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Rugby-Verband in Finanznot

Dem Deutschen Rugby-Verband (DRV) droht die Insolvenz. Das neue Führungsduo Ralph Götz (Präsident) und Jürgen Zeiger (Vorsitzender der Rugby-Jugend) will nun die Zahlungsunfähigkeit abwenden.
Hannover. 

Der Zwist zwischen dem bisherigen DRV-Präsidenten Claus-Peter Bach (Planckstadt) und dem Bundesministerium des Innern (BMI) wegen der Nichtbewilligung von Fördergeldern für 2010 war ausschlaggebend dafür, dass der Verband in die Bredouille geraten ist. Das BMI hatte Bedenken gehegt, dass der DRV mögliche finanzielle Zuwendungen für den Schuldenabbau zweckentfremden würde. Der Rückhalt für Bach bei den Vereinen schwand wegen der Querelen immer mehr. Deshalb überraschte es nicht, dass beim Deutschen Rugby-Tag (DRT) in Hannover die Stimmberechtigten den alten Vorstand nicht entlasteten.

Jetzt kämpft der neue Vorstand darum Mittel für dieses Jahr zu erhalten, um die Insolvenz abzuwenden, sagte Zeiger. Laut des Vorsitzenden der Deutschen Rugby-Jugend (DRJ) gehe es um einen Betrag von rund 125 000 Euro. "Wenn die Fördermittel fließen, sind wir durchs Gröbste durch", sagte der 55-jährige Heusenstammer, der auch dem ortsansässigen Bundesligisten RKH vorsteht. Mit dem Rückzug Bachs und der Inthronisierung von Götz (pikanterweise wie Bach Mitglied beim Heidelberger Erstligisten SC Neuenheim) und Zeiger für die nächsten beiden Jahre, deren Wahl sich schon seit einigen Monaten abgezeichnet hatte, stünden nun auch potenzielle Geldgeber bereit, die zur vom BMI geforderten Entschuldung beitragen wollen.

"Es gibt Signale, dass wir finanziell unterstützt werden. Einige haben sich aus den unterschiedlichsten Gründen bisher zurückgehalten", sagte Zeiger dazu. Wer sich hinter den Geldgebern verberge, wollte Zeiger allerdings nicht sagen, da noch keine Verträge unterschrieben seien. Zeiger selbst ist Besitzer mehrerer Autohäuser und unterstützt den RK Heusenstamm.

Keine Pokalspiele mehr

Ebenfalls keine Überraschungen gab es bei den Wahlen der Vizepräsidenten: Michael Schnellbach (Edingen-Neckarhausen) wurde im Amt für den Bereich des Siebener-Rugbys bestätigt, Herbert Lütge (Bad Sooden-Allendorf) ist auch in Zukunft für den Spielbetrieb verantwortlich. Die Führung der Deutschen Rugby-Frauen hat in den kommenden zwei Jahren der Aachener Domenico Rullo inne (das Siebener-Nationalteam belegte vor einer Woche bei der Europameisterschaft in Bukarest den siebten Platz). Das Amt des Vizepräsidenten für Öffentlichkeitsarbeit, zuletzt von Christian Düncher (Offenbach) ausgefüllt, bleibt künftig unbesetzt, weil der DRV in diesem Bereich den Diensten der Agentur Sports-Work vertraut. Mit annähernd 50 000 Euro ist dies für den Verband allerdings eine kostspielige Angelegenheit.

Weiterhin im Amt bleiben die Vizepräsidenten Horst Jahnke (Finanzen/Hamburg), Hans-Joachim Wallenwein (Nationalmannschaften/Dossenheim), Helge Pietrek (Ausbildung/Heusenstamm) sowie Klaus Blank (Schiedsrichter/Eppelheim).

Wegen der Förderung des olympischen Siebener-Rugbys votierte die Mehrheit der DRT-Teilnehmer dafür, den DRV- und Ligapokal abzuschaffen. fri

(Stefan Fritschi)
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