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Fußball: „Nicht im gemachten Nest“

Von Als Familienvater weiß Tomas Pelayo, wie man mit jungen Menschen umgehen sollte. Der Trainer von Germania Schwanheim stellt sich auch nach dem wenig versöhnlichen Jahresabschluss 2017 vor seine talentierte Mannschaft.
Ist keineswegs so skeptisch gestimmt, wie es aussieht: Schwanheims Trainer Tomas Pelayo. Foto: Marcel Lorenz Ist keineswegs so skeptisch gestimmt, wie es aussieht: Schwanheims Trainer Tomas Pelayo.
Frankfurt. 

„Ich finde nicht, dass das Spieljahr 2017 durchwachsen war“, stellt Tomas Pelayo trotz nur vier Punkten aus den letzten sieben Spielen in der Fußball-Verbandsliga Mitte klar. Schließlich sei die Gesamtsituation mit den niedrigen finanziellen Mitteln und der fehlenden Manpower in Schwanheim kein einfacher Nährboden für Erfolg. „Ich sitze eben nicht wie die Kollegen Amstätter in Zeilsheim oder Leopold in Eddersheim im gemachten Nest“, findet der 47-jährige Übungsleiter. Der FC Eddersheim führt die Tabelle an, Vizemeister SV Zeilsheim belegt den vierten Platz.

Nachdem der Club die Saison 2016/17 im Sommer mit einem starken siebten Rang abgeschlossen hatte, begannen die Sorgen: Der junge Torjäger Danyal Tekin wechselte innerhalb Frankfurts zum Gruppenligisten FFV Sportfreunde 04, und die Germania wurde vom Verletzungspech heimgesucht. „Mit Aaron Müller, Dominik Schlee, Vladimir Bogdanovic und unserem Stammtorwart Fabio Begher mussten wir auf etliche Stammspieler verzichten“, schildert Pelayo die personell schwierige Lage der Hinrunde.

Dass sein Team die Talfahrt in der letzten Phase des Jahres 2017 auch noch mit einer 0:3-Derbyniederlage gegen Viktoria Kelsterbach abschloss, ist auch für Pelayo bitter. „Natürlich hätten wir den ein oder anderen Sieg mehr einfahren können, wenn nicht müssen“, gibt der Übungsleiter zu, „wir freuen uns aber jetzt auf die Jungs, die zurückkommen, und wollen das Ziel Klassenerhalt schnellstmöglich angehen.“ Nur weil die Schwanheimer aus sechs Partien im September und Oktober vier Siege und zwei Unentschieden holten, stehen sie mit 24 Punkten auf dem elften Rang vernünftig da.

Allerdings wird wegen fehlender Schiedsrichter noch ein Zähler abgezogen, was dann aktuell Platz zwölf, aber immer noch sechs Punkte Vorsprung auf den ersten möglichen Abstiegsrang bedeutet. Der Punktabzug beschäftigt Pelayo aber nur peripher: „Als wir vor eineinhalb Jahren in Schwanheim übernommen haben, waren die Strukturen noch schlechter. Auf so etwas haben wir als Trainerteam leider keinen Einfluss.“

Die Sinne geschärft

Wenn nach dem Hallenturnier um den Offensiv-Cup am 20. Januar in Kriftel die Wintervorbereitung der Schwanheimer beginnt, sollen alle Sinne für das Ziel Ligaverbleib geschärft sein. Da hält sich Pelayo auch nicht lange mit dem Abgang von Samad Erroubijou auf. Der Mittelfeldspieler kam vom VfB Unterliederbach II aus der B-Liga in den Stadtwald und kehrt nun zu diesem Verein zurück. „Wir haben ihm keine Steine in den Weg gelegt“, sagt Pelayo über den einzigen Winterabgang, „er hat hier mehr Einsätze gehabt, als zu erwarten waren, und gute Leistungen gezeigt. Am Ende hat es aber auch aus beruflichen Gründen nicht mehr ganz gepasst.“ Vor allem die niedrige Trainingsbeteiligung Erroubijous machte es Pelayo leicht, den Mittelfeld-Mann in Richtung Gruppenliga ziehen zu lassen.

Dort möchte er im Sommer möglichst nicht mit seiner Mannschaft ankommen. Deswegen sind „ein bis zwei Verstärkungen“ noch angedacht. „Wir sind nicht blauäugig und sehen, dass auch die Konkurrenz in Bicken, Kinzenbach und Marburg personell aufrüstet“, verrät Pelayo, „deswegen sind wir mit ein paar erfahrenen Spielern in Verhandlungen und wollen vor allem im Sturm und im Mittelfeld nachlegen.“

Ahmed Gök verpflichtet

Mit Ahmed Gök wurden nun schon einmal Nägel mit Köpfen gemacht. Er kommt von Türkgücü Rüsselsheim. Dass der 30-Jährige in 15 Spielen für die Rüsselsheimer „nur“ vier Treffer erzielte, hielt die Verantwortlichen in Schwanheim nicht davon ab, Gök unter Vertrag zu nehmen. „Wir sind absolut glücklich, dass es uns gelungen ist einen der stärksten Stürmer im Main-Taunus-Kreis zu verpflichten“, meint der Cheftrainer.

Schließlich kennt er den Türken aus gemeinsamen Zeiten beim SV Zeilsheim, wo Gök in der Gruppenliga zwischen 2013 und 2016 insgesamt 49 Treffer erzielte und einen großen Teil zum Aufstieg der Grün-Weißen beitrug. Dann hatte er allerdings beim neuen Zeilsheimer Coach Sascha Amstätter trotz zehn Saisontreffern keinen leichten Stand mehr und wechselte im Sommer 2017 in die Kreisoberliga Darmstadt/Groß-Gerau.

Wenn die besagten Winterzugänge einschlagen und mit Müller, Bogdanovic, Begher und zuletzt auch Hicham Mimi einige Leistungsträger genesen zurückkommen, könnten die Schwanheimer beim diesjährigen Punktspielauftakt am 25. Februar in Waldbrunn gleich mal ein Ausrufezeichen setzen. „Vor allem unsere jungen Spieler waren am Ende der Runde platt. Sie können nun regenerieren und sich dann gut vorbereiten“, stellt Pelayo in Aussicht.

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