundesligaspieler auf den Trainerbänken von Rot-Weiss Frankfurt und Hessen Dreieich mit leichter Verspätung angepfiffen wurde, standen etliche Schaulustige noch vor dem Stadion am Brentanobad nach Karten an. Einige verpassten so den ersten Torschuss der Partie, den Baslers Frankfurter in Person von Christian Pospischil gegen die von Rudi Bommer angeleiteten Gäste abgaben (3.). Danach aber nahm der Favorit das Spiel entschlossen in die Hand und hatte bald Chance auf Chance. Den Auftakt machte Tino Lagator mit einem Flugkopfball, den Rot-Weiss-Schlussmann Riste Shpirov entschärfte (6.). Und um es gleich loszuwerden: Vor allem dem 18 Jahre alten Mazedonier hatten es die „Roten“ vor letztlich 700 Zuschauern zu verdanken, dass sie in den folgenden 20 Minuten nicht gnadenlos untergingen.

Die erste ganz dicke Chance versiebte Dreieich noch ganz alleine. Abassin Alikhil legte quer, und ein Teamkollege stolperte den Ball aus zwei Metern am Tor vorbei (10.). Dann kamen Shpirovs große Auftritte: Erst kratze er den Ball nach Lagators Schuss aus kurzer Distanz mit einem unglaublichen Reflex noch von der Linie (17.), dann hielt er einen Schrägschuss von Lagator und hatte Glück, dass der Nachschuss von Marc Schnier aus allerdings auch spitzem Winkel am Außenpfosten landete (18.). Und auch Schniers Schuss aus 15 Metern parierte Shpirov grandios (22.).

In der 39. Minute war es dann so- weit: Rot-Weiss, das erstmals mit einer Dreierkette verteidigte, bekam den Ball an der Strafraumgrenze einfach nicht geklärt, schließlich konnte sich Lagator die Kugel noch einmal vorlegen und aus 15 Metern gezielt im Eck versenken. In der Nachspielzeit verhinderte Innenverteidiger Damir Topcagic mit Mühe Lagators zweiten Treffer.

Nach der Pause ließ Dreieich den nötigen Zug mitunter vermissen, war aber trotzdem turmhoch überlegen. Daran änderte auch der Ausgleich nichts, den Henok Teklab vorbereitete und Tetsu Horiuchi erzielte (66.). Wenige Minuten zuvor hatte der erst im Sommer aus Frankfurt nach Dreieich gewechselte Andre Fließ frei stehend den Pfosten getroffen (58.).

Lange brauchten die Gäste nicht, um den Ausgleich wegzustecken, auch wenn ihr Trainer nachher wenig Begeisterung für den Auftritt seines Teams in der zweiten Halbzeit aufbrachte. „Wir waren so was von weg aus dem Spiel, so kenne ich meine Mannschaft gar nicht“, sagte Bommer. Allein: Rot-Weiss war körperlich und gedanklich einfach nicht schnell genug, um die vielen weiteren Großchancen der Dreieicher zu verhindern. So kam Luca Scholten bei einer Hereingabe von Andre Fließ zu spät, und Zubayr Amiri konnte zum 2:1 abschließen (72.). Dann war Fließ wieder völlig blank und traf erneut den Pfosten (74.). Beinahe hätte sich der verheerende Umgang der Gäste mit ihren Möglichkeiten noch gerächt – Zaeteri scheiterte mit einem Kopfball knapp an Kleinheider (86.). Ein Punkt wäre auch wirklich arg schmeichelhaft gewesen für die Frankfurter, die dann auch noch den dritten Gegentreffer kassierten: Fließ legte punktgenau auf, Lagator vollendete (90.).

Nun etwas reißen

Mario Basler trug die dritte Niederlage in seinem vierten Spiel mit Fassung. Nun gehe es eben darum, gegen Mannschaften auf Augenhöhe etwas zu reißen. „Wir müssen unsere Punkte nicht gegen Dreieich, sondern gegen Mannschaften wie Griesheim und Steinborn holen“, sagte er. Was man dem nach wie vor in der Pfalz wohnenden Hessenliga-Neuling nachsehen sollte, denn so weit lag er gar nicht daneben: Der nächste Gegner der „Roten“ heißt Steinbach, im nächsten Heimspiel geht es gegen Griesheim, und Watzenborn-Steinberg spielt auch in dieser Liga.

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