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Handball: Mittelmaß ist zu wenig für die Pirates

Von Vieles ist neu bei Ober-Eschbachs Handballerinnen: die Einteilung in der 3. Liga, die Kooperation mit Main-Taunus-Vereinen, die Trainer und auch einige Spielerinnen.
So wie hier Linksaußen Lisa Lichtlein wollen die Pirates von Samstag an wieder jubeln. Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) So wie hier Linksaußen Lisa Lichtlein wollen die Pirates von Samstag an wieder jubeln.
Ober-Eschbach. 

Aus zwei mach eins: Als Spielgemeinschaft FSG Ober-Eschbach/Vortaunus ziehen die TSG Ober-Eschbachs Pirates nun mit der bisher ebenfalls auf Solopfaden wandelnden FSG Vortaunus/JSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt gemeinsam an einem Strang. Der Zusammenschluss bietet ein breites und stabiles Fundament, auf dem der Weg – nun aus geografischen Gründen „versetzt“ aus der 3. Liga West in die Ost-Staffel – in die Zukunft beschritten wird.

Ober-Eschbachs Manager Gerhard Döll sieht das so: „Im Interesse unserer Spielerinnen müssen wir doch alle nach vorne denken. Die FSG sehen alle an ihr Beteiligten als Chance, sowohl in der Breite als auch in der Leistungsspitze zuzulegen. Natürlich lässt sich der Rückgang Handball spielender Mädchen und Frauen nicht durch Zuwanderung neuer Spielerinnen lösen oder gar stoppen – aber auch weiterhin nicht über den Tellerrand zu blicken, würde dazu führen, dass wir alle irgendwann Verlierer sind.“ Der Mix mutet vielversprechend an. Hier die talentierten B-Jugendmädels aus Bad Soden, Schwalbach und Niederhöchstadt, die im Final Four um die Deutsche Meisterschaft Zweiter wurden und sich für die neue A-Jugend-Bundesliga qualifiziert haben – dort die TSG Ober-Eschbach, die es auf stolze acht Zweit- und acht Drittliga-Jahre bei den Damen bringt.

  Was war: Platz fünf hatten sich die „Pirates“ für die letztjährige Saison in der 3. Liga West vorgenommen – am Ende sprang der vierte Rang heraus. Trainer Marc Langenbach wechselte nach Saisonende zum TSV Griedel und trainiert nun die in die Landesliga Mitte aufgestiegenen Männer zusammen mit Mario Allendörfer. In Langenbachs Fußstapfen bei der FSG treten Slobodan Jankovic (als Chefcoach) und Eckart Weber (als Co). Jankovic trainierte bereits die Ober-Eschbacher Männer, Weber schon mal die Frauen.

  Welche Neuzugänge weiterhelfen: Nachdem Celine Gehrke durch einen Kreuzbandriss für lange Zeit außer Gefecht gesetzt ist und man sich von Neuzugang Josy Kallenberg wieder getrennt hat („Es hat einfach nicht gepasst“ – O-Ton Döll) und sie zu ihrem bisherigen Verein BSV Sachsen Zwickau zurückkehrte, war die Freude im FSG-Lager riesengroß, als jetzt Saskia Schwering erstmals wieder in der Halle stand. „Da gab’s spontanen Applaus“, sagt Döll. Schwering hatten die Verantwortlichen aufgrund ihrer Vorbereitung auf den Master in Wirtschaftspsychologie als Abgang, nicht aber als Clubwechslerin verbucht. Die abwehrstarke Linkshänderin kehrte nun zurück ins Boot „und unterstützt uns – toller Zug von ihr“, freut sich Döll.

Torfrau Marieke Nass (HSG Dutenhofen/Münchholzhausen) habe eine tolle Entwicklung gezeigt und bildet mit Alex Baranowska (Zwickau) ein starkes Duo, auch Andrea Mertens (TSG Ketsch) und Barbara Szymanska (1. Liga Polen) „werden uns definitiv verstärken“ – während Jasmin Pfeil (HSG Anspach/Usingen) „zum Lernen da“ sei. Dies sei bei der Verpflichtung laut Döll „auch so angelegt worden“.

  Welche Abgänge schmerzen: Die gibt es. Beispielsweise Kim Winkes und Janina Timmermann (beide zu Auftaktgegner HSG Kleenheim). Das Thema ist für Döll aber keins. „Ich habe mich noch nie rückwärts orientiert. Ich schaue nach vorne. Nächste Frage bitte.“

  Was schon gut läuft: Zur Saisonvorbereitung zählten diverse Teambuilding-Maßnahmen wie gemeinsame Essen, Übernachtungen und ein Kletterwald-Besuch. Auch die Teilnahme am hochklassig besetzten Ludwigsburger Lotto-Cup habe unter dem Gesichtspunkt „Zusammenrücken und Integration der neuen Spielerinnen“ gestanden. Der Manager betont: „Wir haben ergebnismäßig zwar auf die Mütze bekommen, aber es gab Wichtigeres als die Ergebnisse.“

  Wo es noch klemmt: Was das Sportliche angeht, sei man „noch nicht da, wo wir sein wollen, die Rädchen greifen noch nicht so ineinander“ – schließlich gehe es nicht von heute auf morgen, die neue FSG, das neue Trainergespann und die Neuzugänge auf eine Linie einzuschwenken. Wenn Döll aber vergleichen müsste, dann laufe es nach der Vorbereitungsphase „besser neben als auf dem Spielfeld“. Außer Celine Gehrke (Kreuzbandriss)fällt Kristina Bils (gesundheitliche Probleme) aus.

  Was möglich ist: Wenn auch der Manager weder die eigene Stärke, noch die der Konkurrenz „schon greifen kann“, wolle man den vierten Platz wiederholen. Alles, was noch besser sein sollte, „wäre ein Bonus“. Alles, was dagegen schlechter ist, dürfe man sich „eigentlich angesichts des Aufwandes, den wir leisten, gar nicht leisten“, meint Gerhard Döll. Mit Mittelmaß könne man sich in der 3. Liga nicht zufrieden geben – schon gar nicht vor den aktuell 45 Partnern, sprich: Sponsoren, die man zur Seite wisse.

Unsere Prognose: Greifen erst einmal alle Rädchen ineinander – auf und neben dem Spielfeld – wird es für die Konkurrenz schwer sein, auf dem Weg unter die ersten drei an den Pirates vorbei zu kommen.

 

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