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SV Dreieichenhain: Minigolf auf hohem Niveau ist Präzisionsarbeit

Von Auf Gut Neuhof spielten Golfer um Bundesligapunkte, im benachbarten Dreieichenhain Miniaturgolfer um den Turniersieg beim 44. Dreieich-Pokal. Beide Sportarten sind sehr trotz Ähnlichkeit sehr unterschiedlich, beide erfordern aber Geduld, Konzentration und Präzision.
Voll konzentriert bei der Sache: Joachim Mally vom SV Dreieichenhain Voll konzentriert bei der Sache: Joachim Mally vom SV Dreieichenhain
Dreieich. 

„Verdammt. Da war ich ein wenig unkonzentriert“, ärgerte sich Joachim Mally. Warum? Weil ihm auf der 17. Bahn ein „großes Malheur“ passierte. Er erreichte das Loch nicht mit einem Schlag, verdarb sich seinen Score und kam „nur“ auf 20 Schläge. Wer schon einmal Minigolf gespielt hat und sich dabei über den Ball ärgerte, der immer wieder das Loch verfehlte, weiß dieses Ergebnis nach 18 Bahnen einzuschätzen. Der Ärger des 47-jährigen Lokalmatadores vom SV Dreieichenhain war aber auch schnell verraucht. Schließlich belegte er beim 44. Dreieich-Pokalturnier mit 135 Schlägen nach sechs Durchgängen (Schnitt 22,5) einen guten dritten Platz unter 50 Teilnehmern.

Jochen, wie er im Verein gerufen wird, kam zur ersten Berührung mit seiner Sportart erst vor neun Jahren. „Ich machte mit meiner Familie einen Ausflug nach Darmstadt. In Arheilgen haben wir uns spontan entschieden, eine Runde Minigolf zu spielen. Zum ersten Mal. Spaß hat es allen gemacht. Die Familie hat es aber nicht gepackt, mich schon“, schildert der Langener. Nur wenige Tage nach seinem ersten „Match“ trat er der SG Arheilgen, dem in der Bundesliga beheimateten stärksten und größten hessischen Verein in dieser Sportart, bei. „Da hat mir aber die richtige Betreuung gefehlt. Deshalb wechselte ich nach zwei Jahren zum SV Dreieichenhain, wo ich nun seit sieben Jahren aktiv bin.“ Beim SVD könne man eigentlich keine schlechten Erfahrungen machen. „Jeder Neue, der daran interessiert ist, bekommt von uns Tips, praktische wie theoretische.“ Selbstverständlich auch das Equipment. Er selbst habe 500 verschiedene Bälle, die „von fünf Euro bis zu seh hohen Beträgen kosten“.

Der Weg über die Hobbyspielerei mit der Familie oder Freunden zum ernsthaften Betreiben des Spiels sei der häufigste bei Neueinsteigern, berichtet auch Abteilungsleiter und Turnierdirektor Roland Pfeffer, der sich besonders über vier neue Jugendliche im Verein freut. „An Nachwuchs fehlt es. Vielleicht, weil es in unserer Sportart mehr auf Konzentration, Genauigkeit und Routine ankommt und man viel Zeit fürs Training investieren muss. Die jungen Leute bevorzugen meist dynamischere Sportarten.“ Die neuen Spieler sind die einzigen Jugendlichen unter den 25 Aktiven des Vereins.

Viel Training ist nötig

Sein Verein habe die Anlage 2014 von der Stadt für 20 Jahre gepachtet. „Früher hat sie die Stadt betrieben, um den Zustand haben wir uns aber schon immer gekümmert.“ Ebenso wie man sich um die Besucher kümmert. Jeder Freizeitspieler bekommt einen Korb mit vier unterschiedlichen Bällen und Tips, wo er welchen benutzen soll. Die Clubspieler haben eigene Bälle. „Pro Bahn darf nur ein Ball benutzt werden. Bei einem Marathonturnier wie dem Dreieich-Pokal wechselt die Temperatur ständig. Da kann es vorkommen, dass man für eine und dieselbe Bahn morgens einen anderen Ball als am Nachmittag benötigt.“

Die Minigolfer oder Miniaturgolfer sind fast pausenlos im Einsatz. Drei- bis fünfmal in der Woche trainieren sie, mit der Mannschaft oder individuell. Es gibt einen Liga-Betrieb, Meisterschaften, Ranglistenturniere und freie Veranstaltungen, wie den Dreieich-Pokal. „Der SV Dreieichenhain spielt in der Gruppenliga, das ist die fünfthöchste Klasse in Deutschland“, erklärt Pfeffer.

„Unsere Spitzenspieler können hier auch Runden von 20 bis 22 spielen. Jochen Mally hat hier schon zweimal das Traumergebnis von 18 Schlägen, also alle Bahnen mit einem Versuch, erzielt. Der Unterschied zu den Bundesliga-Teams ist die Konstanz. Uns gelingen solche Resultate ab und an. Die spielen es alle und pausenlos.“

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