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Sportschützen: Carolin Landesfeind aus Oberursel schießt ab heute bei der WM

Von Es ist ihre zweite Teilnahme bei einer Weltmeisterschaft. Wenn es wie 2016 in Dublin laufen würde, wäre die Oberurseler Bogenschützin Carolin Landesfeind sehr zufrieden.
Perfektionistin in der Landschaft: Carolin Landesfeind aus Oberursel schießt ab morgen bei der WM. Perfektionistin in der Landschaft: Carolin Landesfeind aus Oberursel schießt ab morgen bei der WM.
Oberursel. 

Dort, wo sich sonst der alpine Ski-Zirkus tummelt und Glamour angesagt ist, versucht Carolin Landesfeind mit Konzentration und Präzision mit ihrem Feldbogen erneut Edelmetall zu gewinnen. Vom heutigen Dienstag an finden im italienischen Cortina d’Ampezzo die Weltmeisterschaften statt. Die in Oberursel lebende Nordhessin zählt nach ihrem dritten Rang vor zwei Jahren in Dublin zum Kreis der Kandidaten auf eine vordere Platzierung.

Unter Erfolgsdruck setzt sich die 31-Jährige aber gewiss nicht. „Ich gehe nicht mit der Erwartung dort hin, um eine Medaille zu gewinnen“, erzählt sie. Denn nach dem starken Abschneiden bei ihrem ersten großen Turnier auf höchster Ebene folgte im vorigen Jahr ein kleiner Rückschlag. Bei den Europameisterschaften im slowenischen Mokrice schaffte es Carolin Landesfeind nicht in die Endrunde der besten vier – zwei Ringe fehlten ihr, um auch die zweite Eliminationsrunde zu bewältigen.

„Ich war enttäuscht über den fünften Platz“, gibt sie zu. Deshalb geht sie die WM in dem an Südtirol angrenzenden Winter- und Bergsportzentrum gelassener an. Seit 2001 ist Carolin Landesfeind mit der Sportart verbunden. „Ich hatte aus Langeweile mit dem Bogenschießen angefangen“, sagt sie dazu. Aber von ungefähr kam das nicht. „Meine Familie war schon immer im Schützensport aktiv.“ Während Vater Martin sowie die Brüder Manuel und Robin sich aufs Luftgewehr konzentrieren, bevorzugen Mutter Dorith und Carolin den Bogen. Faszinierend sei die Sportart. „Ich bin ein perfektionistischer Mensch, und beim Bogenschießen ist es die Kunst, sich dem Perfekten anzunähern. Bogenschießen ist eine schwierige Sportart, aber auch ein schöner Ausgleich.“

Im freien Gelände

Besonders die Disziplin Feldbogen hat es ihr angetan, weil man sich immer wieder auf neue Situationen einstellen muss. „Die Parcours sind ganz unterschiedlich. Das macht den Reiz aus, jede Scheibe ist eine neue Herausforderung“, betont sie. Der Feldbogenparcours wird in einen Durchgang mit unbekannten Entfernungen und einen Durchgang mit bekannten Entfernungen unterteilt. Es sind mindestens 24 Stationen vom Bogenschützen zu bewältigen; der Wettkampf wird im freien Gelände, hauptsächlich in Waldgebieten durchgeführt. Es kann sowohl bergauf als auch bergab bis zu einem Abschusswinkel von 45 Grad geschossen werden.

Um internationales Niveau zu erreichen und auch zu halten, ist teils enormer Trainingsaufwand nötig. „Drei bis sieben Tage in der Woche“, sagt Carolin Landesfeind, spannt sie den Bogen. Und ganz nebenbei übt sie in Frankfurt einen Vollzeitjob aus – viel freie Zeit fürs reine Vergnügen besteht da freilich nicht. Wegen der beruflichen Auslastung habe für sie auch nicht zur Debatte gestanden, sich auf den olympischen Recurvebogen zu konzentrieren. In Oberurseler Nachbarschaft hat sie jedenfalls sehr gute Trainingsbedingungen gefunden. Die Homburger Schützengesellschaft (HSG) bietet nicht nur die übliche 70-Meter-Außendistanz, sondern ist mit der Halle (18-Meter-Distanz) von der Witterung unabhängig.

Durch den Job im Taunus

Lange wird sie allerdings nicht mehr bei der HSG die Pfeile surren lassen. Ab dem 1. Oktober werde sie einen anderen Job annehmen, damit sei auch ein Umzug zwingend erforderlich. 2015 war sie nach Oberursel gezogen, davor hatte sie acht Jahre im südbadischen Lörrach nahe der schweizerischen Grenze studiert und gearbeitet. „Ich ziehe dann in den Großraum Kassel“, sagt die versierte Schützin.

Dann wird Carolin Landesfeind auch wieder häufiger bei ihrem Stammclub SV Böddiger zu sehen sein. Böddiger ist ein Stadtteil von Felsberg, das südwestlich von Kassel liegt. Trainingseinheiten mit ihrer Mutter Dorith (55) stehen demnächst auch wieder auf dem Programm. Auf Hessenebene waren sie schon gegeneinander angetreten, wenngleich die Tochter die Mutter längst überflügelt hat. Carolin wurde dreimal in Folge Deutsche Meisterin. Aber sie waren auch schon gemeinsam erfolgreich: Für den SV Böddiger gewannen sie schon die deutsche Teammeisterschaft.

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