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Triathlon: Olympische Jugendspiele: Henry Graf liefert ab

Triathlet Henry Graf wollte bei den Olympischen Jugendspielen in Argentinien unter die Top ten kommen. Das gelang. Seine Familie drückt dem 16-jährigen Königsteiner vor Ort die Daumen.
Henry Graf hat gut lachen: Der Königsteiner holte sich bei den Olympischen Jugendspielen seine angestrebte Top-ten-Platzierung. Foto: Marcelo Machado de Melo (imago sportfotodienst) Henry Graf hat gut lachen: Der Königsteiner holte sich bei den Olympischen Jugendspielen seine angestrebte Top-ten-Platzierung.
Königstein. 

 Es war wohl das bisher größte Highlight seiner noch jungen Laufbahn: Am Montag ging Triathlet Henry Graf (16) in Buenos Aires, Argentinien, bei den Olympischen Jugendspielen für Deutschland an den Start. Um 11 Uhr Ortszeit begann sein Wettbewerb, bereits zwei Stunden vorher war sein ganz persönlicher Fan-Club vor Ort: Mutter Sabine Büscher, Vater Oliver Graf und Schwester Helen waren extra nach Südamerika gereist, um den Nachwuchs-Olympioniken anzufeuern. „Ich hatte gehofft, dass wir Henry noch mal kurz sprechen können, aber er war bereits komplett im Tunnel“, berichtet Mama Sabine schmunzelnd, „normalerweise ist er bei Wettkämpfe immer sehr cool. Aber hier hat man gemerkt, dass ihm bewusst war, wie viele Menschen ihm gleich zuschauen würden“.

Das Sommer-Olympia für den Nachwuchs, das noch bis zum 18. Oktober läuft, wird in Buenos Aires begeistert angenommen. „Ich war vorher skeptisch, ob sich in einer so großen Weltstadt überhaupt jemand für Jugend-Olympia interessieren würde“, gesteht Sabine Büscher, „aber es kamen bisher regelmäßig sehr viele Zuschauer, gerade Familien, was dem Ganzen Volksfest-Charakter gibt“. Am Rande der Wettkämpfe können junge Besucher verschiedene Sportarten ausprobieren und werden mit weiteren Aktionen wie Basteln und Malen unterhalten. Das kam natürlich auch bei Henry Grafs Schwester Helen (8) sehr gut an.

Sabine und Oliver legten ihren Fokus dagegen voll auf den Auftritt ihres Sohnes. Kein Wunder, schließlich wandelt dieser auf den Spuren seiner Eltern. Oliver Graf gewann einst die Deutsche Meisterschaft, Sabine Büscher krönte sich sogar zur Europameisterin. Der Auftritt von Henry in Buenos Aires 2018 stelle aber alle anderen Meisterschaften in den Schatten. „Das hier ist schon ein riesiger Unterschied zu einem nationalen Wettbewerb“, erklärt Büscher beeindruckt.

An der dritten Auflage der Olympischen Jugendspiele nehmen mehr als 3000 Athleten zwischen 14 und 18 Jahren teil. Die rund 200 Wettbewerbe sind auf vier verschiedene Standorte verteilt. Überall gibt es Sicherheitszonen und Kontrollen. An das Olympische Dorf, wo Henry und seine Kollegen aus dem Team Deutschland untergebracht sind, ist quasi gar kein Herankommen möglich. Die Talente können sich also ganz auf den Sport konzentrieren. Zumindest in der Theorie. Wenn die jungen Sportler ausblenden, dass zusätzlich zu den vielen Zuschauern vor Ort dank der TV-Ausstrahlungen und der Livestreams im Internet Menschen aus der ganzen Welt zusehen. Dass ihr Sohn vor seinem großen Auftritt also nur ein kurzes Kopfnicken für seinen Fan-Club aufbringen konnte, nimmt ihm seine Mutter nicht übel. Schließlich kannte sie seine Zielsetzung: „Er meinte, dass er sich bei einer guten Leistung einen Platz unter den ersten 10 ausrechnen würde.“ In einem Feld von 32 internationalen Top-Talenten ein ambitioniertes Ziel, zumal der Triathlon mehr Unwägbarkeiten als andere Sportarten bereithält, wie Büscher nur zu gut weiß.

Doch Henry Graf lieferte ab. Als Neunter kam er am Ende über die Ziellinie – und das, obwohl er mit seiner Laufleistung nicht zufrieden war. Beim Schwimmen hatte er dagegen Glück mit der Startposition „Alle 32 Teilnehmer sind nebeneinander gestartet, jeder hatte nur 50 Zentimeter Platz“, berichtet seine Mutter. Am Ende brauchte Henry 55:07 Minuten für den Dreikampf, Sieger wurde der favorisierte Neuseeländer Dylan McCullough in 53:27 Minuten. Bei den Mädchen wurde Teamkollegin Marie Horn nach knapp über einer Stunde Achte. „Auch sie hat wirklich ein tolles Rennen hingelegt“, freut sich Sabine Büscher.

Am morgigen Donnerstag bilden Graf und Horn zusammen mit einem spanischen Athleten und einer französischen Sportlerin eine Staffel. Ein schöner Bonus für den Königsteiner, der dann ganz ohne Druck antreten kann. Sein Ziel hat er mit der Top-10-Platzierung ja schon erreicht.

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