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Bowling-Bundesliga: Viele Medaillen, aber die goldene fehlt

Von Mit fünf von 20 möglichen Medaillen unterstrichen die hessischen Bowler bei den Deutschen Meisterschaften in Ludwigshafen einmal mehr ihre Stärke.
Reichlich Medaillen sammelten die Frankfurter David Canady und Vanessa Timter bei den deutschen Meisterschaften in Ludwigshafen. Reichlich Medaillen sammelten die Frankfurter David Canady und Vanessa Timter bei den deutschen Meisterschaften in Ludwigshafen.
Ludwigshafen. 

Die wertvollste, die aus Gold, blieb jedoch für alle Hessen unerreicht. Aber: Als einzige Aktive nahm Vanessa Timter vom BV 77 Frankfurt dreimal Edelmetall mit nach Hause. Im Einzel bekam sie nach einer knappen Finalniederlage gegen die Berlinerin Laura Beuthner die silberne Medaille umgehängt. Die gleiche Farbe erhielt sie gemeinsam mit Sonja Heeg (Aschaffenburg) im Doppel. Und im Mixed holte sich Timter an der Seite des Frankfurter Nationalspielers David Canady Bronze.

Auch ein fast perfektes Ergebnis reicht Vanessa Timter ...

Drei Wettbewerbe, drei Medaillen: Vanessa Timter sahnte bei den Deutschen Meisterschaften kräftig ab. Seit ihrem ersten Start bei den Aktiven, 2008 in Berlin, gewann die 31-Jährige insgesamt sechs

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Canady bekam seine zweite Bronzemedaille im Doppel mit Oliver Morig. Auch dieser ist ein Frankfurter, beide spielen aber in der Bundesliga für den Deutschen Meister Finale Kassel. Bronze holte auch Lea Degenhardt. Die zu den größten europäischen Talenten zählende Frankfurterin tritt normalerweise für den BC/FTG an; sie wollte sich aber ihren alten Wunsch erfüllen, einmal mit ihrer guten Freundin Jaqueline Wagener im Doppel anzutreten. Da man sich für die „Deutschen“ bei Landesmeisterschaften qualifizieren muss, wechselte sie für einige Monate den Verein und spielte die Qualifikation sowie das Championat für Hannover, wo der Heimatverein von Wagener beheimatet ist.

Degenhardt sowie die beiden Einzelsieger Laura Beuthner (Kraftwerk Berlin) und Tobias Beier (Arena Team Berlin) waren die einzigen Nachwuchsspieler, die sich positiv ins Bild setzen konnten. Um den Titel kämpften ansonsten nur die üblichen Verdächtigen. Es fehlt an hochkarätigem Nachwuchs.

Die Hauptgründe lägen bei abnehmender Anzahl der Hallen sowie bei deren Betreibern. „Das Freizeitverhalten der jungen Leute hat sich in den letzten Jahren grundsätzlich geändert. Sie gehen gern Bowling spielen – zum Spaß mit einer Clique, binden sich aber ungern an einen Verein. Auch das für den Hochleistungssport intensive Training schmeckt ihnen nicht“, erklärte Gisela Göbel.

Die Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei der Deutschen Bowling Union (DBU) aus Neu-Isenburg sieht aber auch die Ursachen dafür. „Bowling kann man nicht in einer Turnhalle spielen. Bowlinghallen werden immer weniger. Hinzu kommt, dass die Betreiber Freizeitspieler vor Sportlern, die mit Ermäßigungen auf die Bahnen dürfen, bevorzugen.“

Es gebe zwar kleine Bowling-Anlagen. Das Problem sei aber, dass für die Leistungspieler die Bahnen anders geölt werden müssen. Dafür braucht man Maschinen, die vom Computer eingestellt werden. Dies sei zum einen kostspielig, zum anderen seien so geölte Bahnen wiederum für die Freizeitspieler ungeeignet.

Typisch ist die Situation in Frankfurt. Am Henninger Turm und in Oberrad wurden die Bahnen dichtgemacht, diejenige am Rebstock ist klein und veraltet. So bleiben das Bowling-Center in Eschersheim sowie die privat betriebene Anlage in Langen übrig. In Eschersheim, wo die einzige noch bestehende Frankfurter Wettkampf-Anlage steht, herrscht ein so großer Andrang, dass vor 20.30 Uhr nicht trainiert werden kann. „Das ist kein richtiges Training, das ist Bewegungstherapie“, unterstreicht die mehrfache deutsche Meisterin Michaela Göbel-Janka vom BV 77. „Dass dies keine optimale Zeit für Jugendliche ist, braucht man nicht zu betonen“, fügt sie hinzu.

Die routinierte Bowlerin ging in Ludwigshafen leer aus. Sie sei mit den Bahnen nicht zurecht gekommen. „In Ludwigshafen sind die Bahnen sehr schwer zu spielen. Zum einen sind sie sehr unterschiedlich, zum anderen muss man sie spezifisch spielen. Auf keiner anderen Bahn kommt es derart auf ein gutes Räumen an wie hier. Die Pins fallen sehr schwer. In den Doppeln musste man anstatt einer hohen Gasse versuchen, flach auf den Pin 1 zu spielen (Anmerkung der Redaktion: Der vorderste Pin, der die Spitze des aufgestellten Dreiecks bildet). Im Einzel wurde anders geölt, da musste man von rechts einen Bogen spielen.“

Einige kamen damit zurecht, andere halt weniger. Die Platzierungen bewiesen jedoch, dass es keine Zufallsgewinner gab, es setzten sich die besten Bowler durch.

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