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TZ-Classicc: Mathematik und Fußball – das kann passen

Mathematik basiert auf Logik. Die ist auf Fußballplätzen, wo meist Emotionen vorherrschen, nicht immer gefragt, aber sie schadet auch nicht. Das hat Elias Diszberger (72), Spieler, Trainer und Lehrer für Mathematik und Sport in seiner langen Laufbahn erfahren. Eine mathematische Wunderformel für den Umgang mit dem runden Leder hat er zwar nicht erfunden, aber mit seinem Leitspruch „Fußball spielt sich zumindest zu fünfzig Prozent im Kopf ab“ ist er immer gut gefahren.
Mit der Spielvereinigung 05 Bad Homburg traf Elias Diszberger (vorne) einst auf die Amateure von Eintracht Frankfurt mit Bernd Hölzenbein. Mit der Spielvereinigung 05 Bad Homburg traf Elias Diszberger (vorne) einst auf die Amateure von Eintracht Frankfurt mit Bernd Hölzenbein.
Kirdorf. 

Wie in einer Szene in Sönke Wortmanns Film „Das Wunder von Bern“, schenkte ihm 1954 nach der errungenen Weltmeisterschaft für Deutschland sein Vater einen echten Lederball mit Ventil. „Ich war stolz und überglücklich und nahm den Ball sogar nachts mit ins Bett“, erinnert sich Elias Diszberger. Seine Familie entstammt der deutschen Minderheit in Ungarn. Zuerst in die DDR umgesiedelt, landete er mit seinen Eltern später in Frankfurt-Heddernheim. Und dort, beim SV 07, begann er auch mit dem Fußball. Von dem fast schon familiären Zusammenhalt damals schwärmt er heute noch: „Diese Zeit hat mich geprägt. Auch bei meinen späteren Stationen war mir ein intaktes Vereinsleben immer sehr wichtig.“

Hans Hild, einer seiner Mitspieler, von gleicher Herkunft wie er, und in Bad Homburg gut bekannt als Mannschaftskapitän der Deutschern Amateurmeister-Mannschaft 1973 mit der Spvgg. 05, holte ihn an die Sandelmühle. Diszberger, ein technisch beschlagener Spieler, meist auf der Sechser-Position oder als Libero spielend, fiel dem damaligen Trainer Wolfgang Solz schon beim ersten Training auf. „Oh, auch ein Techniker“ sagte Solz, der aufgrund seiner spielerischen Fähigkeiten „Brasilianer“ selbst genannt wurde, bei der ersten Sichtung.

Die Zeit bei der Spvgg. 05 war sportlich erfolgreich, den Zusammenhalt, die Freundschaft und Kontakte über das Spielfeld hinaus in dem Maße, wie es sich Diszberger wünschte, das fand er erst später wieder. Zum Beispiel in seiner erfolgreichen Zeit bei der DJK Bad Homburg. Mit dem heutigen Gruppenligisten wurde er 1976 als Spielertrainer Meister und stieg in die damalige Bezirksliga auf. Und auch bei den Sportfreunden Friedrichsdorf 1979 bis 1980 als Spielertrainer und 1990 bis 1994 als Trainer lief es gut. Gekrönt wurde diese Zeit 1993 vom Aufstieg in die Bezirksliga Hochtaunus.

In all diesen Jahren hatte Diszberger auch noch eine „kleine Nebenbeschäftigung“, wie er scherzt. Bis 2008 war er Lehrer an der GaG (Gesamtschule am Gluckensteinweg in Bad Homburg). Seine Fächer: Sport und Mathematik. Sein Engagement an der Schule dort endete nicht mit dem regulären Stundenplan. Er gründete eine Lehrer-Fußballmannschaft, veranstaltete Ski-Kurse für Schüler mit Fahrten nach Österreich und organisierte einen alljährlichen Ski-Basar, der es jedem Interessierten ermöglichte, günstig an eine Skiausrüstung zu kommen. Überhaupt ist das Skifahren seine zweite große sportliche Leidenschaft, der er nach seiner Zeit als aktiver Fußballer zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter nachging.

Zudem war Diszberger im Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde der Kirdorfer Gedächtniskirche aktiv und brachte auch dort Generationen von Konfirmanden in Kursen und Freizeit-Ausflügen das Skifahren bei.

Den Fußball verfolgt er heute aus der Distanz. Er ist Anhänger der Frankfurter Eintracht, bei deren Amateuren er auch einmal für eine Saison spielte. Natürlich beobachtet er auch die Entwicklung bei seinen früheren Vereinen, der Spvgg. 05, der DJK oder den Sportfreunden Friedrichsdorf, wo er immer wieder ehemaligen Schülern und Schützlingen begegnet, denen er einst das Rechnen oder Kicken beibrachte. Seinen Lebensinhalt aber bilden die Tochter, der Schwiegersohn und die beiden Enkel sowie die Pflege seiner erkrankten Frau.

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