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Alexander Schur stellt seine Biografie vor: VfR Bockenheim: Der Kreis schließt sich

Von Alexander Schur kehrte dorthin zurück, wo er das Fußballspielen erlernte. Der gebürtige Bockenheimer stellte in familiärer Atmosphäre seine Biografie vor.
Eintracht-Idol Alex Schur. Foto: Christian Klein ( FotoKlein) Eintracht-Idol Alex Schur.
Frankfurt. 

Auch wenn der Lärmpegel diesmal nicht mehr in die extremen Höhen ausschlug wie einst am 25. Mai 2003: Als die Hörfunkreportage ihren Höhepunkt erreichte, der Ball im Netz einschlug zum 6:3, da gab es – wieder einmal – reichlich Applaus und Jubel. Für denjenigen, der Eintracht Frankfurt seinerzeit zurück in die Erste Liga köpfte: Alexander Schur. „Es weckt noch mal Gefühle, die ich damals hatte“, sagt Schur.

Etwa 60 Eintracht-Fans oder Freunde aus längst vergangenen (Jugend-)Zeiten hatten sich eingefunden im Clubhaus des VfR Bockenheim. „Hier habe ich meine Apfelsaftschorle getrunken und Flipper gespielt in der Ecke. Für eine Mark gab es drei Spiele“, erinnert „Schui“ an Tage, als er das VfR-Wappen auf der Brust trug. „Mein Vater hat mich schon mit fünf Jahren hierher geschleppt.“ Aus der Metzstraße, das sind etwa 800 Meter bis runter zur Bockenheimer Sportanlage.

Ein Ort, den Alexander Schur später immer wieder aufsuchte. Wenn es hektisch wurde und er Ruhe brauchte, Kraft tanken wollte. „Wenn ich schwierige Momente hatte, habe ich auf dem Platz gestanden – und die Leichtigkeit des Seins hier gespürt. Das habe ich dann mitgenommen“, gewährt er Einblicke hinsichtlich seiner Stressbewältigung.

Viele, viele Jahre trug der Alex die Farben des VfR. Und dies wäre vermutlich auch so geblieben, wenn nicht ein guter Freund und Mitspieler einen Wechsel zum größeren Nachbarn Rot-Weiss gemacht hätte. Und, das vergisst der einst kompromisslos agierende Defensivspezialist nicht zu betonen, dass sein damaliger Jugendtrainer ihm von einem Wechsel abgeraten hätte. Er könne das nicht packen, „bleib’ besser beim VfR“, habe er ihm gesagt.

„Da hab’ ich mir gedacht: ,Dir zeig’ ich’s!‘“ Und wie. Über die Stationen Rot-Weiss und FSV landete Schur 1995 bei der Eintracht. Am Riederwald kickte er zunächst für die U23-Mannschaft. Aus unmittelbarer Nähe verfolgte er den erstmaligen Absturz der SGE aus der Erstklassigkeit nach 97 Jahren. Der Abstieg entpuppte sich für ihn als Glücksfall. „In dieser Depression bin ich hochgespült worden“, sagt Schur und nennt den Grund dafür: „Ich habe nicht viel gekostet und alles gegeben.“ Der Fan aus der Kurve war Profi geworden.

Und Alex Schur schnürte fast bis zu seinem 35. Geburtstag die Stiefel für die SGE. Obwohl, beinahe hätte eine Vertragsverlängerung mit Heribert Bruchhagen nicht geklappt – wegen Unstimmigkeiten über die Dauer. Die Offerte von Alemannia Aachen habe schon unterschriftsreif vorgelegen. „Alle, meine Frau und meine Eltern, waren unglücklich. Da hab’ ich den Bruchhagen noch mal angerufen.“ Und man einigte sich auf einen Kompromiss.

Und das war ein ganz wichtiger, sonst wäre sicherlich seine Biografie „Alex Schur.24: Vom Fan zum Kapitän – Geschichte einer Eintracht-Legende“ nie geschrieben worden. Und es hätte keinen unterhaltsamen Abend gegeben beim VfR Bockenheim. Mit der Lesung im Clubhaus, sagt Schur, „hat sich ein Kreis geschlossen. Hier ist es schöner als im VIP-Raum in der Commerzbank-Arena.“

Er gehörte zu den letzten Gästen an diesem Abend.

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