Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 10°C

Fußball: Die kleine EM an der Hohemark

Während im „großen Fußball“ über das Aus Italiens in der WM-Qualifikation diskutiert wird, spielen Schüler aus mehreren Ländern in Oberursel ihre eigene Europameisterschaft aus. Einer ihrer Trainer hat schon die Bekanntschaft mit Pelé gemacht.
Voller Einsatz vor ordentlicher Kulisse: FIS-Stürmer Finlay Königer (rechts) gewinnt im Spiel gegen Cobham dieses Kopfballduell. Foto: Gerhard Strohmann Voller Einsatz vor ordentlicher Kulisse: FIS-Stürmer Finlay Königer (rechts) gewinnt im Spiel gegen Cobham dieses Kopfballduell.
Oberursel. 

Er dürfte der einzige Fußballer im Hochtaunuskreis sein, der gegen die brasilianische Legende Pelé gespielt hat. „Das war im März 1976, als wir mit den Utah Golden Spikers gegen Cosmos New York angetreten sind“, erinnert sich Hans Henchen an einen Höhepunkt seiner Profi-Karriere in den Vereinigten Staaten. Jetzt steht der 71-jährige Neu-Anspacher an der Seitenlinie und hilft dabei, junge Kicker der Frankfurt International School (FIS) in Spielen gegen internationale Gegner zu coachen. Die kamen zwar nicht aus den USA über den großen Teich zum Turnier nach Oberursel geflogen, aber mit einer kleinen kontinentalen Meisterschaft für Schulmannschaften war der zweitägige Wettbewerb durchaus zu vergleichen.

Die „Warriors“ mit Headcoach Hans Henchen (stehend, links), Kapitän Daniel Frech (Zweiter von rechts) und Trainer Dave McCoy (rechts). Bild-Zoom Foto: Gerhard Strohmann
Die „Warriors“ mit Headcoach Hans Henchen (stehend, links), Kapitän Daniel Frech (Zweiter von rechts) und Trainer Dave McCoy (rechts).

Neben der von Henchen gecoachten Heimmannschaft, die sich „Warriors“ nennt, starteten U-18-Teams aus Athen, Den Haag, Waterloo (Belgien) und München sowie von den englischen Schulen aus London, Cobham und Hillingdon. Auf dem Sportgelände unweit der Hohemark ermittelten sie bei den „ISST Varsity Boys Soccer Championship“ den europäischen Titelträger der amerikanischen Hochschulen.

London ist „number one“

Um es vorweg zu nehmen: Die American School London setzte sich mit 3:0 im Endspiel gegen die Munich International School durch, und der Oberurseler Gastgeber FIS sicherte sich im kleinen Finale Platz drei durch einen 6:4-Erfolg im Elfmeterschießen gegen ACS Cobham.

Hans HenchenFußballtraineraus Neu-Anspach Bild-Zoom Foto: Gerhard Strohmann
Hans HenchenFußballtraineraus Neu-Anspach

Zum Abschneiden seiner Jungs äußerte sich der frühere Kontrahent von Pelé gerne. „Mit Platz drei sind wir überglücklich, nachdem wir in den letzten vier Jahren stets gegen den Abstieg gekämpft hatten“, sagte Hans Henchen, „klar wollten wir auf unserer eigenen Anlage unbedingt gewinnen, aber objektiv betrachtet war London schon die beste Mannschaft.“ Den größten Kampfgeist bescheinigte wiederum der verletzte FIS-Spielführer Daniel Frech allerdings „seinen“ Jungs: „Daran hat es sicherlich nicht gelegen, zumal wir auch von unseren Fans vorbildlich unterstützt worden sind.“ Viele Schüler unterstützten die Gastgeber in Freistunden und Pausen lautstark. Den Siegen gegen Den Haag (3:1) und Athen (2:0) und der Niederlage gegen Cobham (0:1) in der Vorrunde, war dann das Aus gegen London im Halbfinale gefolgt (0:2).

Junge Oberurseler Schüler halten selbstgemalte Transparente hoch. An Unterstützung für die „Warriors“ mangelte es nicht. Bild-Zoom Foto: Gerhard Strohmann
Junge Oberurseler Schüler halten selbstgemalte Transparente hoch. An Unterstützung für die „Warriors“ mangelte es nicht.

Kapitän Frech feuerte in allen Spielen seine Mitspieler – im 16er-Kader kickten Fußballer aus neun verschiedenen Nationen – vom Spielfeldrand an. Beim Testspiel gegen Den Haag vor knapp vier Wochen hatte er sich eine Ruptur des Außenbandes und einen Teilriss des Syndesmosebandes am Knöchel zugezogen. Interessant: Der junge Mann setzte für den Schulsport seine Vereinskarriere beim 1. FC-TSG Königstein für dieses Jahr aus.

FIS-Coach Hans Henchen hat in seiner Trainerkarriere schon einige Talente ähnlichen Kalibers gefördert. Er trainierte Mannschaften der SG Westerfeld, der SG Anspach und des TuS Merzhausen und wirkte in der Neu-Anspacher Jugendabteilung, wo unter anderem die heutigen Gruppenliga-Spieler Marco Weber und Denis Crecelius von ihm betreut worden sind. Eigentlich hatte der langjährige FIS-Sportlehrer, der einst 1971 für sein Master-Studium in die USA gezogen war, seine Trainerkarriere bereits beendet. Für ihre Fußballmannschaft holte die Oberurseler Schule ihn aber wieder aus dem Ruhestand zurück, damit er Trainer Dave McCoy bei seiner Arbeit unterstützt.

Seit 50 Jahren gibt es das International School Sports ...

Das „ISST“ – International School Sports Tournament – gibt es in Europa seit exakt 50 Jahren und feiert somit in diesem Schuljahr Jubiläum.

clearing

Abgesehen vom zum Teil strömenden Regen waren die äußeren Bedingungen für die „kleine Europameisterschaft“ optimal. Ausrichter Oberursel rief mit den beiden neuen Kunstrasenplätzen an der Hohemark (der ältere ist 2016 komplett renoviert, der neue in diesem Jahr eingeweiht worden) mit entsprechender Infrastruktur bei allen Gastmannschaften Bewunderung hervor. Ermöglicht wurde die luxuriöse Ausstattung durch einen Millionen-Zuschuss, über den von der FIS keine näheren Angaben gemacht wurden. Nur so viel: Unerwartet habe das Geld zur Verfügung gestanden.

Das sämtliche zwölf Spiele live im Internet übertragen wurden und auch die Siegerehrung per Live-Stream in Echtzeit verfolgt werden konnten, passt zur Professionalität, mit der an der FIS in Sachen Fußball gearbeitet wird.

Zur Startseite Mehr aus Hochtaunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse