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Nur ein laues Lüftchen

Von Dieter Hintermeier Ein Frühlingsausflug ins Usinger Land, der für die Gäste aus dem Odenwald weitere Blütenträume erfüllte: Mit 3:0 düpierte die Elf von Eintracht Wald-Michelbach vor 200 Zuschauern die SG Anspach und sammelte damit drei wichtige Punkte im Abstiegskampf der Fußball-Verbandsliga Süd. Anspachs Enzo Carotenuto hat den Ball unter Kontrolle gebracht, sieht sich aber dem verteidigenden Wald-Michelbacher Aldin Rizvanovic gegenüber. Die Odenwälder standen gut in der Defensive und ermöglichten der SGA kaum Torgelegenheiten. Foto: Strohmann Anspachs Enzo Carotenuto hat den Ball unter Kontrolle gebracht, sieht sich aber dem verteidigenden Wald-Michelbacher Aldin Rizvanovic gegenüber. Die Odenwälder standen gut in der Defensive und ermöglichten der SGA kaum Torgelegenheiten. Foto: Strohmann

Neu-Anspach. 

Für die SG Anspach könnte es im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Verbandsliga noch mal eng werden. Statt sich einen Hintermann weiter vom Leib zu halten, konnte Eintracht Wald-Michelbach Boden gutmachen, hat nach dem 3:0-Sieg in Anspach nunmehr 38 Punkte. Die SGA liegt nach der Heimpleite mit 41 Zählern auf Rang 10 Punkte, damit einen Punkt vor der Usinger TSG und sieben Zähler vor dem VfB Ginsheim, der aktuell den Relegationsplatz belegt.

SGA-Trainer Stephan Häuser konnte nach der Partie nicht verstehen, wie seine Mannschaft ein solches Spiel verlieren konnte. Eine Erklärung fand er trotzdem: "Da war von unserer Seite zu wenig Durchschlagskraft in der Offensive. Wenn man gegen eine solche Mannschaft punkten will, darf man nicht in Rückstand geraten und fehlerhaft spielen. Sehr ärgerlich ist das deshalb, weil der Gegner genauso schwach spielte wie wir", so der Coach.

Kaum Torchancen

In der Tat, der Sturm der SGA präsentierte sich während des gesamten Spiels als laues Lüftchen, der kaum hochkarätige Torchancen herausspielte. Dieses Defizit zeichnete sich bereits zu Beginn der 1. Halbzeit ab. Zwar versuchte die SGA mit flexiblem Flachpass-Spiel dem Gegner spielerisch den Wind aus den Segeln zu nehmen, doch das Spiel in die Spitze blieb bruchstückhaft, auch wenn sich die SGA die eine oder andere Chance durch Johannes Kütt herausspielte, die aber nichts Verwertbares einbrachte. Die abstiegsgefährdete Eintracht aus Wald-Michelbach zeigte dagegen, dass sie gewillt war, in Anspach zu punkten. Im Bewusstsein ihrer spielerischen Defizite setzte die Mannschaft von Trainer Oliver Zeug ganz auf ihre Kampfkraft. Und das mit Erfolg. Torchancen für den Gegner ließ die Eintracht selten zu. Mitunter halfen dabei auch rustikale Mittel, für die zum Beispiel der Wald-Michelbacher Spielführer, Benjamin Sigmund, nach einem groben Foul an Christian Männel Mitte der ersten Halbzeit die Gelbe Karte von Schiedsrichter Markus Grunenberg erhielt.

Je näher sich das Ende der ersten Halbzeit näherte, desto mehr verflachte das Spiel. Statt mit gekonntem Flachpass-Spiel versuchten beide Teams mit hohen Bällen ihr Glück im Spielaufbau. Das war zwar vielleicht das eine oder andere Mal effektvoll für beide Mannschaften, aber für die Zuschauer eher unattraktiv – geschweige denn Fußball auf Verbandsliganiveau.

Eintracht macht Druck

Zu Beginn der 2. Halbzeit hatten die Kicker aus dem Odenwald offenbar festgestellt, dass bei der SGA an diesem Tag wirklich etwas zu holen war. Sie übernahmen von Beginn der zweiten Hälfte die Initiative und setzten die Häuser-Truppe aufopferungsvoll unter Druck. Die SGA war ab diesem Zeitpunkt wohl nur noch gewillt, mit einem Unentschieden die Partie zu beenden. Doch die Anspacher hatten die Rechnung ohne den agilen und schnellen Eintracht-Stürmer Jan Gebhardt gemacht, der sich in der 68. Minute gegen die Anspacher Innenverteidigung durchsetzt und mit einem Flachschuss aus kurzer Distanz das 1:0 erzielt.

Erst jetzt, an der Linie lautstark von Trainer Häuser angetrieben, wachte die SGA auf und drängte auf den Ausgleich. Mehr als eine Großchance durch den in die Offensive beorderten Malte Strothmann sprang dabei aber nicht heraus. Stattdessen setzte die Eintracht in den letzten fünf Minuten des Spiels ihre tödlichen Konter. Nach einer sehenswerten Kombination mit Quedebaum-Cabezas traf erneut Gebhardt und es stand in der 88. Minute 2:0 für die Eintracht. Drei Minuten später der K.o. für die SGA: Gebhardt tankte sich auf der rechten Seite in den Anspacher Strafraum durch, passte zu dem starken Andre Roth, der aus einem Meter Entfernung den Ball zum 3:0 über die Linie von Torwart Kai Klug drückte.

SG Anspach: Klug; Rodeck, Riemann, Strothmann, Füssel, Männel, Carotenuto, Kütt (61. Idrissi), Idic, Friedrich, Stoss.

Eintracht Wald-Michelbach: Meyer, Jakob, Baucsek, Sigmund (71. Weyrauch), Cabezaz-Quedenbaum, Rizvanovic (61. Adamek), Besic, Hastert, Rupcic, Roth, Gebhardt.

Tore: 0:1 Gebhardt (68.), 0:2 Gebhardt (85.), 0:3 Roth (88.). – Gelbe Karten: Idrissi, Füssel, Freund – Sigmund. – SR: Grunenberg (Rodgau). – Zuschauer: 200.

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