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Fußball, Kreisliga C: Die „Startups“ der C-Liga

FC Neu-Anspach, Eintracht Frankfurt – ja sogar FC Sevilla und Real Madrid spielen in der Historie der zwei Newcomer im Hochtaunus-Fußball eine Rolle.
Und sie sind morgen zu Gast: die Mannen des SV Seulberg II. Bilder > Und sie sind morgen zu Gast: die Mannen des SV Seulberg II.
Hochtaunus. 

Dass sich am morgigen Sonntag (15 Uhr) die SG Westerfeld und der SV Seulberg II in der Fußball-Kreisliga C begegnen, war vor einigen Wochen noch nicht abzusehen. Beide Teams formierten sich erst im Laufe des Sommers. Beide teilen sich zudem eine ähnliche Entstehungsgeschichte.

Eigentlich hatte sich die SG Westerfeld seit Jahren auf die Förderung des Frauenfußballs konzentriert. Damit fuhr man auch gut, dennoch schickt der Club heuer seit langem wieder eine Herrenmannschaft ins Rennen. Beim großen Nachbarn FC Neu-Anspach fiel nach der letzten Saison der Entschluss, die „Dritte“ abzumelden, und so machten sich einige Kicker auf die Suche nach einer neuen sportlichen Heimat. Der Vorstand der SG Westerfeld öffnete seine Türen, machte aber gleich klar: Finanziell müsst ihr euch weitestgehend selbst tragen. Kein Problem, sagten sich die Herrschaften, lösten sich selbst aus den teils noch bestehenden Verträgen mit dem FCNA und kümmerten sich um eigene Sponsorengelder.

Mit diesen wurde ein Satz Trikots angeschafft, der blau-weiß gestreift daherkommt und an die FCNA-Vergangenheit erinnert. Auflaufen werden in den Leibchen aber weit mehr als die acht „Auswanderer“. „Mittlerweile haben wir 25 spielberechtigte Spieler“, so Abteilungsleiter Hubert Tächl, „drei weitere trainieren mit und könnten noch dazustoßen.“ Dann wäre man quasi über Nacht bei einem Kader von 28 Mann angelangt. Schon Wochen vor dem Saisonstart hatte Tächl der Taunus Zeitung gesteckt, dass es bis zur Gründung einer Reserve nicht mehr lange dauern dürfte. Die Zukunft sieht rosig aus.

Übrigens auch in sportlicher Hinsicht. Trainer Maike Rainhold darf stets Übungseinheiten mit elf gegen elf leiten. Darum dürften ihn sogar Gruppenligisten beneiden. In den bisherigen zwei Partien gab es einen 7:0-Sieg bei der SG Mönstadt/Grävenwiesbach II und eine 2:3-Niederlage bei Wehrheim/Pfaffenwiesbach III. „Die Jungs müssen sich natürlich erst noch finden, Laufwege müssen einstudiert werden, aber ich bin bereits sehr zufrieden“, so Tächl.

Einen Platz weit oben in der Tabelle traut er seinen Jungs zu, Vorgaben macht er ihnen aber keine. Der Spaß am Sport soll zunächst im Vordergrund stehen. „Den leistungsorientierten Weg des FC Neu-Anspach finde ich persönlich richtig gut“, gesteht Tächl, „aber dazu braucht man das nötige Kleingeld.“ Dass es zumindest im Breitensport auch auf der Basis von Freundschaft und Freude am Fußball geht, beweist die SG eindrucksvoll.

Ebenfalls vordergründig um den Spaß am Ballspiel geht es für Denis Mainka. Dennoch gab er auf dem Feld für „seine“ DJK Bad Homburg II alles, fühlte sich dort zuletzt aber nicht mehr wirklich wertgeschätzt. „Der Fokus lag klar auf der 1. Mannschaft“, sagt er, „die Basis – also die Jungs, die nicht für Geld kicken – wurde vergessen.“ Aus einer Bierlaune heraus beschlossen Mainka und ein halbes Dutzend Teamkollegen, sich einem neuen Verein anzuschließen. Aus der Zeitung erfuhren sie, dass der SV Seulberg erstens einen neuen Kunstrasenplatz einweihte und zweitens keine Reserve mehr hatte. „Eine ideale Konstellation für die alten Knochen“, scherzt der 27-Jährige. Mainka, Christian Yarussi und Benjamin Pedreno Weber geben beim SVS II künftig das kickende Trainer-Trio.

Während Yarussi als Trainer Eintracht Frankfurts Damen 2016/17 von der Hessen- in die Regionalliga führte, trainierte Weber in der Jugend einst an der Seite eines späteren Weltmeisters und Champions-League-Siegers. Der gebürtige Spanier schaffte es in jungen Jahren in die Nachwuchsakademie des FC Sevilla und traf im Training auf einen gewissen Sergio Ramos – heute bei Real Madrid. „Im Gegensatz zu ihm sucht Benny aber nicht unbedingt so die Zweikämpfe“, scherzt Kumpel Mainka. Ganz ohne wird es aber für die zuvor höherklassig spielenden Kicker des SV Seulberg II nicht laufen. „Wir dachten zunächst ’cool, weniger Spiele, mehr Siege’, wurden aber dann schnell auf den Boden der Realität zurückgeholt“, gesteht Mainka. Sein Fazit aus den Testspielen: „Auch in der C-Liga ist Qualität.“ Kurioserweise traten Mainka & Co vor 14 Tagen bereits im Kreisturnier gegen die SG Westerfeld an – und verloren mit 1:4. Das schreit nach Revanche.

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