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Trauriger Abschied: Riederwald verliert letztes Spiel der "Grande Dame" Minka Esser

Von Es gibt unglückliche Niederlagen, deutliche oder aber vermeidbare. Das 2452:2453 der Spielerinnen von Falkeneck Riederwald war aber vor allem selbst verschuldet.
Die „Grande Dame“ Minka Esser in Aktion. Diese Zeiten sind nun (wohl) endgültig vorbei. Foto: Christian Klein Die „Grande Dame“ Minka Esser in Aktion. Diese Zeiten sind nun (wohl) endgültig vorbei.
Frankfurt. 

Eigentlich deutete trotz einer eher bescheidenen Leistung alles auf einen Sieg des Falkeneck KV Riederwald hin. Mit Ausnahme von Tanja Müller (398) waren alle Zweitliga-Keglerinnen mit ihren 100 Versuchen bereits fertig. Auf der Anzeigetafel leuchtete bei Viktoria Miesau, dem Gast aus Rheinland-Pfalz, eine vier Punkte höhere Zahl als bei den Frankfurterinnen. Die routinierte Müller hatte mit dem 99 Wurf abgeräumt, durfte also in das volle Bild spielen. Für eine erfahrene Spielerin, die seit 31 Jahren kegelt und eine Bestleistung von 520 Holz aufweist, eine eigentlich einfach lösbare Aufgabe. Nur fünf Kegel mussten für den Sieg jetzt noch fallen. Doch Müller patzte, es fielen nur drei, die Niederlage war besiegelt.

Das Spiel in die Vollen wurde den Riederwälderinnen ohnehin zum Verhängnis. Hier büßten sie insgesamt 42 Kegel ein. Keine Akteurin konnte die eigentlich in dieser Klasse normalen 300 Kegel in dieser Spielart erzielen. Die jüngste im Frankfurter Sextett – Laura Wenzel, in den bisherigen Partien die beste Spielerin – kam dank eines ordentlichen Abräumens (143) noch auf 431 Holz.

Für Minka Esser, die älteste Spielerin, waren die 429 (146 im Abräumen) der (unfreiwillige) Abschied aus dem Kegelsport. Nach 44 Jahren auf den Bahnen. Die „Grand Dame“ des hessischen Kegelsports, die in zwei Wochen ihren 65. Geburtstag feiert, musste erkennen, dass der lädierte Körper mit den künstlichen Knien nicht mehr „bundesligareif“ belastet werden kann. Sie hatte wie in der Vorwoche versucht, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen und erzielte trotz der Schmerzen noch das zweitbestes Ergebnis. „Die Probleme sind aber zu groß. Der Arzt sagt, dass der Sport für mich zu anstrengend ist. Und so muss ich meine Karriere endgültig beenden“, sagte die frühere Deutsche Meisterin, die auch in den vergangenen Jahren immer noch zu den besten Spielerinnen auf Bundesebene zählte.

Bei ihrem Abschied stand sie immerhin noch einmal mit ihrer Tochter Andrea Lissner-Rubio in einer Mannschaft. In der Zweiten Mannschaft spielt Lissner-Rubio regelmäßig Resultate um die 430 Holz, unter der Anspannung in der Bundesliga kam sie nur auf 407. Dies war aber auch ein wenig der Bahn geschuldet.

Normalerweise wird auf der Anlage in der Motzstraße im Zweitliga-Wettkampf auf den Innenbahnen zwei bis sieben gespielt. Da die Bahn vier jedoch nicht funktionierte, musste man auf die „Acht“ ausweichen. „Eine Knüppelbahn, sehr schwer zu spielen“, erklärte Trainer Klaus Stumpf. Jutta Westenburger, die auch ausweichen musste, kam auf 409, die Gegnerinnen auf 429 und 372.

Keine Erklärung fand der Trainer hingegen für die 382 Holz von Bianca Schauer, die in der vergangenen Saison einen Heimschnitt von 440,8 hingelegt hat. In der laufenden Runde kämpft sie aber mehr mit ihren Nerven als mit den Kegeln auf der Bahn. „Man darf die Niederlage nicht an einer Spielerin festmachen. Wir alle hätten irgendwo zwei Kegel mehr fällen müssen. Ich bin sehr traurig“, sagte Minka Esser nach dem Match. „Für die Mannschaft, die im Kampf gegen den Abstieg den Sieg gebraucht hätte. Und irgendwie auch für mich persönlich, dass ich die Karriere mit einer so unnötigen Niederlage beende.“

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