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Deutsche Meisterschaften auf dem Main: Wind und Wellen getrotzt

Von Annähernd 100 Paddler nahmen bei der DM in Frankfurt teil. Steigende Mitgliederzahlen versprechen künftig mehr Konkurrenz und Qualitätssteigerungen.
Die Stand-Up-Paddler ringen vor dem Start am Main um Gleichgewicht. Die Stand-Up-Paddler ringen vor dem Start am Main um Gleichgewicht.
Frankfurt. 

Nicht nur die Siegerpose war meisterlich, auch die Leistung des erst zwölfjährigen Maverick Engler. Das Grinsen wollte dem Blondschopf aus Stuttgart nach seinem Start-Ziel-Sieg bei den Deutschen Meisterschaften im Stand-Up-Paddling (SUP), also Stehpaddeln, über die 200-Meter-Distanz im Flachwasser gar nicht mehr aus dem Gesicht weichen.

Bei der dritten Auflage der nationalen Titelkämpfe waren knapp 100 Sportler in den Kategorien Sprint und Langstrecke am Start. So bunt wie die SUP-Bords, war auch das Teilnehmerfeld der Acht- bis 60-Jährigen durchmischt. Denn im Vorfeld gab es für diese Meisterschaft keine Qualifikation. „Jeder durfte sich anmelden“, bestätigt Ansgar Hess vom ausrichtenden Frankfurter Kanu-Verein 1913.

Eine Deutsche Meisterschaft für „jedermann“, ohne vorherige Qualifikationsmaßnahme? Diese Zeiten dürften bald vorbei sein. Die Zahl der SUP steigt nämlich kontinuierlich. Verbände wie der traditionsreiche Deutsche Kanu-Verband, der Deutsche Wellenreit-Verband und die noch junge German Stand Up Paddle Association, die sich aus der Sportart heraus gegründet hat, glauben aufgrund steigender Mitgliederzahlen fest an eine Erfolgsgeschichte. Ganz Verwegene träumen sogar bereits von den Olympischen Spielen.

Von den USA nach Europa

Der Trend Stand-Up-Paddling (SUP) schwappte vor einigen Jahren aus den USA nach Europa. Wer die Sportart letztlich erfunden hat, daran scheiden sich die Geister.

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Die Titelkämpfe im Flachwasser wurden in diesem Jahr das erste Mal gemeinsam von den drei Verbänden ausgetragen. Zugleich begrenzten sie die Vielzahl an Meisterschaften auf ein sinnvolles Maß. Ende Juli fanden auf Fehmarn in Schleswig-Holstein die Meisterschaften im Technical Race statt, in Frankfurt trat die Konkurrenz auf der Sprint- und Langstrecke gegeneinander an, und im November wird der Deutsche Meister in der Welle in Portugal ermittelt.

Einige neugierige Passanten begutachteten die Rennen in der Mainmetropole. Auch Oberbürgermeister Peter Feldmann machte sich ein Bild von der Sportart. „Ich wünsche den Teilnehmern spannende Wettkämpfe vor dieser einzigartigen Kulisse“, sagte Feldmann in seiner Begrüßungsrede.

Die Sportler selber hatten während der Rennen jedoch keinen Blick für die imposante Skyline übrig. Denn der Main zeigte sich nicht unbedingt von seiner besten Seite. Die Bedingungen waren anspruchsvoll, da der Wind kräftig blies und der Schifffahrtsverkehr zusätzlich für Wellenbewegungen sorgte.

Bei den Frauen kam die erst 16-jährige Hanna Leni Krah am besten mit den Gegebenheiten auf dem Wasser zurecht. Die Dresdnerin holte sich die Titel über 200 Meter und im Massenstart über acht Kilometer. Bei den Männern gewann Norman Weber (Augsburg) im Long-Distance-Rennen, und Lokalmatador Peter Wieder (Rodgau) „flog“ im Sprint auf seinem Bord über die Wellen ins Ziel.

Am ehrgeizigsten zeigte sich aber der SUP-Nachwuchs unter den lauten Anfeuerungsrufen der Eltern und Zuschauer. „Jetzt ist er mir schon wieder über das Brett gefahren“, moserte einer der Youngster, als er abgeschlagen auf dem Bord ans Ufer zurückkehrte, während sich Maverick Engler ganz cool bei seinen Fans mit einem Kick-Turn, einem 180-Grad-Manöver, für die Unterstützung bedankte. „Es macht einfach Hammer-Fun auf dem Wasser“, sagte der frischgebackene Schülermeister strahlend – und sprach damit einfach das aus, was fast alle Teilnehmer während des Wettkampfes gefühlt hatten.

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