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Ober-Erlenbacher Cedric Heller: Auf dem Weg zum Eintracht-Profi

Von Einmal für Eintracht Frankfurt auf dem Rasen stehen - wie viele Fußballfans haben davon schon geträumt? Cedric Heller spielt für die A-Junioren der SGE. Dass er auch bei den Profis schon mittrainierte, kann er kaum fassen.
<span></span> Bilder > Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode)
Ober-Erlenbach. 

Cedric Heller ist einer von etwa drei Millionen Fußballern in Deutschland – der Ober-Erlenbacher könnte bald aber auch einer von den rund 1500 Kickern sein, die mit dem Sport ihren Lebensunterhalt verdienen. Mehr noch: Den Traum von der Bundesliga, den so ziemlich jedes Kind träumt, das auf dem Bolzplatz Erfolgserlebnisse feiert, kann Cedric Heller vielleicht verwirklichen. Zwei große Schritte hat der 18-Jährige dafür schon genommen. Der Größte steht ihm aber noch bevor.

Der Stammspieler der A-Junioren-Mannschaft von Eintracht Frankfurt hat sich den Wingert-Sportplatz in seinem Heimatort für das Treffen mit der TZ ausgesucht. Das sagt schon etwas über den jungen Mann aus, der in seinem Kleinwagen zum Termin kommt, dem ersten eigenen Auto. Locker gekleidet ist er, helle Farben. Genauso gut könnte dieser Blondschopf bei der SG Ober-Erlenbach kicken oder bei den Bombern in Bad Homburg. Hat er auch, ist aber schon eine Weile her.

Womit wir schon beim ersten Schritt wären, den Cedric Heller auf dem Weg zum Bundesligaspieler zurückgelegt hat. Er hat sich das Angebot der Riederwälder durch viel Talent und Fleiß in seinen ersten Jahren als Fußballer selbst erarbeitet, und als U-14-Spieler von Kickers Offenbach wagte der Sohn des im Hochtaunus bekannten Handballers Thomas Heller dann den Schritt zur Eintracht.

Der richtige Zeitpunkt

„Es war der richtige Zeitpunkt, um Jugend-Regionalliga zu spielen“, erzählt Heller. Er sagt nicht: „Um zur Eintracht zu gehen.“ Das ist mehr oder weniger einfach so passiert. Weil er so gut war. Nicht weil der Junge es schon immer vorhatte. Zur SGE hätte er im Übrigen schon früher gekonnt, denn die Scouts hatten den Linksfuß schon früher auf ihrem Zettel.

„Bei den Eschbacher Bombern haben wir alles besiegt, wir wurden Meister, obwohl wir noch der jüngere Jahrgang waren“, erzählt der 18-Jährige, „ich habe viel von dieser Mannschaft profitiert“. Cedric Heller hat nicht vergessen, wo er herkommt. Auch das sagt etwas über ihn und seinen Traum vom Fußball-Profi aus. Er träumt ihn erst seit diesem Sommer so richtig.

Los ging’s bei Bomber

Der Bad Homburger Humboldtschüler weiß genau, dass neben all dem Talent und der körperlichen Belastbarkeit auch – als der vielleicht wesentlichste von insgesamt vier Faktoren – Glück dazugehört. Ein Glück also, dass er als Steppke beim FC Bomber in Ober-Eschbach mit vielen anderen Talenten spielte, sonst hätte er sich wahrscheinlich fußballerisch gar nicht so gut entwickeln können.

Es folgten ein Jahr bei der SG Ober-Erlenbach, zwei Jahre bei Kickers Offenbach und jetzt schon vier Jahre bei Eintracht Frankfurt. „Vereine mit richtig guten Trainern, denen ich viel verdanke“, ergänzt er. Nie große Gedanken habe er sich gemacht, über das, was noch kommen könnte. „Klar, hofft man, dabei zu sein, ich habe mich aber einfach immer auf meine Leistung konzentriert“, sagt Cedric Heller.

Dann nahm ihn A-Junioren-Trainer Alexander Schur im Juli nach einem Spiel beim Vorbereitungsturnier in Wiesbaden zur Seite – um seiner verdutzten Stammkraft für die linke Abwehrseite mitzuteilen, dass er mit den Profis ins Trainingslager nach Flachau fahre.

