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Fußball: Luis Majchrzak spielt in Berlin um den Pokal

Beim 1.FC-TSG Königstein machte Luis Majchrzak einst seine ersten Schritte auf dem Fußballplatz. Mit dem 1. FC Kaiserslautern steht er am Samstag im Finale des DFB-Pokals der U 19. Der Spielort Berlin hat für ihn eine ganz besondere Bedeutung.
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Königstein. 

An seinen ersten Stadionbesuch im zarten Alter von fünf Jahren kann sich Luis Majchrzak noch gut erinnern. Mit seiner Großmutter und seinem Vater, der aus der

Hauptstadt stammt, ging es ins Berliner Olympiastadion. „Damals bin ich zum Hertha-BSC-Fan geworden“, berichtet der 18-Jährige. „Er hat da auch sein erstes Trikot bekommen und war ganz verwundert, dass plötzlich alle seinen Vornamen kannten“, ergänzt Vater Steffen Schmidt schmunzelnd. „Luis“ stand nämlich über der Nummer 8 auf seinem Fan-Trikot. Mit der „22“ auf dem Rücken macht der Königsteiner aktuell für den 1. FC Kaiserslautern von sich reden. Als Spieler. Auch dank ihm steht die U 19 der „Roten Teufel“ am Samstag um 11 Uhr gegen den SC Freiburg im Finale des Junioren-DFB-Pokals.

Kurz vor Weihnachten war es, als Lautern in der zweiten Runde auf den Nachwuchs des FC Bayern München traf. Beim Stand von 2:2 wurde Majchrzak in der 79. Minute eingewechselt. Nur sechs Minuten später setzte sich ein Lauterer auf dem linken Flügel durch, brachte den Ball in den Strafraum, und am zweiten Pfosten verwandelte Majchrzak zum siegbringenden 3:2. „Der Jubel danach war pure Freude“, erinnert sich Vater Steffen, der von der Tribüne aus mitfeierte.

Freiburg ist Rekordpokalsieger in der U 19

Es ist eine illustre Reihe von Spielern, zu denen Luis Majchrzak ab Samstagvormittag gehören wird: Zu ihr gehören Leroy Sané (Manchester City), Matthias Ginter, Lars Stindl (beide Borussia

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Momente wie dieser stellen die Sonnenseite im Leben eines aufstrebenden Fußballtalents dar. Doch Luis Majchrzak hat auch die weniger erfreulichen Augenblicke für seinen großen Traum vom Profi-Dasein in Kauf genommen. Nach der D-Jugend wechselte er von Königstein in den Nachwuchsbereich des FSV Mainz, pendelte regelmäßig zwischen Taunus und Pfalz. „Nach der Schule ging es um 15 Uhr mit der Bahn zum Training und abends war er erst gegen halb neun wieder zu Hause“, berichtet sein Vater, der sich übrigens als Jugendleiter für den 1. FC-TSG Königstein engagiert.

Nach zwei Jahren in Mainz ging Luis Majchrzak sogar noch einen Schritt weiter: Im Alter von 16 Jahren fasste er den Entschluss, nach Kaiserslautern zu wechseln und dort im Sportinternat zu leben. „Das war anfangs schon recht schwer“, gesteht er, „schließlich muss man sich an ein komplett neues Umfeld und neue Lebensbedingungen gewöhnen.“

Doch er habe sich dann recht schnell in der Stadt, dem Internat und auch der Mannschaft eingelebt. „Schließlich war man von sehr vielen Menschen umgeben, die genau das Gleiche wie man selbst erlebte“, erzählt Luis Majchrzak. In der Heimat seien zwar auch Kontakte abgerissen, doch die engsten Kumpels habe er weiterhin.

Zu Beginn dieser Saison musste er sich dann kurzerhand wieder an eine neue Situation gewöhnen. Alexander Bugera stieg vom U-19-Coach zum Co-Trainer der Profis auf, doch auch mit dessen Nachfolger Marco Laping habe das Team schnell auf einer Wellenlänge gelegen, erzählt das Königsteiner Talent. Von der enttäuschenden Saison der Zweitligaprofis, die im Abstieg gipfelte, habe der Nachwuchs nicht so viel mitbekommen.

Der Pokallauf der U 19 überstrahlte so manches: Vor dem Sieg über den Rekordmeister kegelte man in der ersten Runde Hansa Rostock (2:0) raus, danach bezwang man den SV Werder Bremen (14:13 nach Elfmeterschießen) und im Halbfinale wurde die TSG 1899 Hoffenheim (5:0) bezwungen. „Das Finale ist jetzt natürlich das Highlight der Saison, für manche vielleicht das Highlight der bisherigen Laufbahn“, sagt Majchrzak. Gegen „spielfreudige“ Freiburger möchte er sich mit der Trophäe in der Hand vom 1.FC Kaiserslautern verabschieden. Denn nach zwei Jahren wird Majchrzak sich ab Sommer wieder neu orientieren. Sein ganz großer Traum wäre es, einmal im Trikot von Hertha BSC aufzulaufen. Räumlich befindet sich der beidfüßige Flügelspieler, der am liebsten rechts oder links in der Viererkette spielt, am Samstag schon ganz nah dran am Traum.

Mit seiner Mutter Nadja, Vater Steffen und seinen Brüdern Leon und Lias schaut Luis Majchrzak im Olympiastadion ab 20 Uhr Eintracht Frankfurt gegen Bayern München. Sein Finale spielt er zuvor im Amateurstadion der „Alten Dame“. Vielleicht wird dabei ja ein Scout auf ihn aufmerksam. Dann wäre es wohl bei seinem Ehrgeiz nur noch eine Frage der Zeit, bis sie seinen Namen in Berlin wieder plötzlich alle kennen.

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