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Fußball: Die neuen Macher des TSV

Nachdem Hüseyin Güven ausgeschieden ist, hat beim TSV Vatanspor eine neue Ära begonnen. Wir stellen die Nachfolger vor.
Sie wirken gemeinsam bei Fußball-Verbandsligist TSV Vatanspor Bad Homburg: Stefan Lang und Miroslav Crnoja. Foto: JOACHIM STORCH (Joachim Storch) Sie wirken gemeinsam bei Fußball-Verbandsligist TSV Vatanspor Bad Homburg: Stefan Lang und Miroslav Crnoja.
Bad Homburg. 

Jetzt wollen die beiden Fußballfunktionäre Vatanspor Bad Homburg schon gemeinsam nach vorne bringen und haben auch noch am gleichen Tag Geburtstag. Geschäftsführer Miroslav Crnoja wird heute seinen 46. Ehrentag im Kreis der Familie feiern. Stefan Lang, Sportlicher Leiter des TSV, feiert seinen Sechsundfünfzigsten quasi einen Tag später, indem er die Verbandsligamannschaft nach dem Training im Sportzentrum Nord-West zu einem kleinen Umtrunk einlädt.

Nach dem Ausscheiden des langjährigen Managers Hüseyin Güven haben Crnoja und Lang das Ruder beim Homburger Verein übernommen, der schwer ins Schlingern geraten war. Diese Tatsache und ihr Geburtsdatum sind nicht die einzigen Gemeinsamkeiten: Beide gehören zu den ruhigen Vertretern ihrer Zunft. Sie strahlen Gelassenheit und Ausgeglichenheit aus. Ein echter Kontrast zum Vorgänger, der manchmal wie ein Vulkan am Spielfeldrand brodelte und hin und wieder auch ausbrach. Andererseits ist der Club mit Güvens Temperament gut gefahren. Der Manager hat ihn zur besten Fußball-Adresse im Kreis gemacht, was die sportliche Qualität angeht. Das wird der Maßstab sein, mit dem seine Nachfolger gemessen werden. Beide arbeiteten Hand in Hand, wie Crnoja und Lang im TZ-Interview betonen. Es gebe keine genaue Aufgabenverteilung. „Wer da ist, macht die Arbeit, die anliegt.“ Ibrahim Cigdem ist der Dritte im Bunde. Klar, als Trainer ist er für das Sportliche zuständig. „Ibo“ sei sich aber auch nicht zu schade, die Waschmaschine zu bedienen oder den Grill zu säubern, lobt ihn das Duo.

Weder Lang noch Crnoja sind türkischer Herkunft. Das sei im Verein absolut kein Thema gewesen, meinen sie, „der TSV hat seit Jahren Spieler und Verantwortliche verschiedener Herkunft integriert.“ Privat haben beide aber sehr wohl eine „türkische Bindung“.

„Ich bin gebürtiger Kroate, kam als Kleinkind nach Bosnien und bin in Bad Homburg groß geworden. Bei der DJK-Jugend begann ich mit Fußball und bin seit 1996 bei Vatanspor“, erzählt der fünffache Vater „Miro“ Crnoja, der als Automatentechniker in der Spielbank Bad Homburg arbeitet – um zu ergänzen: Seine Frau stamme aus Polen, der Stiefvater seiner Frau sei Türke. „Wenn meine Kinder reif für die Nationalmannschaft sind, können sie sich aussuchen, ob sie für Deutschland, Kroatien, Polen, Bosnien oder für die Türkei spielen“, sagt Crnoja augenzwinkernd.

Stefan Lang, Produktionsleiter von Beruf, hat drei Kinder. Auch ihm ist das Türkische nicht fremd. Er hat eine türkischstämmige Schwiegertochter. „Meine Enkeltochter bringt mir derzeit die türkische Sprache bei“, erzählt der Mann, der lange beim TV Burgholzhausen in verschiedenen Funktionen mitgeholfen und gezeigt hat, dass er in der Vereinsarbeit viel bewegen kann.

Sowohl Lange als auch Crnoja sind bestrebt, dass Herkunft oder Nationalität in ihrem Verein keine Rolle spielen. Was viele Bad Homburger Fußball-Anhänger vielleicht noch gar nicht mitbekommen haben: Vatanspor zeigt deutlich seine Verbundenheit zur Stadt. Seit 2014 wird im Vereinsemblem sogar statt der türkischen Flagge das Wappen Bad Homburgs abgebildet.

Der Verein soll zum Sprungbrett für junge hungrige Spieler werden, haben sich Crnoja und Lang vorgenommen. Die Erweiterung des Jugendbereichs soll erfolgen, eine 2. Mannschaft in der nächsten Saison wieder angemeldet werden.

Mit dem Saisonverlauf sind die neuen „Macher“ bisher sehr zufrieden. Es fehle nach drei Auswärtssiegen aber noch ein Heimerfolg. Der soll am Sonntag um 15 Uhr im Sportzentrum Nord-West gegen Rot-Weiss Walldorf gelingen. „Dann“, lächelt Stefan Lang, „kann Miro seinen Geburtstag gleich nachfeiern.“

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