„Ich dachte, es ging um die Leistung beim Turnier“, erzählt Cedric Heller. Einen Tag später saß er mit der Mannschaft von Niko und Robert Kovac das erste Mal im Frühstückssaal, tags darauf ging der Flieger nach Österreich.

Mit den Profis gespielt

Es kam freilich noch besser: Die nächsten Tage trainierte der junge Ober-Erlenbacher nicht nur mit den Profis. Er spielte jeweils eine Halbzeit in den Tests gegen die TSG Messel und TSV Steinbach durch und wurde beim Blitzturnier in Duisburg gegen den französischen Erstligisten FC Nantes für die letzten fünf Minuten eingewechselt.

„Ich habe probiert, keine Fehler zu machen und immer nach vorne zu spielen“, erzählt Cedric Heller. Er schwärmt von den für ihn denkwürdigen Sommertagen. „Es war eine super Erfahrung und hat einen Riesenspaß gemacht. Geil war es, das mitzuerleben. Alle Spieler waren supernett zu uns.“

Schon bei der Vorstellungsrunde, als er Alex Meier und Co. die Hand schüttelte, habe er sich gut aufgenommen gefühlt. Dann hält der 18-Jährige kurz inne. „Es ist aber immer noch kaum zu glauben, dabei gewesen zu sein. Wenn ich dran denke, muss ich schon noch mal schlucken.“

Dazu muss man wissen: Cedric Heller, der weiterhin bei seinen Eltern wohnt, bis vor kurzem fast jeden Tag von ihnen ins Training nach Riederwald gefahren wurde und im nächsten Jahr sein Abitur machen möchte, hatte vor nicht allzu langer Zeit den SGE-Profis die Bälle noch ehrfürchtig zugeworfen. Bei den Heimspielen in der Commerzbank-Arena sind die U-16-Spieler des Vereins stets die Balljungen. Und der Ober-Erlenbacher feuerte sie mit seinen Kumpels aus dem Block 40 an. Das tut er immer noch, wenn er nicht gerade selbst spielt. „Dann gehen wir zur Eintracht“, erzählt er, als wenn er einfach nur Fan wäre.

Mit Alex Meier geschwitzt

Dabei war er doch im Sommer-.Trainingslager dabei, schwitzte gemeinsam mit Alex Meier, den die Frankfurter Anhänger einen Fußballgott nennen. Als die jungen Autogrammjäger nach den Testspielen mit den Profis vor ihm auftauchten, sei das schon ein komisches Gefühl gewesen, schmunzelt Cedric Heller, „meine Unterschrift hat immer anders ausgesehen“.

Das es jetzt nicht falsch rüberkommt: Der junge Mann ist natürlich selbstbewusst, sonst wäre er als junger Fußballer nicht so weit gekommen. Er bringt aber auch eine große Portion Demut mit. Ein gewisse geistige Reife. Eine der vier Voraussetzungen, um Fußball-Profi werden zu können. Talent, Körper, der Geist – und das Glück.

Er sei für das Trainingslager ausgewählt worden, weil auf seiner Position der israelische Neuzugang Taleb Tawatha verletzt war. Da macht sich Heller nichts vor, das war so. Stamm spielt als linker Verteidiger ohnehin Bastian Oczipka. Noel Knothe und Furkan Zorba sind aus dem gleichen Grund aus seinem A-Junioren-Team dazugestoßen. Es wird positionsbezogen geschaut.

Das alles beeilt sich Heller zu erwähnen. Er hätte sich auch in diesem für einen Jugendfußballer außergewöhnlichen Erfolg aalen können. Nein, Cedric Heller erzählt, wie es ist.

Lob von Kovac

Niko Kovac habe zum Abschluss des Trainingslagers dann das Gespräch mit den drei A-Junioren gesucht. Ihnen gesagt, dass sie das gut gemacht hätten und jetzt weiterhin Erfahrung in der Jugend sammeln sollten. Tun sie, nahezu jeden Tag wird trainiert, auf Platz sieben steht die Eintracht in der Südwest-Gruppe der Nachwuchsbundesliga. Und Mitspieler Furkan Zorba hat einen Profivertrag unterschrieben.

Wer weiß, vielleicht sieht auch Cedric Heller den Eintracht-Cheftrainer schneller wieder, als er denkt. Denn zum letzten großen Schritt fehlt jetzt nur noch ein bisschen das Können. Und eben Glück.

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