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TSG Oberursel: Handball mit Wohlfühlfaktor

Von Die TSG Oberursel genießt aufgrund ihrer Jugendarbeit einen sehr guten Ruf im Handballbezirk Wiesbaden/Frankfurt. In der Abteilung wird ein klares Konzept verfolgt.
Der Zusammenhalt spielt nicht nur bei der 1. Damenmannschaft der TSGO eine wichtige Rolle. Viele frühere Handballer halten dem Verein inzwischen als Trainer weiterhin die Treue. Und das lockt den Nachwuchs in die Halle. Bilder > Foto: JOACHIM STORCH (Pressefotografie Storch, Bad Hg.) Der Zusammenhalt spielt nicht nur bei der 1. Damenmannschaft der TSGO eine wichtige Rolle. Viele frühere Handballer halten dem Verein inzwischen als Trainer weiterhin die Treue. Und das lockt den Nachwuchs in die Halle.
Oberursel. 

Wenn ein Geheimnis gelüftet werden soll, ist es manchmal gar nicht so einfach, es näher zu beschreiben. Auf das Erfolgsgeheimnis der Handballabteilung angesprochen, fallen Jutta Stahl, Geschäftsführerin der TSG Oberursel, spontan schon Gründe ein. Nach reiflicher Überlegung schiebt sie, die selbst im Verein auch als Mannschaftsbetreuerin aktiv ist, in einer Textnachricht aber noch weitere hinterher. Manche wurden auch doppelt genannt. Weil wir den Spielbetrieb mit eigenen Leuten bestreiten, weil die Gemeinschaft so gut ist, weil der Sport in der Stadt für Mädchen und Jungen, Frauen und Männer gleichermaßen Tradition hat – das ist, kurz zusammengefasst, „Handball en vogue in Oberursel“, wie Stahl findet. „Man fühlt sich bei uns ein bisschen wie im eigenen Wohnzimmer.“

Dieses Zimmer, um im Bild zu bleiben, scheint aber nicht nur gemütlich zu sein, sondern auch von einer Menge Menschen regelmäßig aufgeräumt zu werden.

Fast alle Jugendtrainer haben bei der TSGO gespielt oder spielen noch im Trikot mit dem blauen Vereinswappen. 16 Nachwuchsteams nehmen an einer Meisterschaftsrunde teil, dazu kommen noch vier Teams bei den Kleinsten, den sogenannten Minis.

Zu viele „Minis“

Nicole Krmek ist Trainerin der E-Jugend-Mädchen und spielte früher in der Damenmannschaft. „Wir brauchen gar keine Werbung zu machen“, sagt sie, „die Kinder kommen zu uns, weil sie jemanden kennen, der bei uns spielt oder die Mannschaft coacht.“ Noch mehr Kids zu betreuen, sei kaum mehr möglich. Dazu reiche die Hallenkapazität nicht, sagt sie. Besonders bei den Kleinsten sei die Nachfrage enorm hoch. „Alle vier Mini-Teams haben einen Kader von jeweils 25 Spielern, da mussten wir schon die Aufnahme stoppen“, sagt der ehemalige Zweitmannschaftsspieler Jonas Ried, einer der Trainer.

Durch die gute Nachwuchsarbeit ist der Verein im Aktivenbereich nicht darauf angewiesen, Spieler aus anderen Vereinen zu verpflichten. Fast alle durchliefen die Jugendteams der TSGO und rücken – je nach Leistungsstärke – in die Mannschaften für Frauen und Männer auf. Erstmals haben die Orscheler für diese Saison drei Herrenteams am Start, für die nächste Spielzeit wird die „3. Damen“ ihre Premiere feiern.

Mut zur Lücke

Diese zusätzliche Mannschaft in der untersten Spielklasse für junge Spielerinnen ist der Abteilungsleitung lieber als hochtalentierte A-Jugendliche von außerhalb. Mut zur (einzigen) Lücke beweist die TSGO, indem sie der WJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt die Absage für eine Kooperation erteilte. Durch die wäre man im Jugendbereich noch besser aufgestellt gewesen. Mit der Vereinsphilosophie hätte das aber nicht recht zusammengepasst. Also dann ein Jahr mal ohne weibliche A-Jugend.

Während die „1. Damen“ um die Rückkehr in die 3. Liga kämpften und die „1. Herren“ in der Landesliga Mitte eine gute Rolle spielen, sind auch zwei Nachwuchsmannschaften zu den Spielen durch Hessen unterwegs. In der Oberliga belegt die männliche A-Jugend von Phil-Lukas Ljubic und Niklas Haupt Platz acht, die männliche C-Jugend unter Trainer Carsten Saam ebenfalls. Ljubic und Haupt haben selbst einmal aus der TSGO-Jugend den Sprung in die „Erste“ geschafft, wie auch die aktuellen Landesligaspieler Tobias Jockel, Martin Walz und Christian Ghinea. Aus dem jetzigen A-Jugend-Kader seien Torjäger Bennet Wienand sowie, in Testspielen, David Weiss und Luca Gogolin schon für die 1. Mannschaft im Einsatz gewesen, „wir werden weiter für Nachwuchs sorgen“, lächelt Trainer Haupt.

Die Schweden-Tour

Aus dem Handballer-Wohnzimmer geht’s jedoch nicht nur raus durchs Bundesland, sondern alljährlich auch bis nach Schweden. Die Fahrt zum Jahreswechsel nach Lund, die Nähe von Malmö, werde stets bei den Kindern mir großer Begeisterung aufgenommen, weiß Jutta Stahl. So hätten zwischen Weihnachten und Silvester wieder sieben Jugendteams bei einem der größten Nachwuchsturniere der Welt mitgespielt. Mit zwei Reisebussen machten sich Oberursels Handballer nach Skandinavien auf. Die „Boys 19“ waren am erfolgreichsten, kamen bis ins Viertelfinale des A-Turniers, wo ihnen die Spielansetzung am frühen Morgen etwas zu schaffen machte.

Schon bevor Richard Stock vor 39 Jahren die Fahrt zum ersten Mal organisierte, hatten Oberurseler Jugendliche bei Turnieren in Kopenhagen und Göteborg mitgespielt. Durch die vielen Reisen entstanden auch die Kontakte, um über einige Jahre erfolgreich das eigene internationale Jugendturnier „Orscheler Bembel“ aufzuziehen. Für die 40. Reise nach Lund im Dezember haben sich Richard Stock, Christopher Biaesch und Heinz Ried, Organisatoren der ersten Schweden-Touren, schon angemeldet.

„Die Mannschaften, die in Lund waren, konnten sich in der Rückrunde meistens steigern und auch dank der gesammelten Erfahrungen gegen starke Mannschaften jeweils noch eine tolle Platzierung erreichen“, freut sich Jutta Stahl. Denn sportlicher Erfolg – wenn auch nicht gleich als ein Geheimnis genannt – kommt der Wohlfühlatmosphäre innerhalb eines Vereins selbstverständlich auch zugute.

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