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Vor Drittliga-Derby gegen Ober-Eschbach: Komisches Spiel für „Selma“

Von Schon 102 Tore hat Jana Sellner in dieser Saison mit ihrer linken Hand für die TSG Oberursel geworfen. Am Samstag wäre vor allem ein Sieg für sie eine kleine Genugtuung.
Ballverliebt: Jana Sellner bekam ihr Talent für den Handballsport in die Wiege gelegt. Mama Gaby warf für die TSG Oberursel schon in der Bundesliga aufs Tor – übrigens ebenfalls mit links. Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Ballverliebt: Jana Sellner bekam ihr Talent für den Handballsport in die Wiege gelegt. Mama Gaby warf für die TSG Oberursel schon in der Bundesliga aufs Tor – übrigens ebenfalls mit links.
Oberursel. 

So ändern sich die Zeiten. Als Jana Sellner noch für die TSG Ober-Eschbach zum Handball griff, prangte die Nummer 96 auf ihrem Trikot. „Mein Geburtsjahr“, verrät die 20-Jährige. Vor drei Jahren wechselte die Oberurselerin dann zu ihrem Heimatverein – und schlüpfte bei der TSG Oberursel ins Shirt mit der „19“ drauf. Zusammen mit Julia Buße hat sie für beide Taunusvereine gespielt. Im Unterschied zu Buße (Kreuzbandriss) kann Jana Sellner – ihre Teamkameradinnen rufen sie oft auch „Selma“ – morgen ran.

Handballer wollen Leben retten – große ...

Eine erschütternde Statistik: Alle 15 Minuten erhält in Deutschland ein Patient die Diagnose Blutkrebs. Nur ein Drittel der Betroffenen findet einen passenden Stammzellenspender innerhalb der Familie.

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Derzeit spielt sie ihre dritte Saison für Oberursel: „Als Rechtshalbe und auf der Mitteposition.“ Eine vierte Saison ist für sie auch schon fix: „Ob wir nun absteigen oder drin bleiben: Mein Herz hängt einfach an dieser Mannschaft. Der Teamspirit, die Mitspielerinnen, die Trainer – es passt einfach alles. Ich bleibe sehr gerne.“

Dass es für Jana morgen gegen ihre Ex-Mannschaft geht, weckt in ihr Gefühle. Durchaus nicht die allerschönsten. Während ihrer Saison für Ober-Eschbach hatte sie im Training einen Kreuzbandriss am linken Knie erlitten. „Meine allererste schwere Verletzung“, erinnert sich die mitten in der Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten steckende Orschelerin, „wenn man mal von einem Armbruch absieht. Da war ich aber noch ganz klein.“ Für anderthalb Jahre hatte sie – damals noch Schülerin – der Kreuzbandriss außer Gefecht gesetzt.

Was sie noch heute beschäftigt, ist etwas andres: „Bei der TSG Ober-Eschbach hatte man sich während und nach dieser Verletzung nicht so richtig um mich gekümmert. Das hat mich ganz schön enttäuscht.“ Da sie aber „immer wusste, dass ich wieder zum Handball zurückwollte“, kam ihr der Kontakt zum damaligen Oberurseler Kotrainer Ralf Buße (der Vater ihrer Teamkollegin Julia Buße) genau recht. Jana stieg bei der TSG Oberursel in der Landesliga wieder ein – und mit dem Team zwei Mal auf.

Wurf an den Innenpfosten

Wenn es nun morgen gegen Ober-Eschbach geht, ist es für Jana „schon etwas Komisches, gegen meine frühere Mannschaft zu spielen“ – auch wenn die Vergangenheit abgeschlossen sei. Sie träfe auf ehemalige Mitspielerinnen wie Juliane Grauer, Celine Gehrke, mit der sie einst in der Hessenauswahl spielte, und Petra Ex. Man kennt sich. Und man wird sich, so formuliert es die 20-Jährige lachend, „60 Minuten lang bekämpfen“. So ein Derby wie morgen sei „einfach nur geil – und wir wollen nach dem mit Pech verlorenen Hinspiel unbedingt gewinnen“. Apropos Pech: Sellner scheiterte drei Sekunden vor Schluss am Innenpfosten. Es wäre das 26:26 gewesen . . .

So wie ihre Mannschaft, so habe sie sich auch selbst im Laufe dieser Drittliga-Saison „weiterentwickelt“. Linkshänderin Jana bringt’s auf den Punkt: „Meine Rückraumwürfe klappen immer besser, das Zusammenspiel mit unseren Außen auch. Generell habe ich jetzt einen besseren Überblick aufs Spiel.“

Dass sie einmal zum Handball greifen würde, lag in/an der Familie. Vor allem an ihrer Mutter. Gaby Sellner trug früher das Oberurseler Trikot und spielte zu Bundesliga-Zeiten. Rechtsaußen und Mitte. Die heute als Physiotherapeutin dem Team verbundene Frau Mama hatte Klein-Jana ins Training der E-Jugend mitgenommen. „Matthias Perl war mein erster Trainer“, erinnert sich Jana Sellner, „damals hatte ich noch anderes ausprobiert: Tanzen, Tennis, Basketball, Voltigieren.“ Beim Handball blieb sie aber hängen, und der TSGO von der E- bis zur A-Jugend treu.

Als B-Jugendliche spielte sie via Zweitspielrecht noch für die HSG Mörfelden/Walldorf und parallel zu ihrer Ober-Eschbacher Saison noch für die SG Nied in der Oberliga. Bis auf die Positionen im Tor und am Kreis hat sie schon alles durch: „Linkshänder sind am Kreis eine Verschwendung, so hatte mir mein früherer Trainer das immer gesagt“, lacht Jana Sellner. Sie hielt sich an die Empfehlung. Auch ihre Geschwister hatten es mit dem Ball: Fabienne (21) spielte ebenfalls für die TSG Oberursel Handball, ihr Bruder Nick (17) war dagegen Fußballer für Eintracht Oberursel. Und der Papa? Auch der setzte dem runden Leder nach, allerdings als Basketballer.

Ab in die Tiefe

Neben den Ballsportarten verbindet die Familie noch eine weitere Leidenschaft. Auf die freut sich Jana schon heute: „Im Herbst fahren wir wieder nach Mallorca. Zum Tauchen.“ Das Hobby betreibt sie zwar erst seit einem Jahr. Dennoch ging es schon ganz schön tief runter: 18 Meter tief. Abzutauchen kommt für sie und ihre Oberurseler Kolleginnen am Samstag nicht in die Tüte: „Für uns steht viel auf dem Spiel. Wäre megacool, wenn wir gegen Ober-Eschbach gewinnen könnten.“ Wie sagte „Selma“ doch so schön: „Derbys sind einfach nur geil.“ Siege erst recht.

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