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Eintracht Oberursel: Ein Team hinter dem Team

Drei Trainer, ein Teammanager und eine Torwarttrainerin: Die 2. Mannschaft von Eintracht Oberursel weiß einen fünfköpfigen Betreuerstab an der Seitenlinie. Angefangen hat alles in der Jugendabteilung.
Das Trainer-Quintett von Eintracht Oberursel II: Thomas Schäfer, Björn Kutt, Ralf Krostitz, Andre Henke (hinten v. l.) und Marion Widmann. Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Das Trainer-Quintett von Eintracht Oberursel II: Thomas Schäfer, Björn Kutt, Ralf Krostitz, Andre Henke (hinten v. l.) und Marion Widmann.
Oberursel. 

Im Profifußball ist ein großer Betreuerstab nichts Außergewöhnliches: Selbst Zweitligisten unterhalten neben einem Chef- und Co-Trainer meist noch weiteres Personal. Von einem Coach, der sich nur um Torhüter oder Stürmer kümmert, bis hin zu Athletik- und Mentaltrainern.

Im Amateurbereich ist ein solches „Team hinter dem Team“ eher ungewöhnlich, doch genau solch eines weiß die Eintracht aus Oberursel in ihren Reihen. Thomas Schäfer, Björn Kutt, Ralf Krostitz, Andre Henke und Marion Widmann engagieren sich aber nicht etwa für die 1. Mannschaft in der Kreisoberliga, sondern übernahmen zu Saisonbeginn die „Zweite“ der Eintracht.

Umbruch im Sommer

Die Gruppe der ehrenamtlichen Übungsleiter ist schon seit Jahren für den Verein aktiv, zunächst wurden Jugendmannschaften in verschiedenen Konstellationen betreut. Man kennt sich. „In der letzten Saison fand ein klarer Umbruch in der Reserve statt“, berichtet Cheftrainer Thomas Schäfer. „Es waren zeitweise nicht genügend Spieler da, und Chris Schmidt hat aus der Not heraus als spielender Trainer ausgeholfen.“ Dieser personelle Engpass wirkte sich aus, denn lange Zeit trudelte die Mannschaft in der B-Liga gefährlich nahe an der Abstiegszone. Platz acht war letztlich noch ein ordentliches Ergebnis, doch reifte die Idee, den „Unterbau“ umzugestalten.

Da aus der eigenen Jugend knapp 20 Spieler zu den Senioren aufrückten, machte die „Beförderung“ des Betreuer-Quintetts absolut Sinn. Der Stab kannte den Großteil der Spieler, die nun den Kern der „Zweiten“ bilden sollten, bereits seit Jahren und die Spieler im Umkehrschluss auch das Trainer-Team. „Früher haben wir ihnen vorm Training noch die Schuhe zugeschnürt“, schmunzelt Torwart-Trainerin Marion Widmann, „und heute kommen sie im eigenen Auto zum Training.“

Es war die perfekte Gelegenheit, um die fußballerische Ausbildung fortzuführen, darüber hinaus Beständigkeit in den Club zu bringen und den jungen Kickern eine Perspektive aufzuzeigen. „Wir haben schon zum Ende der letzten Saison mit den älteren Spielern der Mannschaft viele Einzelgespräche geführt“, schildert Schäfer die Herangehensweise ans Teambuilding. „Einige kannten uns noch, da sie schon mal bei uns in der Jugend gespielt haben“, ergänzt Assistenztrainer Ralf Krostitz.

So gelang die Integration der Jungen in die Mannschaft reibungslos. Bereits zum Saisonstart zeigte sich die Truppe bestens eingespielt und gewann mit 7:1 bei A-Liga-Absteiger TuS Merzhausen II. Seitdem wurden drei weitere Siege sowie ein Remis eingefahren, allerdings auch viermal verloren – zuletzt setzte es ein 3:6 im Derby gegen den 1. FC Oberursel. Ein Problem macht das coachende Quintett daraus nicht. Bei der Eintracht nimmt man Rückschläge in Kauf, gesteht dem jungen Team Fehler ein und denkt langfristig. „Es ist unser klar definiertes Ziel, möglichst viele unserer Jugendspieler irgendwann in die 1. Mannschaft zu bringen“, berichtet Schäfer. „Einen Sponsor, der mal eben 20 000 Euro in die Mannschaft buttert, haben wir nicht“, unterstreicht Krostitz die Notwendigkeit dieses Planes.

Im Training wird geflachst

Dass es keine großen Summen braucht, um mit Freude und Erfolg im Amateurfußball zu arbeiten, zeigt sich im Training. Die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist ausgelassen, es wird gescherzt und geflachst. Auch diesbezüglich sind die Betreuer ein gutes Vorbild. Als Björn Kutt etwa erklärt, dass seine sportlichen Wurzeln in Bommersheim lägen und er selbst nie für die Eintracht Fußball gespielt habe, da liefert er Ralf Krostitz eine Steilvorlage, die nicht ungenutzt bleiben darf. „Böse Zungen behaupten, dass du generell nie wirklich Fußball gespielt hast“, lautet die kleine Spitze in Richtung des Teammanagers – und die ganze Runde bricht in Gelächter aus.

„Das Ganze macht uns heute noch mehr Spaß, als es das vor zehn Jahren ohnehin schon tat“, sagt Thomas Schäfer, und man kauft ihm das sofort ab. Seiner Ehefrau hatte er nach der vergangenen Saison eigentlich versprochen, dass er mit dem Fußball kürzertreten würde. Es wird für ihn nicht einfach werden, dieses Versprechen einzuhalten.

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