Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Eisstockschießen: Sport für Frühaufsteher

Von Die Frauen von Eintracht Frankfurt haben sich für die Deutschen Meisterschaften im Eisstockschießen qualifiziert.
Konzentriert bei der Sache: Eintrachtler Mathias Roock Foto: Christian Klein (FotoKlein) Konzentriert bei der Sache: Eintrachtler Mathias Roock
Frankfurt. 

Der Blick auf die Eisstockschützen, die in der Frankfurter Eissporthalle an der Bundesliga West teilnahmen, offenbarte schon eine Problemstellung: Die meisten Spieler sind im Seniorenalter, „Nachwuchs“ gab es nur vereinzelt zu sehen. Nur noch sieben Frauen und 18 Männer schießen für die Eintracht. „Wir bieten pro Winter 20 bis 30 Mal Gästeschießen an. Von Firmen wird das Angebot angenommen, viele nutzen es rund um die Weihnachtszeit für ihre Firmen-Feier. In den Verein gekommen sind aus dieser Aktion aber bisher nur zwei Leute“, erzählt Kirsten Schmidt, Mitglied des bei den Frauen in der Bundesliga West siegreichen Mannschaft von Eintracht Frankfurt und Mitglied des Organisatoren-Teams des reibungslos verlaufenden Wettbewerbs.

Es sei nicht einfach, Jugendliche für diese Sportart zu begeistern. Dabei: „Man kann im Winter auf dem Eis wie im Sommer auf Asphalt schießen. Es ist ein familiärer Sport, den alle Generationen im Wettkampf mit- und gegeneinander bestreiten können. Und wer ehrgeizig ist, hat gute Chancen an Deutschen Meisterschaften teilzunehmen“, zählt Kirsten Schmidt durchaus attraktive Pluspunkte auf. Die Eintrachtler können zumindest noch ein Jahr lang im Sommer auf den Asphaltbahnen am Rebstock spielen. Irgendwann soll dort aber ein Parkhaus entstehen, dann müssen die Sportler weichen.

Eisstockschießen ist etwas für Frühaufsteher. Eiszeiten am Nachmittag und am Abend sind teuer. Die Bundesliga-Wettkämpfe in Frankfurt begannen schon um 7 Uhr früh. Zum Training steht die Halle am Ratsweg den Schützen einmal wöchentlich, jeweils donnerstags zwischen 19.30 und 22 Uhr, zur Verfügung.

Ein weiteres Problem ist die geringe Wahrnehmung durch die hiesige Öffentlichkeit – im Gegensatz zum Eldorado des Eisstocksports. Von den 30 000 deutschen Eisstockschützen kommen an die 25 000 aus Bayern. „In jedem Ort ist eine Stockbahn, Eisstockschießen ist ein Schulsport, Turniere gibt es jede Woche mehrere, Eisstockschießen wird im Fernsehen gezeigt. Man wird von den Schulen gefördert, in den Vereinen wird gutes Geld gezahlt. Jeder Vereinswechsel ist finanziell lukrativ“, erläutert Karin Schmidt, Vizepräsidentin des Deutschen Eisstock-Verbandes (DESV).

Die Tochter von Kirsten Schmidt war auch gemeinsam mit der Mutter sowie Marion Steiner und Helga Fink Mitglied der Eintracht-Mannschaft, die unerwartet klar die Bundesliga gewann und sich gemeinsam mit dem RSV Büblingshausen und EC Krefeld für die Deutsche Meisterschaft qualifizierte. Dem EC Eishoppers Bad Nauheim (Daniela Müller, Inge Müller, Verena Reuter, Heike Meinhardt und Ute Döring) fehlten dazu drei Punkte.

Bei den Männern fahren der EC Wülfrath sowie zwei Teams aus Büblingshausen zu den nationalen Titelkämpfen am 27./28. Januar in Ruhpolding. Um den nationalen Titel spielen neben den in Frankfurt Qualifizierten noch je drei Teams aus dem Südwesten, eines aus dem Norden und dem Osten sowie sechs bayerische Vertreter.

Die Männer aus Bad Nauheim (Rainer Pfeffer, Rainer Kendel, Herbert Neumaier, Simon Hahn, Dirk Müller) scheiterten punktgleich mit Büblingshausen nur aufgrund der weniger erzielten Stockpunkte. Eintracht Frankfurt belegte mit dem Team Mathias Roock, Tino Grimmel, Bernd Schifferdecker und Stefan Diegelmann Platz sechs, das andere Team der Adlerträger (Uwe Jakuszewitz, Günter Fink, Siggi Eibegger, Holger Walter, Jens Lesniok) wurde Zehnter.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse