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Fußball, Gruppenliga Frankfurt West: Friedrichsdorf hat einen Lauf – 5:0 im Derby

Welch wundersame Wandlung der Fußball-Gruppenligist FSV Friedrichsdorf hinter sich hat. Jüngst bekommt das der FV Stierstadt mit voller Wucht zu spüren.
Sabit Zejnullahu (2. v. r.) bejubelt sein Tor zum 3:0, Franceso Marino (li.), Maximilian Zymolka (2. v.li.) und Burak Sahin verfolgen ihn. Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Sabit Zejnullahu (2. v. r.) bejubelt sein Tor zum 3:0, Franceso Marino (li.), Maximilian Zymolka (2. v.li.) und Burak Sahin verfolgen ihn.
Mit einem gemeinsamen Frühstück im Haus des Spielausschuss-Vorsitzenden Marco Hentsch bereitete sich die Fußballmannschaft des FV Stierstadt auf das wichtige Spiel beim FSV Friedrichsdorf vor. Man rückte eng zusammen, um den Teamgeist vor dem Derby und Kellerduell zu stärken – allerdings nicht so eng, wie es dann später vor dem Spiel in den behelfsmäßigen Umkleiden in Friedrichsdorf geschah (siehe Extra-Text). Genutzt hatte der psychologische Kniff nichts, aber auch gar nichts. Denn am Ende setzte es in der Gruppenliga eine 0:5-Klatsche gegen die nach zuletzt zwei Siegen befreit wirkenden Friedrichsdorfer.
„All das, was in den ersten Spielen der Saison gelang“, sagte Hentsch nach dem Abpfiff, „all das gelingt uns aktuell nicht mehr.“

Die Gäste präsentierten sich gar nicht schlecht im ersten Durchgang, lagen aber nach 45 Minuten mit 0:3 hinten. „Am Ende hätten wir sieben oder vielleicht sogar acht Tore machen können. Zur Halbzeit war das Ergebnis aber glücklich für uns“, gestand FSV-Coach Metin Yildiz, „zumal unsere Tore nach Standards gefallen sind.“

Dem 1:0 durch Mohamed Mouma (11.) ging ein Freistoß voraus, das 3:0 fiel sogar per indirektem Freistoß – aus sechs Metern. Ein Stierstädter hatte nach scharfer Flanke die Fußspitze an den Ball bekommen, Torwart Marcel Dumann war abgetaucht und hatte ein Eigentor verhindert. Schiedsrichter Erik Vardanjan (Würges) wertete dies als Rückspiel. Sabit Zejnullahu schoss den Freistoß ins Tor.

„Ich muss es einfach mal so deutlich sagen“, ärgerte sich Stierstadts Coach Thomas Zampach später, „wir haben in den letzten Spielen kein Glück mit dem Schiedsrichter.“ In der Tat: Im zweiten Durchgang hätte der Offizielle dann bereits dem verwarnten Zejnullahu nach einem taktischen Foul Gelb-Rot zeigen können, tat es aber nicht. Und in der 77. Minute hätte er das Spiel weiterlaufen lassen können, entschied aber in einer „50-50-Situation“ (Zampach) auf Strafstoß für den FSV. Den vergab Kapitän Marc Reichert zwar, doch Francesco Marino schaltete schnell und erzielte per Abstauber das 5:0.

Marinos Sahnehäubchen


Bereits beim 2:0 war Marino gedankenschneller als alle anderen gewesen und veredelte eine zuvor von Adrian Bitiq vergebene Chance doch noch (23.). Man merkte, dass Marino Lust auf dieses Spiel hatte. Kein Wunder, ging es doch gegen seinen ehemaligen Verein. Erst kickte er in der Jugend, danach sogar vier Jahre für die Senioren des FVS. Fraglich, ob ihm gegen einen anderen Gegner das Kunststück gelungen wäre, das er in der 53. Minute gegen seinen alten Club zeigte. Bei einem Konter lief er ab der Mittellinie ungehindert auf das gegnerische Tor zu. Aus diesem stürmte ihm Marcel Dumann entgegen, womit die beiden Ecken verkürzt waren. Kein Problem für Marino: Der Stürmer lupfte das Spielgerät aus vollem Lauf einfach über den chancenlosen Keeper zum 4:0.

„Die Heber probiere ich auch immer im Training“, sagte der Angreifer, „da muss ich mir immer was anhören, wenn sie nicht funktionieren.“ Diesmal hörte man auf dem Sportplatz des FSV Friedrichsdorf jedoch nur Jubel. Erst den Jubel ob des wunderschönen Tores, später aufgrund des dritten Sieges aus drei Spielen innerhalb der letzten sieben Tage. „Jetzt sind wir in der Verlosung um den Klassenerhalt wieder mit drin“, freute sich Metin Yildiz. Den FV Stierstadt riss man gleichzeitig mit hinein in diese Abstiegslotterie.

Friedrichsdorf: Mohr – Reichert, Mouma, Sabit Zejnullahu (85. Schwarzer), Rüdiger – Zymolka, Avni Zejnullahu, Bitiq (80. Ademi), Sahin – Marino, Bussian (54. Koyun).
Stierstadt: Dumann – Petrasevic, Liebig, Leonetti, Zharkov (66. Mössmer) – Diehl (38. Barzegari), Djakic, Castellino, Faquir (73. Jamshidi) – Sak, Özdemir.
Tore: 1:0 Mouma (11.), 2:0, 4:0, 5:0 Marino (23., 53., 77.), 3:0 Sabit Zejnullahu (32.).
 
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