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FSV Friedrichsdorf: Feldspieler im Tor „bändigt" Top-Sturm

Den besten Sturm der Fußball-Gruppenliga stellt zurzeit die FG Seckbach. Die Frankfurter schossen 29 Tore in 8 Spielen. In jeder Partie mindestens eins. Zuletzt zwei Mal sieben. Bis sie auf den FSV Friedrichsdorf trafen. Zwischen den Pfosten hielt ein etatmäßiger Linksverteidiger den Kasten sauber.
Die Torwarthandschuhe übergestreift, als Schlussmann aufgelaufen: Timo Schwarzer ist seit Sonntag die Allzweckwaffe des Fußball-Gruppenligisten FSV Friedrichsdorf. Bilder > Foto: Gerhard Strohmann Die Torwarthandschuhe übergestreift, als Schlussmann aufgelaufen: Timo Schwarzer ist seit Sonntag die Allzweckwaffe des Fußball-Gruppenligisten FSV Friedrichsdorf.
Friedrichsdorf. 

Dass im Amateurfußball hin und wieder auch mal ein Feldspieler die Torwarthandschuhe anziehen muss, ist an sich nicht außergewöhnlich. In der vergangenen Saison etwa sprang Verteidiger Stefan Hickl für TuS Merzhausen als Not-Keeper ein, da der damalige Stammtorhüter gesperrt fehlte und dessen Stellvertreter nach einer Viertelstunde ebenfalls Rot sah. Damals war der Gegner die FG Seckbach – also jenes Team, gegen das am Sonntag der FSV Friedrichsdorf ran musste. Der Unterschied: Die Mannschaft von Trainer Metin Yildiz betrat gleich ohne gelernten Schlussmann das Spielfeld. Patrick Mohr ist auf Hochzeitsreise, Lars Hinz war beruflich im Einsatz und Robert Seifert fiel kurzfristig mit Fieber aus.

In so einem Fall könnte man schon nervös werden, zumal Seckbach mit 29 Toren aus 8 Spielen die mit Abstand gefährlichste Offensive der Gruppenliga Frankfurt West stellt. Einer blieb allerdings cool: Timo Schwarzer. Der Linksverteidiger, der auch schon in der Innenverteidigung aushalf, meldete sich freiwillig für den „Rettungsdienst“ zwischen den Pfosten.

„Kurz habe ich schon überlegt, wie es wäre, wenn wir 5:0 verlieren und ich bei vier Gegentreffern doof aussehe“, gesteht der 30-Jährige. Doch diese Gedanken wischte er schnell beiseite und ließ sich von den Kollegen warmschießen, als wäre es für ihn ganz alltäglich. Dem Gegner wollte man nämlich „nicht aufs Brot schmieren“, dass für die folgenden 90 Minuten ein Quereinsteiger im Kasten stehen würde.

Wobei das mit dem Quereinsteiger ohnehin nicht ganz richtig ist, denn in der Jugend hütete Schwarzer einst für zwei Spielzeiten das Tor, ehe er seine Stammposition in der Abwehrkette fand. Und während der Vorbereitung schnappte er sich kurzerhand auch mal die Handschuhe, als der Reserve des FSV Friedrichsdorf für ein Testspiel ein Torhüter fehlte. Allerdings ist es die eine Sache, wenn man bei einem Freundschaftsspiel gegen A-Ligist SGK Bad Homburg II antritt. Eine vollkommen andere Sache ist es dagegen, sich mit dem besten Sturm der Gruppenliga bei einem Punktspiel anzulegen.

„Eine tolle Teamleistung“

Zum Glück konnte sich Schwarzer auf seine Vorderleute verlassen. „Es war eine tolle Teamleistung, und dementsprechend hatte ich gar nicht so viel zu tun“, berichtet Schwarzer erleichtert. In der 70. Minute tauchte dann aber Angreifer Ali Wardak frei vor seinem Tor auf. „Um ein Haar hätte ich beim Rauslaufen einen Elfer verursacht“, erklärt Schwarzer, „aber ich kam gerade noch rechtzeitig mit dem Fuß an den Ball.“

Diese Glanztat sicherte seiner Mannschaft letztlich ein 0:0 und einen Punkt gegen den favorisierten Tabellendritten, der den Behelfstorhüter nicht bezwingen konnte und das erste Mal in dieser Saison ohne Torerfolg blieb. Stefan Hickl bekam vor fast genau einem Jahr immerhin drei Dinger eingeschenkt. Genauso viele Gegentore musste Schwarzer im Sommer gegen die SGK-Reserve hinnehmen. Als es um die Wurst ging, hielt er aber nun den Laden dicht.

Hauptsächlich ist das ein Verdienst seiner Vorderleute. Dass der FSV nun schon seit 349 Minuten kein Gegentor mehr kassiert hat, dafür sorgte aber auch Timo Schwarzer – erst als Linksverteidiger, dann als Keeper.

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