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Leichtathletik: Nathalie Buschung: Neuer Anlauf in Frankfurt

Von Uli Knapp hat eine weitere talentierte Weitspringerin unter seine Fittiche genommen: Die aus Mittelhessen stammende Nathalie Buschung wechselt in die Trainingsgruppe des Bundestrainers und zur LG Eintracht.
In ihrem Element: Nathalie Buschung landet im Sand – wenn auch für ihren Geschmack offensichtlich zu früh. Foto: imago sportfotodienst (imago sportfotodienst) In ihrem Element: Nathalie Buschung landet im Sand – wenn auch für ihren Geschmack offensichtlich zu früh.
Frankfurt. 

Sportler wollen meistens hoch hinaus. Bei Nathalie Buschung müsste es eher heißen „weit hinaus“. Genauer gesagt: Mindestens 6,50 Meter weit. Um dieses Ziel zu erreichen, schloss sich die 21 Jahre alte Weitspringerin nun der LG Eintracht Frankfurt an. Trainieren wird sie gemeinsam mit Claudia Salman-Rath bei Bundestrainer Uli Knapp. Teils in Saarbrücken, teils in Frankfurt-Kalbach.

Für beide Athletinnen verbessert sich durch Buschungs Wechsel zur LG Eintracht die Situation – findet zumindest der Neuzugang: „Claudia kenne ich schon länger. Meine Familie wohnt in Hünfelden, das ist nicht weit von Claudias Geburtsort Hadamar. Meine Schwester war Sprinterin und hat mit ihr ab und an trainiert. Sie ist ein gutes Vorbild fürs Training, kann mir mit ihrer Erfahrung sehr helfen.“ Und was sagt die Dritte der Hallen-Europameisterschaft mit der Bestleistung von 6,94 Metern? „Das ist eine gute Lösung, ein Glücksfall für beide. Es ist mein erster Winter in Frankfurt mit einem neuen Trainer. Ich finde es optimal, in einer Gruppe zu trainieren. Nathalie hat sehr viel Talent, eigentlich hatte ich von ihr schon mehr erwartet. Ich hoffe, dass sie durch unsere Zusammenarbeit ihr Potenzial ausschöpft.“

Sprintende Mutter

Die junge Athletin hat schon einige Höhen und Tiefen einer Sportlerkarriere kennengelernt. Zur Leichtathletik kam sie durch die Familie. Die Mutter war Sprinterin und Springerin, die um vier Jahre ältere Schwester ging ebenfalls in den Leichtathletik-Verein. Also wollte die sechsjährige Nathalie nicht zurückstecken. Am meisten Spaß machte ihr der Hoch- und Weitsprung sowie der Hürdenlauf. Gern wäre sie Siebenkämpferin geworden. Wenn es da nicht den 800-Meter-Lauf gegeben hätte. „Da habe ich mich immer herausgeredet.“ Beim TSV Kirberg und beim TV Eschhofen war sie mit Zwölf erfolgreiche Vierkämpferin, tendierte eigentlich zum Hochsprung. Als „unglaublich elegant und ästhetisch“ beschreibt sie diese Disziplin.

„Es kommt darauf an, wie man die Misserfolge ...

Vor einem Jahr sah es aus, als würde Nathalie Buschung den Sprung in die deutsche Weitsprung-Elite schaffen. Dann kam aber die Ernüchterung. Grund genug für einen Vereinswechsel.

clearing

Nebenbei machte sie auch noch Ballett, das gab sie jedoch wegen der Leichtathletik auf. 2012 war ein Übergangsjahr. Buschung war im Bundeskader Hochsprung, belegte bei den Deutschen Meisterschaften in ihrer Altersklasse Rang vier, wurde auch Fünfte im Weitsprung. Obwohl sie mit 5,88 Metern ihr Ziel um zwölf Zentimeter verfehlt hatte und deshalb enttäuscht im Stadion herumlungerte, kam die Weitsprung-Bundestrainerin Annett Stein auf sie zu: „Sie fragte mich, ob ich denn wisse, das ich die Meisterschaft hätte gewinnen können. Und sie hat mir gesagt, dass sie mich gern in ihren Kader aufnehmen würde. So bin ich Weitspringerin geworden.“

Zwei Jahre trainierte Buschung beim Königsteiner LV unter der Anleitung vom Trainer Markus Oerter, Event-Manager beim Sportart Frankfurt. Im Winter 2015 erlitt sie einen Bandscheibenvorfall, der aber nicht sofort entdeckt wurde. Sie machte lange Zeit nur Physiotherapie. Dann wurde die Diagnose gestellt, die ganze Saison war hin. „Ich brauchte einen Neuanfang, habe überlegt, zur Eintracht zu gehen.“ Jedenfalls fing Buschung zu früh wieder an, fuhr zur Deutschen Meisterschaft – der Auftritt dort war ein Fiasko: „Ich wollte aufhören, habe mich dann aber entschied, nach Stuttgart zu gehen und dort weiterzumachen. Zwei Monate später bekam ich vom dortigen Trainer Bescheid, dass er niemanden aufnehmen könne.“

So trainierte Nathalie Buschung 2016 alleine. Sie verbesserte ihre Bestleistung im Freien auf 6,18 Meter, in der Halle auf 6,36. Und trat dem Wiesbadener LV bei. Den sie nun nach nur einem Jahr im Unfrieden verließ (siehe Extratext), wie sie nun berichtet: „Ich wollte die Spikes an den Nagel hängen. War menschlich enttäuscht, dachte, das Ganze sei die Mühe nicht wert.“

Inzwischen ist die Krise überwunden, Nathalie Buschung sieht der Zukunft wieder mit Optimismus entgegen. Sie studiert in Wiesbaden Innenarchitektur, trainiert öfters in Frankfurt-Kalbach. Nachdem sie Uli Knapp gefragt habe, ob sie sich Claudia Salman-Rath bei ihm anschließen könne und er dies bejaht habe, sei auch der Wechsel zur LG Eintracht nahe liegend gewesen. „Mein Ziel ist es, an die Leistungen aus dem vergangenen Winter anzuknüpfen, bald in den Bundeskader zu kommen, mit 6,50 Metern in die deutsche Frauen-Elite vorzustoßen. Die letzte Chance für eine U 23-WM wurde in diesem Jahr sinnlos vertan, in meinem letzten U 23-Jahr peile ich die Deutsche Meisterschaft an.“

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